Taupunkt berechnen: Schimmelgefahr an Wänden einschätzen

Schimmel an einer Wand weil Taupunkt zu niedrig
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Berechnen Sie Taupunkt, kritische Oberflächentemperatur und absolute Feuchte. Mit einer gemessenen Wandtemperatur bewertet der Rechner zusätzlich die relative Feuchte direkt an der Oberfläche und zeigt, ob lediglich eine Vorsorgeschwelle erreicht wird oder bereits Tauwasser droht.

Taupunkt- und Oberflächenfeuchte-Rechner · Stand 24. August 2026

Neu berücksichtigt werden eine gemessene Oberflächentemperatur, die daraus berechnete Oberflächenfeuchte, der Abstand zu Tauwasser und zur 80-%-Orientierungsschwelle sowie optional Außenklima und Temperaturfaktor.

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Taupunkt und Schimmelrisiko berechnen

Der Taupunkt bezeichnet die Temperatur, bei der die vorhandene Raumluftfeuchte zur Sättigung führt. Schimmel kann jedoch schon vor sichtbarem Tauwasser begünstigt werden. Deshalb berechnet dieses Werkzeug zusätzlich die Oberflächentemperatur, bei der rechnerisch 80 % relative Feuchte direkt am Bauteil erreicht werden.

Eine Einzelmessung ist kein Schimmelgutachten und kein normativer Wärmeschutznachweis. Wärmebrücken, verdeckte Durchfeuchtung, Leckagen, Schlagregen, aufsteigende Feuchte, Möblierung, Messfehler, Materialeigenschaften und die Dauer der Feuchtebelastung können das Ergebnis entscheidend verändern. Der Rechner weist keine Verantwortlichkeit nach und ersetzt weder Ortsbesichtigung noch Ursachenanalyse.
1. Raumklima eingeben
In der Raummitte und nicht unmittelbar an Fenster, Außenwand, Heizkörper oder Lüftung messen.
Für eine belastbare Einordnung über mehrere Zeitpunkte beziehungsweise mit Datenlogger messen.
2. Kalte Oberfläche bewerten optional
Am kältesten plausiblen Punkt messen, zum Beispiel in einer Außenecke, Fensterlaibung oder hinter einem Möbelstück. Bei Infrarotmessung den Emissionsgrad und Reflexionen beachten.
Zusammen mit der Oberflächentemperatur wird daraus der momentane Temperaturfaktor fRsi berechnet. Das ist kein stationärer DIN-Nachweis.
3. Lüftungspotenzial vergleichen optional
Für den Lüftungsvergleich werden Außenlufttemperatur und Außenluftfeuchte gemeinsam benötigt.
Aus den Außenwerten wird berechnet, wie feucht diese Luft nach theoretischer Temperierung auf Raumtemperatur wäre. Wind, Luftwechsel, Niederschlag und Feuchtespeicherung bleiben unberücksichtigt.
Ergebnis

Raumklima eingeben und berechnen

Die Berechnung findet ausschließlich in Ihrem Browser statt. Es werden keine Messwerte übertragen oder gespeichert.

So messen Sie sinnvoll

  1. Raumtemperatur und relative Feuchte in der Raummitte erfassen.
  2. Die kälteste Oberflächenstelle an Außenwand, Ecke oder Laibung suchen und dort messen.
  3. Messgeräte ausreichend akklimatisieren lassen und nicht mit der Hand erwärmen.
  4. Messung zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterlagen wiederholen.
  5. Bei wiederkehrender Auffälligkeit Verlauf, Nutzung und Lüftung dokumentieren.

So lesen Sie das Ergebnis

  • Taupunkt: Ab dieser Temperatur ist rechnerisch 100 % Oberflächenfeuchte erreicht; Tauwasser ist möglich.
  • 80-%-Temperatur: Vorsorgeschwelle für eine anhaltend kritische Oberflächenfeuchte.
  • Oberflächenfeuchte: Aus Raumklima und gemessener Oberflächentemperatur berechneter Momentanwert.
  • Absolute Feuchte: Wasserdampfmenge je Kubikmeter Luft; hilfreich für den Lüftungsvergleich.
  • fRsi: Momentaner Temperaturfaktor aus Messwerten, nicht der formelle Wärmebrückennachweis.
Berechneter Zustand an der OberflächeEinordnungSinnvoller nächster Schritt
unter 70 % r. F.Kein akutes Feuchtesignal aus diesem MesspunktBei Verdacht trotzdem Verlauf und kältere Detailpunkte prüfen.
70 bis unter 80 % r. F.Erhöhte OberflächenfeuchteUrsache beobachten, Messung wiederholen und Feuchtequellen reduzieren.
80 bis unter 100 % r. F.Bei anhaltendem Zustand deutlich erhöhtes SchimmelrisikoWärmebrücke, Luftzirkulation, Lüftung und weitere Feuchtequellen fachlich prüfen.
ab 100 % r. F. beziehungsweise Oberfläche am oder unter TaupunktTauwasser rechnerisch möglichZeitnah Ursache klären; sichtbare oder verdeckte Durchfeuchtung untersuchen.
Keine pauschale „richtige“ Raumluftfeuchte: Ein Raumwert allein entscheidet nicht über das Schimmelrisiko. Je kälter die Oberfläche, desto höher ist dort bei gleicher Raumluft die relative Feuchte. Umgekehrt kann sichtbarer Schimmel auch durch Leckagen, Schlagregen oder Feuchte im Bauteil entstehen, obwohl der momentane Raumwert unauffällig erscheint.

Häufige Fragen zu Taupunkt und Schimmelrisiko

Was ist der Unterschied zwischen Taupunkt und Schimmelgrenztemperatur?

Am Taupunkt erreicht die Luft direkt an der Oberfläche rechnerisch 100 % relative Feuchte; Kondensat kann entstehen. Die im Rechner ausgewiesene 80-%-Temperatur liegt höher und kennzeichnet eine vorsorgliche Schwelle, weil Schimmelwachstum bei länger anhaltend hoher Oberflächenfeuchte bereits ohne sichtbares Tauwasser möglich ist.

Warum ist die Oberflächentemperatur so wichtig?

Die relative Feuchte steigt beim Abkühlen der Luft. Eine kalte Wand, Fensterlaibung oder Wärmebrücke kann deshalb direkt an der Oberfläche sehr feucht sein, obwohl das Hygrometer in der Raummitte einen deutlich niedrigeren Wert zeigt.

Bedeutet ein Wert unter 80 Prozent, dass Schimmel ausgeschlossen ist?

Nein. Das Ergebnis bezieht sich auf den eingegebenen Messpunkt und den Messzeitpunkt. Andere Stellen können kälter sein; außerdem können Durchfeuchtung, Leckagen, Materialeigenschaften und länger zurückliegende Feuchteereignisse eine Rolle spielen.

Warum entsteht Schimmel häufig hinter Schränken?

Große Möbel an Außenwänden können Luftbewegung und Wärmeeintrag zur Wand einschränken. Die Oberfläche kann dadurch kälter und die relative Feuchte direkt an der Wand höher werden. Zusätzlich müssen bauliche Wärmebrücken oder Feuchteeinträge ausgeschlossen werden.

Was bedeutet der Temperaturfaktor fRsi?

Der Faktor beschreibt, wo die gemessene Oberflächentemperatur zwischen Außen- und Innenlufttemperatur liegt. Der hier berechnete Momentanwert dient nur der Orientierung. Ein normativer Wärmebrückennachweis benötigt festgelegte Randbedingungen, ein geeignetes Rechenmodell und die jeweils anzuwendende Ausgabe der technischen Regeln.

Wann sollte eine Fachperson eingeschaltet werden?

Bei sichtbarem Befall, wiederkehrendem Tauwasser, muffigem Geruch, feuchten Bauteilen, gesundheitlichen Beschwerden, größeren Flächen oder unklarer Ursache sollte die Situation fachlich aufgenommen werden. Der Rechner kann weder verdeckten Befall erkennen noch eine Sanierungsfreigabe erteilen.

Fachliche Grundlagen

Rechenverfahren: Näherungsrechnung mit der Magnus-Formel nach Sonntag für den Sättigungsdampfdruck über Wasser. Im typischen Innenraumklima ist sie für eine orientierende Berechnung gut geeignet. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind Taupunkt und Reifpunkt fachlich zu unterscheiden.

Für Fachanwender

Schimmelrisiko professionell beurteilen

Der Rechner liefert Orientierungswerte. Wer Schimmel- und Biostoffbelastungen bei Arbeiten fachlich bewerten und Schutzmaßnahmen ableiten muss, findet hier den passenden Lehrgang.

Keine Bauzustands-, Sanierungs- oder Gesundheitsdiagnose. Für den Einzelfall ist eine fachkundige Prüfung erforderlich.