Sonnenschutz im Beruf: Ein Leitfaden für den Alltag im Freien

Einleitung: Warum Sonnenschutz so wichtig ist

Sonne kann Segen und Fluch zugleich sein. Sie verbessert unsere Stimmung, kann aber bei zu starker Exposition gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Sonnenlicht besteht aus verschiedenen Strahlentypen, von denen ultraviolette (UV) Strahlen eine besondere Rolle spielen. Diese Strahlen sind einer der Hauptverursacher von Hautkrebs und beschleunigen den Alterungsprozess der Haut. Bedenken Sie: Unsere Haut vergisst keinen Sonnenstrahl, schon gar nicht einen Sonnenbrand. Vor allem Sonnenbrände in der Kindheit können das spätere Risiko für Hautkrebs erheblich erhöhen.

UV Check

Die Biologie der Haut und warum sie Schutz braucht

Unsere Haut kann nur für eine begrenzte Zeit der Sonneneinstrahlung standhalten, bevor sie rot wird und potenziell Schaden nimmt. Bei Menschen mit heller Haut beträgt diese „Eigenschutzzeit“ lediglich 5-10 Minuten. Wer diese Zeitspanne überschreitet, sollte durch Schatten, Kleidung oder Sonnenschutzmittel geschützt werden. Bei Menschen mit dunklerer Haut ist die Toleranzgrenze etwas höher, jedoch sollte auch hier Vorsicht walten.

Praktische Tipps für den Arbeitsalltag im Freien

Arbeit und Pausen

  • Verbringen Sie Pausen im Schatten und vermeiden Sie, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr direkt der Sonne ausgesetzt zu sein. Zu dieser Zeit ist die UV-Strahlung am intensivsten.

Kleidung und Zubehör

  • Ein Hut oder Helm und eine Sonnenbrille sind Ihr bester Freund, wenn die Sonne in voller Stärke scheint.
  • Langärmelige Shirts und lange Hosen bieten zusätzlichen Schutz.

Sonnenschutzmittel

  • Tragen Sie Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 25 wiederholt auf, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Zusätzliche Fakten zum Sonnenschutz

  • Nicht jede Oberfläche ist gleich: Helle Flächen wie Metall oder Beton reflektieren UV-Strahlen und intensivieren die Strahlung.
  • Wolkig heißt nicht sicher: Bis zu 80% der UV-Strahlen können Wolken durchdringen.
  • Farbe und Dichte der Kleidung spielen eine Rolle: Dunklere und dicht gewebte Textilien bieten besseren Schutz.

Früherkennung von Hautkrebs

Risikofaktoren

Wer regelmäßig im Freien arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs, insbesondere für weniger aggressive Formen wie die hellen Hautkrebsarten. Beachten Sie die folgenden Fragen:

  • Haben Sie helle Haut?
  • Haben Sie als Kind und Jugendlicher häufig Sonnenbrände gehabt?
  • Haben Sie zahlreiche oder große Muttermale?
  • Gibt es Hautkrebsfälle in Ihrer Familie?

ABCD-Regel zur Hautüberprüfung

Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie sich regelmäßig untersuchen lassen. Ein einfacher Weg, um Veränderungen der Haut frühzeitig zu erkennen, ist die ABCD-Regel:

  • A = Asymmetrie: Ein Muttermal sollte symmetrisch sein.
  • B = Begrenzung: Die Ränder sollten klar und regelmäßig sein.
  • C = Color (Farbe): Die Farbe sollte gleichmäßig sein.
  • D = Dynamik: Achten Sie auf Veränderungen in Größe, Form oder Farbe.

Jede Veränderung ist ein Grund, medizinischen Rat einzuholen.

Fazit

Sonnenschutz ist keine Kleinigkeit, vor allem wenn Sie beruflich viel Zeit im Freien verbringen. Er ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Gesundheit und langfristigen Sicherheit. Es lohnt sich daher, ein paar Minuten mehr für die richtige Vorbereitung und den richtigen Schutz zu investieren. Bleiben Sie sicher und genießen Sie die Sonne verantwortungsbewusst!

Effektive Pollenallergie-Maßnahmen: Der ultimative Leitfaden für Allergiker

Pollenallergie, häufig auch als Heuschnupfen bezeichnet, ist eine weit verbreitete Allergie, die insbesondere in den Frühlings- und Sommermonaten viele Menschen betrifft. Sie tritt auf, wenn das Immunsystem überempfindlich auf Pollen reagiert, die von Bäumen, Gräsern und anderen Pflanzen freigesetzt werden. Symptome sind unter anderem eine laufende oder verstopfte Nase, Niesen, juckende Augen und Halsreizungen. In dieser Einleitung wollen wir uns nicht nur mit der Pollenallergie als solches beschäftigen, sondern auch ihre Bedeutung für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz beleuchten.

In einer modernen Gesellschaft, in der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz immer mehr in den Vordergrund rücken, ist es unerlässlich, die Auswirkungen von Pollenallergien in diesem Kontext zu verstehen. Pollenallergie kann nicht nur das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit und Produktivität am Arbeitsplatz reduzieren. Darüber hinaus kann eine nicht behandelte oder schlecht gemanagte Pollenallergie zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen führen, wie beispielsweise einer chronischen Sinusitis oder Asthma.

Die Auswirkungen einer Pollenallergie auf die Arbeitssicherheit sind vielfältig. Besonders in Berufen, bei denen Konzentration und Genauigkeit entscheidend sind, kann eine durch Allergien beeinträchtigte Aufmerksamkeit das Risiko von Unfällen und Fehlern erhöhen. Ebenso können Arbeiter im Freien, etwa in der Landwirtschaft, dem Bauwesen oder in der Landschaftsgestaltung, besonders stark von Pollenexposition betroffen sein.

Es ist daher wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam Strategien entwickeln, um die Auswirkungen von Pollenallergien auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise das Erkennen von Symptomen, das Anbieten geeigneter Schutzmaßnahmen und die Schaffung eines Arbeitsumfelds, das das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördert.

Im Laufe dieses Textes werden wir detaillierter auf die verschiedenen Aspekte der Pollenallergie eingehen und ihre Bedeutung im Kontext der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes erforschen. Dabei soll ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, wie sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer dazu beitragen können, ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu gewährleisten.

Verständnis der Pollenallergie

Um effektiv auf die Herausforderungen zu reagieren, die eine Pollenallergie für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz darstellen kann, ist es wichtig, ein solides Verständnis dieser Erkrankung zu entwickeln. In diesem Abschnitt werden wir uns mit der Definition und den Ursachen der Pollenallergie befassen, die Rolle von Pollen in der Entstehung von Allergien betrachten und die Auswirkungen dieser Allergie auf die Lebensqualität und Arbeitsproduktivität analysieren.

Definition und Ursachen der Pollenallergie:
Pollenallergie, oft als Heuschnupfen bezeichnet, ist eine immunologische Reaktion auf Pollen, die von Bäumen, Gräsern und Kräutern in die Luft freigesetzt werden. Das Immunsystem identifiziert fälschlicherweise Pollen als schädliche Eindringlinge und reagiert mit einer Freisetzung von Histamin, was zu einer Entzündungsreaktion führt. Dies verursacht typische Symptome wie Niesen, Nasenjucken, verstopfte Nase und tränende Augen. Die genauen Ursachen für die Entwicklung einer Pollenallergie sind vielfältig und können genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und die individuelle Beschaffenheit des Immunsystems umfassen.

Die Rolle von Pollen in der Entstehung von Allergien:
Pollen sind mikroskopisch kleine Partikel, die von Pflanzen zur Befruchtung freigesetzt werden. Obwohl sie eine natürliche Rolle in der Fortpflanzung von Pflanzen spielen, können sie bei sensibilisierten Personen eine Allergie auslösen. Das liegt daran, dass das Immunsystem der betroffenen Person die Proteine in den Pollen fälschlicherweise als Bedrohung erkennt und eine Abwehrreaktion startet. Die Menge der Pollen in der Luft variiert je nach Jahreszeit und Wetterbedingungen und kann die Schwere der allergischen Reaktion beeinflussen.

Auswirkungen der Pollenallergie auf Lebensqualität und Arbeitsproduktivität:
Die Symptome einer Pollenallergie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Neben den physischen Beschwerden können auch psychische Belastungen wie Stress und Reizbarkeit auftreten. Diese Faktoren können zusammenwirken, um die Arbeitsproduktivität zu verringern. Wenn ein Mitarbeiter ständig von Niesen, Juckreiz und Unwohlsein abgelenkt ist, ist es schwierig, sich zu konzentrieren und Aufgaben effektiv zu erledigen. Dies kann auch zu erhöhten Fehlzeiten führen, was wiederum Auswirkungen auf den Betrieb und die Kollegen hat.

In der Summe unterstreicht dies die Notwendigkeit, Pollenallergien ernst zu nehmen und proaktiv Strategien sowohl zur Linderung der Symptome als auch zur Minimierung ihrer Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und Produktivität zu entwickeln. Dies beinhaltet das Schaffen von Bewusstsein, die Förderung von präventiven Maßnahmen und gegebenenfalls das Anbieten von Unterstützung und Anpassungen am Arbeitsplatz für betroffene Mitarbeiter.

Die Allergieauslöser

Wenn wir über Pollenallergien sprechen, ist es unerlässlich, die verschiedenen Allergieauslöser zu verstehen, die hier eine Rolle spielen. Dazu zählen die unterschiedlichen Arten von Pollen, die Pollenflugzeiten sowie saisonale Unterschiede und der Einfluss des Klimawandels auf Pollenallergien.

Verschiedene Arten von Pollen, die Allergien auslösen:
Pollen stammt aus einer Vielzahl von Pflanzen, und verschiedene Arten von Pollen sind dafür bekannt, Allergien auszulösen. Häufige Allergieauslöser sind unter anderem Gräserpollen, Baumblütenpollen (wie Birke, Eiche und Erle) und Kräuterpollen (wie Beifuß und Ragweed). Die Art der Pollen, auf die eine Person allergisch reagiert, kann regional variieren und ist oft abhängig von der lokalen Pflanzenwelt.

Pollenflugzeiten und saisonale Unterschiede:
Die Pollenflugzeit bezieht sich auf die Zeitspanne, in der Pflanzen Pollen freisetzen. Dies variiert für verschiedene Pflanzenarten und ist zudem von der Jahreszeit abhängig. Zum Beispiel tendieren Bäume dazu, im Frühling Pollen freizusetzen, während Gräser eher im späten Frühling und Frühsommer blühen. Kräuterpollen sind oft im Spätsommer und Herbst häufiger. Das Wissen um diese Pollenflugzeiten kann für Allergiker entscheidend sein, um geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Einfluss des Klimawandels auf Pollenallergien:
Der Klimawandel hat das Potenzial, Pollenallergien erheblich zu beeinflussen. Erhöhte Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster können dazu führen, dass Pflanzen früher blühen und mehr Pollen produzieren. Darüber hinaus können sich durch das veränderte Klima neue Pflanzenarten in Regionen ausbreiten, in denen sie zuvor nicht vorkamen, was zu neuen Allergieauslösern führen kann. Zudem hat der Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre gezeigt, dass er die Produktion von Pollen bei einigen Pflanzen erhöht. All dies kann zu einer längeren Pollensaison und erhöhten Pollenkonzentrationen in der Luft führen, was wiederum die Häufigkeit und Schwere von Pollenallergien verstärken kann.

Insgesamt ist es wichtig, die verschiedenen Allergieauslöser und ihre Dynamik zu verstehen, um effektive Maßnahmen gegen Pollenallergien ergreifen zu können und die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden zu minimieren.

Pollenallergie am Arbeitsplatz

Allergien, insbesondere Pollenallergien, können das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz erheblich beeinträchtigen. Es ist daher wichtig, die Herausforderungen zu erkennen, denen Allergiker am Arbeitsplatz gegenüberstehen, und die Bedeutung einer allergenarmen Arbeitsumgebung sowie die Sensibilisierung von Kollegen und Vorgesetzten für Pollenallergien zu verstehen.

Herausforderungen für Allergiker am Arbeitsplatz:
Pollenallergie kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, darunter Niesen, verstopfte oder laufende Nase, juckende Augen und Müdigkeit. Diese Symptome können nicht nur das Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch die Konzentration und Produktivität am Arbeitsplatz mindern. Allergiker müssen oft zusätzliche Pausen einlegen, um ihre Symptome zu behandeln, und dies kann ihre Arbeitsleistung und Effizienz beeinflussen.

Die Bedeutung einer allergenarmen Arbeitsumgebung:
Eine allergenarme Arbeitsumgebung ist entscheidend für das Wohlbefinden von Mitarbeitern mit Pollenallergie. Dazu gehören Maßnahmen wie die regelmäßige Reinigung der Räumlichkeiten, um die Ansammlung von Pollen zu minimieren, und die Verwendung von Luftreinigern, um die Luftqualität zu verbessern. Darüber hinaus ist es sinnvoll, in der Pollensaison Fenster geschlossen zu halten und klimatisierte Räume zu bevorzugen, da dies dazu beitragen kann, die Exposition gegenüber Pollen zu reduzieren.

Sensibilisierung von Kollegen und Vorgesetzten für Pollenallergien:
Es ist wichtig, dass Kollegen und Vorgesetzte über Pollenallergien und ihre Auswirkungen auf Betroffene informiert sind. Sensibilisierungsschulungen und Informationsmaterial können dazu beitragen, ein unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Vorgesetzte sollten ermutigt werden, flexible Arbeitszeiten und gegebenenfalls Telearbeit während der Pollensaison in Erwägung zu ziehen. Zudem sollte den Mitarbeitern ermöglicht werden, bei Bedarf geeignete Medikamente einzunehmen und regelmäßige Arztbesuche wahrzunehmen.

Zusammengefasst ist es von großer Bedeutung, dass Unternehmen und Organisationen die Herausforderungen, denen Mitarbeiter mit Pollenallergie gegenüberstehen, anerkennen und proaktiv Maßnahmen ergreifen, um eine allergenarme Arbeitsumgebung zu schaffen und das Bewusstsein für diese Erkrankung zu fördern. Dies trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei, sondern kann auch die allgemeine Produktivität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöhen.

Effektive Maßnahmen gegen Pollenallergie

Pollenallergie kann die Lebensqualität beeinträchtigen, besonders in der Pollensaison. Es gibt jedoch verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, die Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu fördern.

Meidung der Allergene:
Eine der effektivsten Strategien zur Bekämpfung der Pollenallergie besteht darin, den Kontakt mit den Allergenen so weit wie möglich zu reduzieren. Dies kann durch Vermeidung von Orten mit hoher Pollenkonzentration und durch Überwachung der Pollenflugzeiten erreicht werden.

Überwachung der Pollenflugzeiten:
Es ist hilfreich, sich über die aktuellen Pollenflugzeiten zu informieren und bei hohen Pollenkonzentrationen Aktivitäten im Freien zu begrenzen.

Anpassung der Arbeits- und Lebensumgebung:
Die Umgebung, in der man arbeitet und lebt, sollte so gestaltet sein, dass sie die Belastung durch Pollen minimiert. Dazu gehört, Fenster während der Pollensaison geschlossen zu halten und Luftreiniger zu verwenden.

Medikamentöse Behandlung und Beratung durch Ärzte:
Medikamente können eine wichtige Rolle bei der Linderung von Allergiesymptomen spielen. Antihistaminika und Nasensprays sind gängige Optionen. Es ist wichtig, sich von einem Arzt beraten zu lassen und die Medikamente sachgemäß anzuwenden.

Spezifische Immuntherapie:
Diese Therapie, auch bekannt als Hyposensibilisierung, zielt darauf ab, das Immunsystem an das Allergen zu gewöhnen, um die Reaktion zu mildern. Die Methode und ihre Wirksamkeit sollten mit einem Allergologen besprochen werden.

Anpassung der täglichen Routine:
Optimale Zeiten zum Lüften sind frühmorgens und spätabends, wenn die Pollenkonzentration in der Luft tendenziell niedriger ist. Pollenschutzgitter können helfen, das Eindringen von Pollen zu verhindern.

Arbeitsplatzreinigung und Allergenreduzierung:
Regelmäßiges Reinigen des Arbeitsplatzes, einschließlich Staubwischen und Saugen, kann helfen, Allergene zu reduzieren.

Tipps für den Arbeitsweg:
Anpassung des Arbeitswegs durch Wahl einer Route mit weniger Bäumen und Vegetation kann hilfreich sein. Im Auto sollten Fenster geschlossen gehalten und gegebenenfalls eine Klimaanlage mit Pollenfilter verwendet werden.

Unterstützung durch Arbeitgeber:
Der Arbeitgeber kann eine unterstützende Rolle spielen, indem er Möglichkeiten für Homeoffice bietet oder den Arbeitsplatz so anpasst, dass er für Allergiker geeignet ist, beispielsweise durch Bereitstellung von Luftreinigern.

Insgesamt sind Anpassungsfähigkeit und proaktives Handeln entscheidend für die Bewältigung einer Pollenallergie. Durch Kombination von Vermeidungsstrategien, medikamentöser Behandlung und Anpassung der Umgebung kann man die Auswirkungen der Allergie minimieren und die Lebens- und Arbeitsqualität erhalten.

Schlussfolgerung

Im Laufe dieses Textes haben wir uns intensiv mit dem Thema Pollenallergie auseinandergesetzt, angefangen bei ihrer Definition und Ursachen, über die verschiedenen Arten von Pollen, die Allergien auslösen, bis hin zu den Auswirkungen, die sie auf die Lebensqualität und Arbeitsproduktivität haben können. Es wurde auch die Bedeutung einer allergenarmen Arbeitsumgebung hervorgehoben und die Notwendigkeit, Kollegen und Vorgesetzte für das Thema zu sensibilisieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse zeigen, dass Pollenallergien eine komplexe und individuell unterschiedliche Reaktion des Immunsystems auf Pollen sind. Diese Allergien können erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit haben, insbesondere in Zeiten hohen Pollenflugs. Darüber hinaus wurde erörtert, wie sich der Klimawandel auf die Pollenbelastung auswirken kann.

Ein zentrales Element im Umgang mit Pollenallergien ist die Proaktivität. Die Meidung der Allergene, Überwachung der Pollenflugzeiten, Anpassung der Arbeits- und Lebensumgebung, medikamentöse Behandlung und gegebenenfalls spezifische Immuntherapie sind wesentliche Maßnahmen. Hierbei ist auch die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit medizinischen Fachleuten zu betonen, um eine individuell abgestimmte Behandlungsstrategie zu entwickeln.

Des Weiteren ist es wichtig, den Arbeitsplatz und die tägliche Routine so anzupassen, dass der Kontakt mit Pollen minimiert wird. Die Unterstützung des Arbeitgebers kann hierbei eine wesentliche Rolle spielen, etwa durch die Bereitstellung von Luftreinigern oder die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Abschließend lässt sich sagen, dass durch ein tiefgreifendes Verständnis der Pollenallergie und durch das Ergreifen proaktiver Schritte zur Minimierung ihrer Auswirkungen, sowohl die Lebensqualität als auch die Arbeitsproduktivität erhalten bleiben können. Es ist eine gemeinsame Anstrengung, bei der das individuelle Handeln, die Unterstützung der Gemeinschaft und das Engagement des Arbeitsumfelds von entscheidender Bedeutung sind.

Ersthelfer sollten im Umgang mit Pollenallergie-Notfällen sensibilisiert und darauf vorbereitet sein, rasch und gezielt zu handeln. Bei einer starken allergischen Reaktion, wie zum Beispiel einem anaphylaktischen Schock, ist es wichtig, sofort den Notruf zu wählen. Manche Personen mit schweren Allergien tragen Adrenalin-Autoinjektoren bei sich. Diese sind speziell dafür vorgesehen, von Laien im Notfall angewendet zu werden, um lebensbedrohliche Symptome zu lindern. Ersthelfer sollten, falls vorhanden, die betroffene Person bitten, ihren Autoinjektor zu verwenden, oder wenn diese dazu nicht in der Lage ist, helfen, ihn gemäß den Anweisungen zu verwenden. Es ist zu beachten, dass die Anwendung eines solchen Autoinjektors durch Laien in der Regel durch vorherige Unterweisung eines Arztes abgedeckt sein sollte. Die betroffene Person sollte auch beruhigt und beobachtet werden, bis professionelle medizinische Hilfe eintrifft. Es ist entscheidend, sich der Ernsthaftigkeit von Allergie-Notfällen bewusst zu sein und die nötigen Schritte zu unternehmen, um das Wohlbefinden und die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.

Checkliste für Allergiker:

  1. Überprüfen Sie die Pollenflugzeiten und meiden Sie Allergene.
  2. Installieren Sie Pollenschutzgitter an Fenstern.
  3. Halten Sie den Arbeitsplatz sauber und wischen Sie Oberflächen feucht ab.
  4. Informieren Sie Kollegen und Vorgesetzte über Ihre Allergie.
  5. Konsultieren Sie einen Arzt für geeignete Medikamente und Therapien.
  6. Erwägen Sie eine spezifische Immuntherapie bei schweren Allergien.
  7. Passen Sie Ihre tägliche Routine und Ihren Arbeitsweg an.
  8. Nutzen Sie Möglichkeiten für Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten.
  9. Entwickeln Sie einen Notfallplan für schwere allergische Reaktionen.

Was kann die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Sicherheitsbeauftragte tun:

  1. Sensibilisierung und Schulungen zum Thema Pollenallergien für Mitarbeiter anbieten.
  2. Ermittlung von Allergierisiken am Arbeitsplatz und Vorschläge für Verbesserungen machen.
  3. Bei der Gestaltung von allergenarmen Arbeitsbereichen unterstützen.
  4. Informationen über Pollenflugzeiten bereitstellen und Empfehlungen für Schutzmaßnahmen geben.
  5. Bei der Entwicklung von Notfallplänen für allergische Reaktionen unterstützen.

Was kann das BGM-Team (Betriebliche Gesundheitsmaßnahmen) tun:

  1. Gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie z.B. Luftreiniger, bereitstellen.
  2. Informationsmaterial über Pollenallergien und deren Management bereitstellen.
  3. Gesundheitstage oder Workshops zum Thema Allergien organisieren.
  4. Unterstützung für Mitarbeiter bei der Suche nach medizinischer Beratung anbieten.
  5. Flexible Arbeitsmodelle fördern, die es erlauben, Arbeitstage mit hohem Pollenflug zu vermeiden.

Was kann die Firma bzw. die Führungskraft tun:

  1. Ein offenes Ohr für die Anliegen von Mitarbeitern mit Pollenallergien haben.
  2. Unterstützung bei der Anpassung des Arbeitsplatzes anbieten, z.B. durch Bereitstellung von Pollenschutzgittern.
  3. Möglichkeiten für Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten bereitstellen.
  4. Sicherstellen, dass die Lüftungssysteme regelmäßig gewartet werden und die Luftqualität am Arbeitsplatz gut ist.
  5. Ein positives Arbeitsklima fördern, in dem Mitarbeiter sich trauen, über ihre Allergien zu sprechen und Unterstützung zu suchen.

Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes: Der Deutsche Wetterdienst bietet aktuelle Informationen zum Pollenflug in Deutschland, was besonders nützlich für die Planung von Outdoor-Aktivitäten ist: https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizespollen/gefahrenindexpollen.html

Minimierung der Isocyanat-Exposition am Arbeitsplatz

In jüngster Zeit wurde das Gefahrenpotenzial von Isocyanaten vermehrt beachtet, selbst in Branchen, die als sicher galten. Die schädlichen Auswirkungen von Isocyanaten auf die Gesundheit sind möglicherweise bekannt, aber kennen Sie auch die frühen Symptome einer Exposition und wie Sie sich effektiv schützen können? Wir unterstützen Sie dabei, sich vor diesen Risiken zu schützen und informieren über mögliche Gefahren. Isocyanate kommen in verschiedenen Bereichen wie Autolackierung, Dämmschaumherstellung und Polyurethanverarbeitung zum Einsatz und können ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen. Hier bieten wir einen kurzen Überblick über Isocyanate und Schutzmaßnahmen.

Was sind Isocyanate?

Isocyanate sind eine Gruppe von sehr reaktiven chemischen Verbindungen, die mit Alkohol- (Hydroxyl-)haltigen Verbindungen reagieren, um Polyurethan-Polymere zu bilden. Diisocyanate, also Verbindungen mit zwei Isocyanat-Gruppen, werden in verschiedenen Formen für Polyurethan-Lacke und -Schaumstoffe eingesetzt. Sie sind beispielsweise in Klebstoffen, Lacken, Abdichtungsmassen und Gießharzen enthalten und werden häufig in der Bauindustrie, bei der Holz- und Metallbeschichtung sowie bei Wartungsarbeiten verwendet. Polyisocyanate als Monomere können sowohl Atemwegs- als auch Hautsensibilisierungen verursachen, was allergische Reaktionen wie Asthma und Hautausschläge auslösen kann. Die EU-Kommission hat strenge Vorschriften für die Verwendung und den Verkauf dieser Produkte erlassen, um potenzielle Gesundheitsrisiken zu minimieren. Aus diesem Grund müssen sowohl Händler als auch Anwender spezielle Vorsichtsmaßnahmen treffen.

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Gesundheitliche Auswirkungen von Isocyanaten

Isocyanate können verschiedene gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Hauptprobleme bei Inhalation sind Reizungen der Augen, Nase und Rachen, pfeifendes Atemgeräusch, Engegefühl in der Brust und Husten. Sensibilisierung kann bei jedem auftreten, der mit Isocyanaten in Kontakt kommt, unabhängig von Vorerkrankungen wie Asthma oder Allergien.

Isocyanate reizen zudem die Haut und können Entzündungen sowie Dermatitis verursachen. Die Aufnahme über die Haut kann auch zu einer Sensibilisierung der Atemwege führen. Darüber hinaus reizen Isocyanate die Augen und können bei Spritzern schwere chemische Bindehautentzündungen verursachen. Weitere mögliche gesundheitliche Folgen sind Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie das Potenzial für krebsfördernde Effekte.

Die Hauptgefährdung durch Isocyanate entsteht durch das Einatmen der Substanzen, insbesondere beim Sprühen von Polyurethan-Lacken, -Beschichtungen, -Schäumen und -Klebstoffen. Auch die Wartung und Reinigung von Polyurethan-Spritzgeräten kann zu Expositionen führen. Feine Aerosolnebel und Dämpfe können leicht von der Lunge aufgenommen werden oder auf Haut und Augen gelangen. Das manuelle Spritzlackieren mit 2-Komponenten-Lacken ist eine Hauptursache für berufsbedingtes Asthma, wobei insbesondere Autolackierer gefährdet sind. Mitarbeiter in anderen Branchen, wie Bau oder Metallverarbeitung, können ebenfalls betroffen sein. Ausgehärtete Polyurethan-Produkte sind normalerweise unbedenklich, aber beim Schweißen oder Brennen von polyurethanbeschichteten Oberflächen können Schadstoffe, einschließlich Isocyanaten, freigesetzt werden.

Welche Schutzmaßnahmen sollten Sie ergreifen?

Um sich vor Isocyanaten zu schützen, sollten Sie mehrere Schutzmaßnahmen ergreifen. Verarbeiten Sie Spritzlacke nur in geeigneten Lackierkabinen oder -räumen mit angemessenen Arbeitsverfahren und einer effizienten Lüftung. Da sowohl sichtbare als auch unsichtbare Sprühnebel entstehen, die noch lange in der Luft verweilen können, sollte ein leichter Unterdruck in der Lackierkabine gewährleistet werden. Beachten Sie zudem die Kabinen-Freigabezeit, bevor Sie die Kabine betreten, um sicherzustellen, dass der Sprühnebel ausreichend abgelüftet ist.

In einer Studie gaben 70% der befragten Spritzlackierer an, dass sie während des Lackierens ihr Atemschutzgerät-Visier hochklappen, um ihre Arbeit zu überprüfen oder weil es ihre Sicht einschränkt. Dies kann jedoch die Atemschutzwirkung reduzieren und die Exposition gegenüber feinen Lackschwebstoffen erhöhen. Das Spritzen von 2-Komponenten-Isocyanat-Lacken ist eine Hauptursache für berufsbedingtes Asthma, und Spritzlackierer in Karosseriewerkstätten haben eine 90-mal höhere Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken. In Ländern wie Großbritannien wird bei etwa 50 Spritzlackierern pro Jahr Isocyanat-Asthma als Berufskrankheit diagnostiziert.

Die geeignete Schutzausrüstung für das Spritzlackieren mit Isocyanat-Lacken umfasst Atemwegs-, Augen- und Hautschutz. Länderspezifische Vorschriften sind zu beachten. Filtrierende Atemschutzgeräte mit passenden Filtern sind in vielen Ländern erlaubt, während in einigen Ländern umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte mit Frischluftzufuhr vorgeschrieben sind. Abhängig vom gewählten Atemschutz sind möglicherweise Schutzbrillen und Schutzkleidung erforderlich.

Neue Vorschriften für die Anwendung

Ab wann gelten diese?

Seit dem 24. Februar 2022 dürfen Produkte mit einem Diisocyanat-Monomer-Gehalt von ≥ 0,1 Gewichtsprozenten nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn sie auf der Verpackung einen entsprechenden Hinweis zur verpflichtenden Schulung enthalten. Die verpflichtenden Schulungen für Anwender:innen müssen spätestens ab dem 24. August 2023 durchgeführt werden.

Worauf beziehen sich die Beschränkungen konkret?

Die Beschränkungen beziehen sich auf Diisocyanate (Monomere) und betreffen die industrielle und gewerbliche Verwendung sowie das Inverkehrbringen für die industrielle und gewerbliche Verwendung als Stoffe oder als Bestandteile in Gemischen ab einer Monomer-Konzentration von ≥ 0,1 Gewichtsprozenten.

Was gilt für Diisocyanatprodukte mit einer Monomer-Konzentration < 0,1 Gewichtsprozent?

Für Diisocyanatprodukte mit einer Monomer-Konzentration von weniger als 0,1 Gewichtsprozent ist das Inverkehrbringen und die weitere Verwendung uneingeschränkt möglich. Es ist jedoch weiterhin erforderlich, die Informations- und Unterweisungsverpflichtung sowie die Verpflichtung zum Ersatz dieser Produkte durch weniger gefährliche und die Pflicht zum Treffen geeigneter Maßnahmen zur Gefahrenverhütung einzuhalten.

Die notwendige Diisocyanate-Anwenderschulung gemäß REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006

Ab dem 24. August 2023 ist eine spezielle Schulung für Personen, die mit Diisocyanaten arbeiten, verpflichtend. Diese Schulungen sind erforderlich, um das Gesundheitsrisiko bei der Verwendung von Diisocyanaten zu reduzieren, die in Polyurethan-Schaum, Beschichtungen und anderen Anwendungen eingesetzt werden. Die Schulung bezieht sich auf den Eintrag Nr. 74 des Anhangs XVII der REACH-Verordnung und muss alle fünf Jahre wiederholt werden. Für Arbeitgeber bedeutet dies, dass nur noch Arbeitnehmer diese Produkte verwenden dürfen, die eine erfolgreiche Schulung nachweisen können. Die Schulungen sind verpflichtend und müssen spätestens ab dem 24. August 2023 für alle Anwender durchgeführt werden.

Wie wir Sie unterstützen können

2 Möglichkeiten:

Anwenderschulung in Ihrem Unternehmen

Als Anwender oder Lieferant von Diisocyanaten müssen Sie an einer solchen Schulung teilnehmen. Wir bieten Ihnen eine gezielte Anwenderschulung nach der aktuellen REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 an. Unsere zertifizierten Trainer kommen in Ihr Unternehmen und führen die Schulung vor Ort durch. Nach erfolgreicher Teilnahme und Abschlussprüfung erhalten Sie ein Zertifikat, das von allen deutschen Behörden anerkannt wird. Dadurch können Sie nachweisen, dass Sie über die Beschränkungen und Richtlinien der Verordnung genau informiert sind. Hier mehr Informationen dazu:

Experten-Schulung damit Sie selbst Anwenderschulungen durchführen können

Sichern Sie sich Ihren Platz: Experten-Schulung am 24. Juni 2023 in Düsseldorf oder per MS Teams.
Wir vermitteln Personen mit Vorerfahrung im Arbeitsschutz das nötige Wissen im Umgang mit Diisocyanaten, so dass Sie nach erfolgreichem Abschluss der Schulung anderen den sicheren Umgang mit diesen Stoffen unterrichten dürfen.

Welche Produkte sind von den neuen Vorschriften betroffen?

Alle Produkte, die Diisocyanate enthalten, sind von den neuen Vorschriften betroffen. Dies schließt Produkte ein, in denen Diisocyanat-Monomere vorkommen, wie beispielsweise Polyurethanschäume, Klebstoffe, Lacke, Abdicht- und Gussmassen.

NameCAS-NummerSynonym
Diphenylmethandiisocyanat26447-40-5MDI
Hexamethylen-1,6-diisocyanat822-06-0HDI, HDMI
Isophorondiisocyanat4098-71-9IPDI
Napthylen-1,5-diisocyanat3173-72-6NDI
Toluol-2,4-diisocyanat584-84-9TDI, 2,4-TDI
Toluol-2,6-diisocyanat91-08-7TDI, 2,6-TDI
Toluol-2,4-und 2,6-diisocyanat, Gemisch1321-38-6Isomerengemisch
Methylenbis(phenylisocyanat)101-68-8MDI
1,4-Butandiisocyanat584-03-2BDI
Trimethylhexamethylendiisocyanat68479-76-1Desmodur N100, TMHDI
4,4′-Methylenbis(cyclohexylisocyanat)5124-30-1H12MDI, hydrogenated MDI
4,4′-Diphenylmethanediisocyanat101-68-8MDI, Methylene diphenyl diisocyanate
1,3-Bis(isocyanatomethyl)benzol3634-83-1XDI, TMDI
Dibenzyltoluoldiisocyanat26471-62-5DIBT
Dibenzylmethandiisocyanat25214-70-4DBDI
Hexamethylenedisocyanat-bis(4-methylcyclohexan)68425-36-5HMDI
Tetramethylxylylenediisocyanat26447-91-4Isocyanate TMXDI
Dodecylbenzol-diisocyanat2536-05-2DBDI

Link zur EU-Verordnung

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32020R1149&from=DE

Kontakt

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Aufgaben des Fachkoordinators Evakuierung (FKE)

Aufgaben des Fachkoordinators Evakuierung (FKE)

1. Einleitung

In unserer zunehmend komplexen und gefährdeten Welt, in der Naturkatastrophen, technologische Unfälle und andere Notfälle eine ständige Bedrohung darstellen, wächst die Bedeutung der Evakuierung. Die geordnete Verlegung von Menschen aus akut gefährdeten Bereichen in sichere Zonen, gemäß ASR A2.3, Nr. 3.1, ist eine dringende und wichtige Aufgabe. Der Fachkoordinator Evakuierung (FKE) steht im Mittelpunkt dieser lebenswichtigen Bemühungen. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Einblick in die Schlüsselrollen und Verantwortlichkeiten dieser entscheidenden Position.

2. Der Fachkoordinator Evakuierung: Eine Übersicht

Der Fachkoordinator Evakuierung (FKE) ist weit mehr als nur ein Titel. Die Rolle erfordert Fachwissen, Koordination, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit. Der FKE ist verantwortlich für die Erstellung, Koordination und Durchführung von Evakuierungsplänen, reguliert durch verschiedene gesetzliche Vorschriften, einschließlich der VDI-Richtlinie 4062. Die strikte Befolgung dieser Gesetze und Richtlinien ist entscheidend, um die Sicherheit der betroffenen Menschen zu gewährleisten.

Schulung

2-tägige Schulung in Präsenz in Düsseldorf oder online per MS Teams
Daniel Vanummißen und Donato Muro

Im Downloadbereich finden Sie hilfreiche Vorlagen für die Planung und Umsetzung. HIER DOWNLOAD STARTEN

4. Bedeutung der Weiterbildung und Qualifikation zum FKE

Das bevorstehende Seminar vom 27.-28.09.2023 bietet eine umfassende Einführung in das Gebiet des FKE, inklusive eines detaillierten Einblicks in Gesetze, Strategien, Best Practices und realen Fallstudien. Die Teilnehmer werden bestens vorbereitet, um in diesem anspruchsvollen und lohnenden Bereich erfolgreich zu sein.

5. Fallstudien und Erfolgsgeschichten

Die erfolgreiche Umsetzung von Evakuierungsplänen geht über die Theorie hinaus. Praktische Beispiele, in denen FKE beteiligt waren, illustrieren die Wirksamkeit dieser Pläne und bieten wertvolle Lehren für die Zukunft.

6. Fazit und Ausblick

Die Rolle des Fachkoordinators Evakuierung ist sowohl komplex als auch entscheidend. Mit der richtigen Ausbildung und Einstellung kann ein FKE den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkoordinatoren steigt, und die Teilnahme an Weiterbildungen wie dem anstehenden Seminar ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Professionalität.

7. Anhänge

  • Seminarprogramm: Link zum Programm.
  • Weiterführende Literatur: ASR A2.3, Nr. 3.1; VDI-Richtlinie 4062; relevante Landes- und Bundesgesetze, etc.

DGUV Information 205-033 Alamierung und Evakuierung, hier herunterladen

Der Sicherheitsbeauftragte (SiBe) auf Baustellen

Der Sicherheitsbeauftragte (SiBe) auf Baustellen

Wodurch definiert sich die Tätigkeit eines Sicherheitsbeauftragten?
Die Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter ist nicht an das Vorliegen bestimmter Voraussetzungen geknüpft. Dies bedeutet, dass keine Qualifikation erworben werden muss, um diese Tätigkeit auszuüben. Die Voraussetzungen, die für diese Tätigkeit gegeben sein sollten, liegen in der Persönlichkeit des potenziellen SiBe. Dieser sollte sich durch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und vorbildliches Verhalten an seinem Arbeitsplatz auszeichnen. Zusätzlich ist es wichtig, dass er über eine hohe Akzeptanz unter seinen Kollegen und eine grundsätzlich gut ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit verfügt. Es ist wichtig, dass die Person, die für diese Tätigkeit infrage kommt, sich in den sicherheitsrelevanten Bereichen am eigenen Arbeitsplatz in höchstem Maße verantwortungsbewusst zeigt. Die notwendigen theoretischen Kenntnisse können in Seminaren der Berufsgenossenschaft erworben werden. Der Sicherheitsbeauftragte erhält für seine Tätigkeit keine zusätzliche Vergütung. Er übt seine Arbeit ehrenamtlich aus.
Die Empfehlung geht dahin, diese Position nicht mit Führungskräften des Unternehmens zu besetzen. Dies ist naheliegend, weil aus der Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter kein Weisungsrecht folgt. Aus dieser Position sollte mit den Kollegen vielmehr auf Augenhöhe kommuniziert werden, um diese von der Notwendigkeit der empfohlenen Maßnahmen zu überzeugen.
Die Tätigkeit des Sicherheitsbeauftragten besteht darin, den Unternehmer bei den Fragen des Arbeitsschutzes zu unterstützen. Die primäre Aufgabe besteht darin, die Vorgesetzten auf Mängel hinzuweisen, die innerhalb ihres Arbeitsbereiches aufgetreten sind. Außerdem liegt es in ihrer Zuständigkeit, ihre Kollegen über diese Themen zu informieren und diese zur Einhaltung der notwendigen Maßnahmen zu motivieren. Das wichtigste Mittel, das dem Sicherheitsbeauftragten bei seiner Tätigkeit zur Verfügung steht, ist das Gespräch. Da das Interesse an den Themen bei vielen Kollegen eher gering ist, sind diese Gespräche häufig schwierig. Dies macht deutlich, wie wichtig für diese Aufgabe eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und eine hohe Akzeptanz der betreffenden Person im Kollegenkreis sind. Nachfolgende Bereiche bilden die Kerntätigkeit des Sicherheitsbeauftragten:

-Kontrolle des ordnungsmäßigen Zustands der Schutzeinrichtungen von Maschinen und der persönlichen Schutzausrüstung der Mitarbeiter
-Das gesamte Thema der Ersten Hilfe. Hierzu gehört die Beschaffung und die Kontrolle des notwendigen Materials. Auch die Sicherstellung der Aus- und Weiterbildung der Ersthelfer gehört zum Aufgabenbereich. Überdies sind funktionierende Meldewege sicherzustellen.
-Die Kollegen sind über den sicheren Umgang mit Maschinen und Werkstoffen zu informieren.
-Es wird für Unterstützung neuer Kollegen bei der Integration in das Unternehmen Sorge getragen.
-Die Benutzung der persönlichen Schutzausrüstung der Kollegen ist zu überwachen.
-Die Sicherheit von Arbeitsplätzen und die Sicherung von möglichen Absturzgefahren ist zu kontrollieren.
-Soweit es möglich ist, sollten entdeckte Mängel selbstständig beseitigt werden.

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Außerdem sollten Sicherheitsbeauftragte an Betriebsbegehungen, die durch die Berufsgenossenschaften und sonstigen Aufsichtsbehörden durchgeführt werden, teilnehmen. Zudem sollten sich Sicherheitsbeauftragte selbstständig über Veränderungen informieren, die sich in ihrem Bereich ergeben, um hier auf aktuellstem Wissensstand argumentieren zu können. Die sicherheitstechnischen Mängel, die im Rahmen der Tätigkeit entdeckt werden, sind an den Arbeitgeber zu kommunizieren. Zusätzlich sollten Anzeigen, die sich auf Arbeitsunfälle beziehen, durch den SiBe mit unterschrieben werden. Weiterhin sollte ihm Einblick in die betriebliche Unfallstatistik gewährt werden.

Was unterscheidet den Sicherheitsbeauftragten von der Sicherheitsfachkraft (Sifa)
Bei Sicherheitsfachkräften handelt es sich um Personen, die eine Ausbildung durchlaufen haben, die sie speziell für die Ausübung dieser Tätigkeit qualifiziert.
Es handelt sich hier in der Regel um Sicherheitsingenieure, Techniker oder Meister. Ihre Tätigkeit im Betrieb hat beratenden Charakter. Sie verfügen ebenso wenig über ein Weisungsrecht, wie die Sicherheitsbeauftragten. Als generelles Unterscheidungskriterium zwischen den beiden Tätigkeiten ist festzustellen, dass der Sicherheitsbeauftragte die Methodik erarbeitet und initiiert, während der Sicherheitsbeauftragte dafür Sorge trägt, dass diese Methodik in der betrieblichen Praxis Anwendung findet.

Auf welcher rechtlichen Grundlage basiert die Verpflichtung zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten auf Baustellen?
§ 22 Sozialgesetzbuch – Siebtes Buch (SGB VII) verpflichtet einen Unternehmer, der regelmäßig über mehr als 20 Beschäftigte verfügt, einen Sicherheitsbeauftragten zu benennen. Die Gesamtzahl der notwendigen Sicherheitsbeauftragten wird in Abhängigkeit von verschiedenen Kriterien festgelegt.

Auf welcher Grundlage wird die notwendige Anzahl von Sicherheitsbeauftragten festgelegt?
Seit dem 01.01.2021 findet auch in der Bauwirtschaft die DGUV-Vorschrift 1 Anwendung. Dies bedeutet, dass die Verpflichtung zum Einsetzen von Sicherheitsbeauftragten auch auf Baustellen zum Tragen kommt. Aus dieser Norm ergibt sich, dass die Bestellung von Sicherheitsbeauftragten nicht nur in Abhängigkeit von der Anzahl der Beschäftigten, sondern auch unter Berücksichtigung der Gegebenheiten vor Ort zu erfolgen hat. Insgesamt werden fünf Kriterien zugrunde gelegt, um die notwendige Anzahl von Sicherheitsbeauftragten festzulegen. Hierbei handelt es sich um:
-Die räumliche Nähe, die die Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten haben
-Die zeitliche Nähe, die die Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten haben
-Die fachliche Nähe, die die Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten haben
-Die Unfall- und Gesundheitsgefahr, die im Unternehmen besteht
-Die Anzahl der Mitarbeiter, über die das Unternehmen verfügt
Alle fünf Kriterien sind gleichrangig heranzuziehen, um den Sicherheitsbeauftragten eine wirkungsvolle Tätigkeit zu ermöglichen. Die endgültige Festlegung der Zahl erfolgt in der Regel durch den Arbeitsschutzausschuss des Unternehmens. Dieses Gremium wird deswegen hier herangezogen, weil dort alle Personen zusammengeführt werden, die mit diesen Fragen befasst sind. Eventuelle Hilfestellungen, die bei diesem Prozess benötigt werden, sind durch die entsprechenden Unfallversicherungsträger zu beziehen. Hier können konkrete Vorschläge und Beispiele für das weitere Vorgehen in der Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt werden.
Um die Qualität der Tätigkeit des Sicherheitsbeauftragten auf einem hohen Niveau zu ermöglichen, ist es wichtig, den Arbeitsbereich des einzelnen nicht zu groß zu bemessen. Der Zuständigkeitsbereich, sollte es der betreffenden Person ermöglichen, diese Aufgabe neben der eigentlichen beruflichen Tätigkeit auszuüben. Wenn dies nicht möglich ist, sollte sich der zusätzliche Zeitaufwand in einem überschaubaren Rahmen bewegen.

Wer trägt die Verantwortung für Fehler des Sicherheitsbeauftragten?
Der Sicherheitsbeauftragte übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus und hat eine ausschließlich beratende Tätigkeit. Aus diesem Grund kann er nicht für Fehler, die ihm bei der Ausübung seiner Tätigkeit unterlaufen, zur Verantwortung gezogen werden. Die Verantwortung liegt in diesem Fall bei den Vorgesetzten. Grundsätzlich liegt die gesamte Verantwortung für die Abläufe am Arbeitsplatz, sowie für sämtliche Maßnahmen, die der Umsetzung des Arbeitsschutzes dienen, beim Unternehmer. Dieser kann sich hier nur von der Verantwortung befreien, wenn er diese Aufgaben an seine Führungskräfte delegiert.

Der Sicherheitsbeauftragte SiBe auf Baustellen
Aus der DGUV Vorschrift 1 ergibt, dass die Tätigkeit der Sicherheitsbeauftragten jetzt auch auf Baustellen eine große Bedeutung gewinnt und damit auch für die BG-Bau ein neues Gebiet darstellt.
Mit dieser Regelung soll der tatsächlichen Gefährdungssituation auf Baustellen Rechnung getragen werden. Gemäß der aktuellen Statistik, ist das Risiko, einen meldepflichtigen Arbeitsunfall zu erleiden, in der Bauwirtschaft etwa doppelt so hoch wie in den anderen Bereichen der Wirtschaft. Dazu kommt, dass diese Unfälle häufig folgenschwerer sind, als in anderen Bereichen. Allein im Jahr 2017 endeten 88 Arbeitsunfälle auf Baustellen tödlich. Die zuständige BG-Bau hat sich an die neue Situation angepasst und empfiehlt einen erhöhten Einsatz von Sicherheitsbeauftragten auf Baustellen. Den Betrieben wird empfohlen, auch dann einen Sicherheitsbeauftragten einzusetzen, wenn der Betrieb die Grenze von 20 Beschäftigten nicht überschreitet. Für die Betriebe oberhalb dieser Grenze wird empfohlen, die Zahl der Sicherheitsbeauftragten höher anzusetzen, als dies normalerweise erfolgen würde. Dies bedeutet, dass bei der Gewichtung der relevanten Kriterien die Zahl der Beschäftigten gegenüber den anderen Kriterien nachrangig berücksichtigt werden sollte. Zur Begründung wird hier insbesondere darauf hingewiesen, dass die Mitarbeiter im Baustellenbetrieb bei der Ausübung ihrer Tätigkeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Dieses ist zum einen durch einen erhöhten Zeit- und Termindruck und zum anderen durch häufig wechselnde Arbeits- und Umgebungsbedingungen begründet.

Der Sicherheitsbeauftragte in Theorie und Praxis. Taschenbuch von Donato Muro und Osamah Khawaja. 14,90 Euro.

Schmerzmittel Paracetamol, eine Gefahr für den Arbeitsschutz?

Paracetamol eine Gefahr für den Arbeitsschutz

Paracetamol ist ein rezeptfrei erhältliches Schmerzmittel. Ist es also völlig unbedenklich, dieses einzunehmen? Die Realität sieht anders aus. Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Paracetamol und auch das gängige Schmerzmittel Ibuprofen bei häufiger Einnahme das Gehör beeinträchtigt. Hierzulande kaufen die Menschen die genannten Präparate gern, da sie kaum Nebenwirkungen erwarten. Laut einer Studie beeinträchtigen die Schmerzmittel auch die Psyche. Den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol und der Risikobereitschaft von Patienten erforschten Wissenschaftler mit Probanden. Im Vergleich zu Kontrollgruppen waren Probanden nach der Einnahme von Paracetamol risikobereiter und entspannter. Bereits in einer länger zurück liegenden Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass Paracetamol das Empahievermögen von Patienten beeinträchtigt. Demnach verhalten sie sich nach der Einnahme des Schmerzmittels andern gegenüber verletzend.

Medikamentemkonsum in der Arbeitswelt

Verantwortliche im Bereich der Personalabteilung sowie Beauftragte des Gesundheits-und Arbeitsschutzes sehen sich regelmäßig mit der Frage, konfrontiert, inwiefern Unfälle am Arbeitsplatz auf den Missbrauch von Medikamenten zurückzuführen sind. Das Thema Medikamentenkonsum in der Arbeitswelt ist sehr ernst zu nehmen. Die Gründe dafür sind in der sich im Wandel befindenden Arbeitswelt zu finden. Die an Arbeitnehmer gestellten Anforderungen wachsen täglich, nicht zuletzt angesichts der Digitalisierung. Leistungs-, Zeit-, Kosten-und Termindruck sind immens und bedeuten für die Betroffenen entsprechende Belastungen. Die Folge davon ist ein Anstieg psychischer Erkrankungen. Fachärzte verabreichen dann routinemäßig Psychopharmaka. Die Krux an der Sache besteht in den damit verbundenen Nebenwirkungen. Diese beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern im Berufsleben. Das führt nicht selten zu Arbeitsunfällen.

Geschlechterspezifische Problembewältigung

Der erhöhte Konsum von Schmerzmitteln wie Paracetamol steht in direktem Zusammenhang mit dem demografischen Wandel. Je älter Menschen sind, umso mehr Medikamente benötigen sie. Unabhängig vom Alter ist ein Grund dafür, dass Arbeitende Medikamente wie Paracetamol einnehmen, der Leistungsdruck und der Konkurrenzkampf. Klassischerweise sind Frauen diejenigen, die Arzneimittel konsumieren. Männer tendieren bei der Bewältigung von Problemen zum Alkoholgenuss.

Welche Risiken und Nebenwirkungen lauern

Wechselwirkungen mehrerer Pharmaka untereinander oder die Nebenwirkungen einzelner Präparate haben Auswirkungen auf die Arbeitsleistung. Besonders kritisch ist die Einnahme von Arzneimitteln, die einen sedierenden oder beruhigenden Effekt haben. Sie wirken sich negativ auf Konzentrations-und Reaktionsvermögen und Wahrnehmung aus. Weitere Nebenwirkungen wie Müdigkeit und ein verlangsamtes Reagieren bergen große Gefahren gerade wenn es um Fahrtüchtigkeit oder Maschinenbedienung geht. Auch Grob-und Feinmotorik sind bei Medikamentenkonsum möglicherweise beeinträchtigt, das Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen erfolgt langsamer und Arbeitnehmer erkennen Grenzen ihrer eigene Leistungsfähigkeit zu spät. Oftmals hat das etwa beim Arbeiten auf einem Gerüst, einer Arbeitsbühne oder einer Leiter fatale Folgen.

Medikamente gefährden die Sicherheit am Arbeitsplatz

Zu den kritischen Medikamenten zählen neben Psychopharmaka auch Präparate für Diabetiker, Epileptiker, chronisch Kranke und Asthmatiker. Selbst rezeptfreie Arzneimittel wie Hustenmittel, Appetitzügler und Augentropfen sind teilweise verantwortlich für eine mangelnde Leistungsfähigkeit. Die Folgen zeigen sich oft erst langfristig. So sind typische Verhaltensauffälligkeiten eine nachlassende Arbeitsleistung, eine zeitintensive Ausführung von Arbeiten, Fehler durch Konzentrationsmangel, Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit und hohe Fehlzeiten.Im Umgang mit anderen reagieren Betroffene mit Apathie, Distanzlosigkeit oder extremer Unterwürfigkeit. Sie sind unruhig, antriebsarm und angespannt. Die geschilderten Nebeneffekte der Medikamente führen zu Unfällen und gefährden die gesamte Belegschaft.

Professioneller Umgang mit Medikamentenmissbrauch

Die Führungskraft kommt jetzt ihrer Fürsorgepflicht nach und sucht mit betroffenen Mitarbeitern das Gespräch. Sie regt am besten eine medizinische Untersuchung an. Hier hat sie sowohl dem entsprechenden Arbeitnehmer aber auch den anderen Kollegen gegenüber die Pflicht, Gefahren abzuwehren.Wie viele Arbeitsunfälle auf Medikamente wie Paracetamol zurückzuführen sind, ist kaum nachzuvollziehen. Die damit verbundenen Kosten für die Berufsgenossenschaft sind auch nicht zu beziffern. Der SiFa (Fachkraft für Arbeitssicherheit) kommt im Unternehmen bei der Gefahrenabwehr eine Schlüsselfunktion zu. Er berät die Unternehmensleitung in Sachen Arbeitsschutz. Zu seinen Aufgaben zählt auch die Beschaffung und Überprüfung von Schutz-ausrüstungen sowie deren ordnungsgemäße Benutzung. Den Sicherheitsbeauftragten unterstützen Betriebsmediziner, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Ansprechpartner bei Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Gewerbeaufsicht und staatliche Ämter für Arbeitsschutz.

Sensibilisieren für das Thema Arbeitsschutz

Aufgabe von Führungskräften und Sicherheitsbeauftragten ist es, Verantwortlichkeiten ernst zu nehmen. Das bedeutet zunächst, die Belegschaft für das Thema Schmerzmittel im Kontext des Arbeitsschutzes zu sensibilisieren. Für Arbeitssicherheit Zuständige können über die Gefährdung der Arbeitssicherheit informieren. Wichtig ist dabei den erwünschten Umgang mit Arzneien zu thematisieren. Gleichzeitig ist es notwendig, den Mitarbeitern zu signalisieren, stets ein offenes Ohr zu haben. Auf diese Weise ist das heikle Thema nicht tabuisiert.Dies ist ein gangbarer Weg, um frühzeitig bei ersten Problemen zu intervenieren.

Verantwortung von Personalrat und Betriebsrat

Personalrat und Betriebsrat sind auch in der Pflicht, Präventionsmaßnahmen rund um das Thema Schmerzmittel und Arbeitsschutz zu ergreifen. Beispielsweise gilt es dann ihrerseits, die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz kritisch zu hinterfragen. Im Falle von extrem psychischen Druck, hoher körperlicher Anstrengung oder sozialer Belastung und fehlendem Ausgleich in der Freizeit, treten rasch gesundheitliche Probleme auf. Bei hohem Zeit-und Leistungsdruck ist der Krankheitsfall vorprogrammiert. Vor diesem Hintergrund greifen Betroffene oft zu Medikamenten.

Auf soziale Kompetenzen kommt es an

Das A und O bei der Prävention der geschilderten Problematik ist Achtsamkeit und Wertschätzung untereinander. In kleineren Teams lernen sich Kollegen untereinander schneller und besser kennen, begegnen sich regelmäßig und erkennen so rechtzeitig eine Schieflage. Insbesondere Führungskräfte benötigen heute ausgeprägte soziale Kompetenzen, bei denen die Empathie eine wichtige Rolle spielt.

Schmerzmittel wie Paracetamol stellen tatsächlich eine Gefahr in der Arbeitswelt dar und nicht nur dort. Die Tatsache, dass mehrere Schmerzmittel rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, ist fatal. Sie gibt Patienten irrtümlicherweise zu verstehen, dass es sich dabei um harmlose Mittelchen handele und keine Risiken mit der Einnahme verbunden seien. Dies ist ein Irrglaube und darum wird es höchste Zeit, die Debatte um die Rezeptpflicht wieder ernsthaft zu führen, daraus die gebotenen Konsequenzen zu ziehen und gewonnene Erkenntnisse umzusetzen.

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