Gefahrstofflager, die neue TRGS510, 2021

Gefahrstofflager nach TRGS 510

Unsere Umwelt zu schützen, ist ein wichtiges Anliegen der breiten Bevölkerung. Kaum jemand denkt dabei direkt an mögliche Schädigungen durch gefährliche Stoffe. Der konkrete Schutz der Menschen und der Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen wird geregelt in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Die Notwendigkeit von umfangreichen Schutzmaßnahmen und die einheitliche Kennzeichnung und Lagerung von Gefahrstoffen werden in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) vorgegeben. Sie werden geregelt in der TRGS 510, die im Arbeitsschutz eine wichtige Bedeutung hat.

Der Sicherheits- und Brandschutzexperte Donato Muro weist darauf hin, dass die TRGS 510 durch die Veröffentlichung der Überarbeitung am 16.02.2021 in Teilen aktualisiert wurde.

Neu sind zum Beispiel die Ergänzung des Bereithaltens von Gefahrstoffen in größeren Mengen und die Anforderungen an die Zugangsbeschränkung in Industrieparks. Insgesamt sind zwar keine alles verändernde Anpassungen vorgenommen worden, viel mehr wurde Wert auf größere Klarheit und leichtere Verständlichkeit gelegt. Aber bei Änderungen an Ihrem Lager wird für die Gefährdungsbeurteilung seitdem die neue Fassung zugrunde gelegt.

Gerne helfen wir unseren Kunden beim Lagern von Gefahrstoffen und bei der Beachtung der TRGS 510.

Die Hauptbegriffe der TRGS 510

Gefährdung bedeutet die Möglichkeit, räumlich oder zeitlich mit einer Gefahrenquelle aufeinanderzutreffen. Dies gilt zum Beispiel für Menschen, aber auch für die Umwelt als natürliche Lebensgrundlage. Entfaltet die Gefahr ihre Wirkung, so kommt es zu einem Schaden. Im Arbeitsschutz ist das ein arbeitsbedingter Unfall oder eine arbeitsbedingte Gesundheitsbeeinträchtigung, also eine für Arbeitende nachteilige Einwirkung.

Mit Gefahrstoff werden zunächst Stoffe und Gemische bezeichnet, die die Eigenschaft aufweisen, bei der Verwendung oder Herstellung eine schädigende Wirkung auf Menschen oder Natur entfalten zu können. Darüber hinaus werden Gefahrstoffe auf Grundlage ihrer gefährlichen Eigenschaften nach dem weltweit gültigem GHS eingestuft und gekennzeichnet. Dabei steht GHS für „Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“, welches in der EU im Jahr 2008 mit der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) in Kraft gesetzt wurde.

Gefahrstofflager sind nach der TRGS 510 Gebäude, Bereiche oder Räume in Gebäuden oder Bereiche im Freien, in denen Gefahrstoffe gelagert werden sollen, also auch Schränke und Container.

Nach TRGS 510 sind Kleinmengen für die Lagerung die Mengen, die sich maximal unter Beachtung lediglich der allgemeinen Maßnahmen lagern lassen.

Als Kontamination wird im Allgemeinen jede Art der Verschmutzung, Verseuchung und Verunreinigung bezeichnet. Im Zusammenhang mit den Bestimmungen der TRGS 510 ist hier insbesondere eine Verunreinigung durch einen Gefahrstoff gemeint, wie z. B. Rohölaugen auf einer Wasseroberfläche.

Unter gefahrstoffrechtlichen Kennzeichnungen sind angebrachte, vordefinierte einheitliche Hinweise zu verstehen, die gut sichtbar sein müssen und eine schnelle Erkennung der bestehenden Gefahrenlage ermöglichen. Neben den Gefahrstoffen selbst sind auch Gefahrstofflager und gesicherte Bereiche zu kennzeichnen, wie z. B. Bereiche, die ohne Befugnis nicht betreten werden dürfen.

Mit Schutzmaßnahmen im Sinne der TRGS 510 sind die auszuführenden Handlungen gemeint, mit denen die Gesundheitsgefährdungen, die Sicherheitsgefährdungen und die Gefährdungen der Umwelt durch Gefahrstoffe bei der Lagerung beseitigt oder minimiert werden können. Unter anderem sind damit die Lager- und Lagereinrichtungsgestaltung, die Organisation der Arbeitsprozesse, geeignete Arbeitsmittel, aber auch das Bereitstellen von Mitteln zur Gefahrenabwehr, wie beispielsweise Löschdecke oder Feuerlöscher gemeint.

Im STOP-Prinzip wird die Rangfolge von Schutzmaßnahmen nach ihrer Wirksamkeit beschrieben:

STOP+V steht hier für alle 5 Stufen der Maßnahmenhierarchie (Substitution, technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen, PSA, Verhalten).

Substitution
Technische Schutzmaßnahmen
Organisatorische Schutzmaßnahmen
Persönliche Schutzmaßnahmen

Die Substitution, hier beispielsweise der Austausch eines Gefahrstoffs durch einen weniger gefährlichen Stoff, ist die wirksamste Maßnahme. Sinngemäß bedeutet diese im Umgang mit Gefahrstoffen, stets den passenden Stoff mit minimal möglicher Gefährdung auszuwählen.

Abstände im Sinne der Technischen Regel sind dazu gedacht, ein Lager insgesamt vor gefährlicher Außeneinwirkung, wie Stößen oder Erwärmung zu schützen. Abstände schützen aber auch davor, dass Gefahrstoffe untereinander ungewollt zusammenwirken, und vor Personengefährdung bei nicht bestimmungsgemäßem Ablauf. So sollten zum Beispiel ätzende Flüssigkeiten nie zu nah an Arbeitsplätzen gelagert werden, damit bei Undichtigkeiten der Schutz darin besteht, dass die austretende Flüssigkeit aufgrund des Abstands bemerkt werden kann, bevor sie tatsächlich Menschen gefährdet.

Der renommierte Arbeitsschutzexperte Donato Muro erläutert den Begriff des Gefahrstofflagers für den Arbeitsalltag noch einmal praktikabler als den Ort, den Sie für die Lagerung Ihrer Gefahrstoffe nicht nur ausgewählt, sondern auch entsprechend der TRGS 510 vorbereitet haben. In der Praxis wird ein Ort nicht durch das Anbringen eines Türschildes zum Gefahrstofflager, sondern erst dadurch, dass alle Sicherheitsregeln auch tatsächlich eingehalten werden und nur eingewiesene Personen Zugang haben. Wichtig ist, dass das Lager angemessen sein muss für die zu lagernden Stoffe.

Gefährdungsbeurteilung

Arbeitgeber haben die Pflicht, zu beurteilen, inwieweit aus der Lagerung von Gefahrstoffen Gefährdungen für Menschen entstehen können. Diese können sich ergeben aus den Stoffeigenschaften, den gelagerten Mengen, den Lagerungsarten, der Zusammenlagerung von Gefahrstoffen, Tätigkeiten während der Lagerung, aber auch aus Lagerdauer und Beschaffenheit der Gefahrstofflager.

Dabei müssen Arbeitgeber auch alle Tätigkeiten berücksichtigen beim Ein- und Auslagern, beim Transport innerhalb des Lagers und beim Beseitigen unbeabsichtigt freigesetzter Gefahrstoffe. Es stellen sich zum Beispiel Fragen, wie, ob sich eine ätzende Flüssigkeit, die aus einem undichten Gefäß ausläuft, wieder aufnehmen lässt, ohne dass Mitarbeiter dabei giftige oder reizende Gase, Dämpfe oder Ausdünstungen einatmen. Entsprechende Schutzmasken müssen für solche Fälle bereitstehen, wenn sie nicht schon ohnehin beim Abfüllen der Stoffe erforderlich sind.

Allgemeine Schutzmaßnahmen für die Lagerung von Gefahrstoffen

Je nach den Beschaffenheiten des Lagergutes regelt die TRGS 510 die notwendigen Schutzmaßnahmen sehr explizit. Das gilt besonders für größere Mengen. Soweit Sie hier noch nicht über ausreichend Erfahrungen verfügen, kann fachkundiger Rat Ihnen hier deutlich weiterhelfen.

Gerne stellen wir unseren Kunden die Expertise des langjährigen Arbeitsschutzfachmanns Donato Muro bereit und unterstützen sie in allen Praxisfragen zur Beachtung der TRGS 510.

Allgemein gilt, dass Gefahrstoffbehälter verschlossen, geeignet und so beschaffen sein müssen, dass ungewollt kein Inhalt entweichen kann. Es sollen stets die Originalbehälter verwendet werden. Bei Verwendung anderer Behältnisse müssen diese dieselben Eigenschaften aufweisen, wie die Originale. Es muss permanent die Identifizierbarkeit gewährleistet werden. Gefahrstoffe und Gemische sind daher mit entsprechenden Kennzeichnungen zu versehen. Lebensmittelverpackungen dürfen wegen möglicher Verwechslungsgefahr nicht für Gefahrstoffe verwendet werden.

Zugangsbeschränkung für besondere Gefahrstoffe

Akut toxische, krebserzeugende, keimzellmutagene und spezifisch zielorgantoxische Gefahrstoffe müssen unter Verschluss gelagert werden oder so, dass ausschließlich befugte und zuverlässige Personen Zugang haben.

Die TRGS 510 regelt auch besondere Maßnahmen für den Brandschutz. Dazu werden insbesondere Lagermengen angeben, bei deren Überschreitung je Brandabschnitt besondere Brandschutzmaßnahmen angewendet werden müssen. Beispielsweise bei entzündbaren Gasen müssen die Maßnahmen ab einer Lagermenge von über 200 kg ergriffen werden. Bei entzündbaren Flüssigkeiten liegt dieser Grenzwert je nach Kategorie bei 200 kg oder bei 1.000 kg.

Die richtige Lagerorganisation

Der Arbeitgeber muss befugte Personen benennen und regelmäßig schulen und darf nur ihnen Zugang zu Gefahrstoffen ermöglichen. Gefahrstoffe müssen im Lager übersichtlich, geordnet und zugänglich sein. Es muss stets eine Notfallausrüstung vorhanden sein, mit der unbeabsichtigt freigesetzte Gefahrstoffe beseitigt werden können. Notwendige Instandsetzungen des Lagers müssen stets unverzüglich erledigt werden. In Gefahrstofflagern herrscht grundsätzlich Rauchverbot, ganz im Sinne des Brandschutzes, und der Konsum von Nahrungs- und Genussmitteln ist in Gefahrstofflagern grundsätzlich nicht erlaubt.

Der Arbeitsschutzexperte Donato Muro weist darauf hin, dass auch das Kauen eines Kaugummis, das Lutschen eines Bonbons und auch Trinken in Gefahrstofflagern und im Umgang mit Gefahrstoffen nicht erlaubt sind. Wer zum Beispiel etwas trinken möchte, ist angewiesen, den Bereich des Lagers zu verlassen.

Regeln für Zusammenlagerung, Getrenntlagerung und Separatlagerung

Auf der einen Seite kann es Sinn ergeben, alle gefährlichen Stoffe zentral in entsprechend ausgewiesenen und geschützten Gefahrstofflagern bereitzuhalten. Auf der anderen Seite gilt es, genau abzuwägen, welcher Stoff wird in welchem Prozess, in welcher Menge und an welchem Ort genau benötigt und welche befugten Personen dürfen mit diesen hantieren. Je nach Betriebsabläufen und Brandschutzkonzepten kann es dann sogar sicherer sein, für bestimmte Stoffe jeweils eigene Lager zu errichten.

Wichtigkeit der TRGS 510

Mit seinen weitreichenden Praxiserfahrungen möchte Donato Muro dringend anraten, die Bestimmungen der TRGS 510 genauestens zu prüfen und einzuhalten. So lassen sich nicht nur Mensch und Natur schützen, sondern auch Ordnungswidrigkeiten und Straftaten verhindern. Das fahrlässige oder absichtliche Verkippen von Lösungsmitteln etwa und eine damit hervorgerufene Gefährdung kann neben arbeitsrechtlichen Maßnahmen auch eine Ahndung als Ordnungswidrigkeit oder sogar Straftat zur Folge haben.

Wissenswertes über die Löschwasserrückhaltung

Wissenswertes über die Löschwasserrückhaltung

Allgemeine Fakten zur Löschwasserrückhaltung

Löschwasserrückhaltung beschreibt bauliche Einrichtungen, die dazu dienen, im Brandfall anfallende Löschmittel aufzufangen, um diese nicht in nahegelegene Gewässer oder das Grundwasser gelangen zu lassen.
Von 1992 bis zum 01.01.2020 galt in Deutschland die Löschwasser-Rückhalte-Richtlinie (LöRüRL). Sie diente als technische Grundlage bei der Berechnung von Löschwasserrückhaltevolumina von Lagerstätten. Der Hintergrund zur Einführung der LöRüRL was das Brandereignis in Schweizerhall im Jahre 1986, bei dem eine Lagerhalle des heute bekannten Chemiekonzerns Novartis abbrannte. Nach diesem Brand geriet mit Pflanzenschutzmitteln verunreinigtes Löschmittel in den nahegelegenen Rhein, was ein extremes Fischsterben zur Folge hatte. Mithilfe der LöRüRL war es nun möglich, eine Löschwasserrückhaltung für sämtliche Lagerstätten, die mit wassergefährdenden Stoffen umgehen, zu berechnen.
Allerdings ist am 01.08.2017 die AwSV in Kraft getreten, weshalb seit diesem Zeitpunkt über die Abschaffung der LöRüRL diskutiert wurde, da diese nur für Lagerstätten, jedoch nicht für Anlagen, die mit wassergefährdenden Stoffen hantieren, gilt. In der AwSV gab es darüber hinaus einen Entwurf eines Anhangs, der zur Berechnung von Löschwasserrückhaltevolumina dienen sollte.

Bedingungen zur Löschwasserrückhaltung

Welche Unternehmen und Anlagenbetreiber von wassergefährdenden Stoffen eine Löschwasserrückhaltung einrichten müssen oder nicht, wird in jedem Einzelfall individuell von den zuständigen Wasserbehörden geprüft und entschieden. Wenn diese jedoch gebaut werden muss, wird von zuständigen Baurechtsbehörden entschieden, wie groß das Volumen der jeweiligen Löschwasserrückhaltung zu sein hat.


Allgemein gültige Richtlinien zur Orientierung gibt es jedoch. Diese richten sich nach der Menge und der Wassergefährdungsklasse des jeweilig gelagerten Stoffes. Werden folgende Mengen überschritten, so wird eine Löschwasserrückhaltung (LöRü) unumgänglich:
Eine Tonne eines Stoffes der Wassergefährdungsklasse 3 oder
Zehn Tonnen eines Stoffes der Wassergefährdungsklasse 2 oder
100 Tonnen eines Stoffes der Wassergefährdungsklasse 1
Gleichzeitig gilt bei Lagerung verschiedener Stoffe, dass die Summe der gelagerten Mengen nicht die zulässige Gesamtmasse überschreiten darf. Hierbei entspricht 1 Tonne von WGK3-Stoffen genau 10 Tonnen WGK2-Stoffen und 1 Tonne von WGK2-Stoffen genau 10 Tonnen WGK3-Stoffen. Sind die Lagermengen kleiner als die oben beschriebenen, so wird lediglich eine Empfehlung ausgesprochen, von einer Verpflichtung kann nicht ausgegangen werden.
Werden in einem Unternehmen lediglich nicht brennbare Stoffe gelagert, die sich in nicht brennbaren Behältern befinden, muss keine LöRü gebaut werden. Weiterhin kann darauf auch verzichtet werden, sofern Löschmittel wie CO2- oder Inertgas verwendet werden. Generell muss die bauliche Anlage auch aus nicht brennbaren Werkstoffen bestehen.
Dennoch werden keine allgemeingültigen Regelungen zur Berechnung von LöRü-Volumina ausgesprochen. Diese werden wie bereits erwähnt im Einzelfall geprüft und berechnet.

Praktische Hilfe

Grundsätzlich wurde die LöRüRL außer Kraft gesetzt und aus der MTVB (Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen) entfernt. Dennoch kann sie weiterhin als Berechnungsgrundlage genutzt werden. Hierbei sollte jedoch eine Absprache mit der jeweilig zuständigen Behörde erfolgen. Aus einem Auszug der LöRüRL des Landes Baden-Württemberg folgt, dass bei der Lagerung von Stoffen der Wassergefährdungsklasse 1 das gesamte Löschwasser zurückgehalten werden muss. Bei Stoffen der WGK 2 werden 50% und bei Stoffen der WGK3 sogar 100% als Sicherheitszuschlag gefordert.
Neben der LöRüRL kann auch der VCI-Leitfaden herangezogen werden. Dieser wurde von Experten von Feuerwehr und Gewässerschutz der Chemie-Industrie entwickelt. Darin wird eine Kalkulation von Risiken der Maßnahmen zur Rückhaltung von Löschwasser im Vorhinein empfohlen, woran sich letztendlich die Berechnung der nötigen Volumina anschließt. In diesem Leitfaden werden auch sämtliche Forderungen, die in der AwSV verankert sind, eingehalten.

Nähere Informationen zum VCI-Leitfaden

Der VCI-Leitfaden dient der Vereinheitlichung von Regelungen zur Rückhaltung von Löschwasser. Durch die Zusammenarbeit von Werkfeuerwehren, dem Gewässerschutz und der chemischen Industrie wurden sowohl feuerwehrtechnische als auch umwelttechnische Aspekte berücksichtigt. Das Ziel des Leitfadens ist die Minimierung und die Verhinderung der Ausbreitung von kontaminierten Löschmitteln. Somit kann der Gewässerschutz aufrecht erhalten bleiben, indem keine wassergefährdenden Stoffe in die Gewässer bzw. das Grundwasser gelangen. Wie genau die geforderten baulichen Maßnahmen ausgeführt werden müssen, wird aufgrund einer Risikobewertung berechnet. Das Volumen der Löschmittel, das zurückgehalten werden muss, wird mithilfe einfacher Methoden abgeschätzt. Darüber hinaus wird der VCI-Leitfaden ergänzend zum Brandschutzkonzept dargestellt.
Anwendung findet der Leitfaden vor allem in Bereichen der chemischen Industrie und in sonstigen Anlagen, die zum Lagern oder Umschlagen von wassergefährdenden Stoffen dienen. Besonders dort, wo entweder durch einen Brandfall und die damit einhergehende Kontamination von Löschmitteln Gewässer gefährdet sein können oder auch dort, wo den Löschmitteln wassergefährdende Additive zugesetzt werden, gilt dieser Leitfaden. Allgemein gehören zu den Stoffen, die eine Rückhaltung von Löschwasser unumgänglich machen, beispielsweise radioaktive Stoffe, Sprengstoffe, Peroxide, ammoniumnitrathaltige Verbindungen, Medikamente sowie Pflanzenschutzmittel. Eine Rückhaltung ist hingegen nicht notwendig, wenn ausschließlich nicht brennbare Stoffe gelagert werden oder im Brandfall mit CO2-Anlagen oder Inertgas gelöscht wird.

Weitere Informationen

Da dieses Themengebiet sehr schnell sehr unübersichtlich werden kann, können Fragen resultieren. Sollten bei Ihnen etwaige Fragen aufgekommen sein, sei es in Bezug auf die Planung oder die Prüfung ihrer Anlage, oder auch bei rechtlichen Fragen zur Löschwasserrückhaltung, so kann Ihnen das Team von Donato Muro mit behilflich sein. Eine kompetente Beratung und die Prüfung inklusive der Abnahme gemäß AwSV wird garantiert.

Weitere Artikel mit dem Thema:

Artikel: AwSV – Alles zur Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
Artikel: Wassergefährdungsklassen und Einstufungen in der AwSV

AwSV – Alles zur Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

AwSV – Alles zur Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Allgemeines zur AwSV

Die AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) wurde ins Leben gerufen, um einen verbesserten Schutz von Böden und Gewässern zu gewährleisten. Sie gilt seit dem 01.08.2017 und ist juristisch reguliert durch § 62 Absatz 4 des Wasserhaushaltsgesetzes. Bevor die bundesweit geltende AwSV galt, wurden sämtliche ihr innewohnende Sachverhalte durch die VaWS (Verordnung zur Bestimmung von Wassergefährdungsklassen) reguliert. Durch die bundesweite Wirksamkeit der AwSV verfügen die einzelnen Bundesländer über keinen Handlungsspielraum mehr. Die einzigen, auf Landesebene stattfindenden, Regelungen umfassen die Genehmigung von Anlagen oder die Überwachung und Einhaltung der Verordnung.
Die Verbesserung des Schutzes von Böden und Gewässern dient auf direktem Wege auch der Aufrechterhaltung der Gesundheit der Menschen und dem Umweltschutz. Gesundheitsgefährdende Stoffe, die auch wassergefährdend sind, gelangen bei Einhaltung der AwSV nicht in die Umwelt und können somit nicht von Menschen und Tieren aufgenommen werden.

Inhalt und Regulationen der AwSV

Allgemein lässt sich die AwSV in einen stoffbezogenen und einen anlagenbezogenen Teil gliedern. Der stoffbezogene Teil reguliert die Kategorisierung von Stoffen und deren Gemische, wohingegen der anlagenbezogene Teil die Anforderungen an Anlagen darstellt, die mit den im stoffbezogenen Teil regulierten Stoffen in Kontakt treten. Weiterhin lassen sich „wassergefährdende Stoffe“ und „Anlagen“ genauer definieren.
Wassergefährdende Stoffe sind nach § 2 Absatz 2 der AwSV folgende: „Feste, flüssige und gasförmige Stoffe und Gemische, die geeignet sind, dauernd oder in einem nicht nur unerheblichen Ausmaß nachteilige Veränderungen der Wasserbeschaffenheit herbeizuführen, und die … als wassergefährdend eingestuft sind oder als wassergefährdend gelten.“
Anlagen sind nach § 2 Absatz 9 der AwSV folgende: „Selbständige und ortsfeste oder ortsfest benutzte Einheiten, in denen wassergefährdende Stoffe gelagert, abgefüllt, umgeschlagen, hergestellt, behandelt oder im Bereich der gewerblichen Wirtschaft oder im Bereich öffentlicher Einrichtungen verwendet werden.“ Anlagen können darüber hinaus auch aus mehreren Anlagenteilen bestehen.

Anwendungsgebiete der AwSV

Generell gilt die AwSV für alle Anlagen, die in Kontakt mit wassergefährdenden Stoffen stehen. Beispiele hierfür sind Heizöltanks, Tankstellen oder Biogasanlagen. Allerdings gilt die Verordnung nicht für Anlagen, die zur Entsorgung von Abwasser vorgesehen sind. Dennoch existieren hierbei auch Ausnahmen. Eine solche Ausnahme tritt in Kraft, sofern sich Anlagen außerhalb von Überschwemmungs- und Wasserschutzgebieten befinden. Dabei dürfen ein Volumen von 220 Litern flüssiger Stoffe oder eine Masse von 200 kg gasförmiger/ fester Stoffe nicht überschritten werden. Werden diese Anforderungen erfüllt, sind diese Anlagen von der AwSV ausgenommen. Eine weitere Ausnahme stellen Anlagen dar, die beispielsweise zur Kompostierung in Privathaushalten dienen. Diese dürfen ein Volumen von 1250 Litern nicht überschreiten, um von der AwSV ausgenommen zu sein.

Dokumentation von Anlagen

Zur Inbetriebnahme von AwSV-Anlagen ist es nötig, eine Dokumentation der jeweiligen Anlage anzufertigen. Diese Dokumentation muss Auskunft darüber geben, welche Maße die Anlage hat, welche Stoffe in der Anlage verarbeitet werden, welche Werkstoffe zum Bau der Anlage verwendet wurden und welche Schutzvorkehrungen getroffen wurden. Darüber hinaus sollte auch die Standsicherheit dargestellt werden.
Bei Anlagen, die einer weitergehenden Prüfung bedürfen (Biogasanlagen, Tankstellen, Raffinerien etc.) werden zusätzliche Dokumentationsunterlagen gefordert, die die Prüfung, Wartung und Instandhaltung der Anlage beschreiben. Auf diese Unterlagen sollte stets Zugriff herrschen. Wird eine Anlage einem neuen Betreiber übergeben, so müssen auch diese Unterlagen dem neuen Betreiber zugänglich gemacht werden.
Sollte eine Anlage mit der Gefährdungsstufe B in Betrieb genommen werden, so muss zusätzlich zur normalen Dokumentation auch eine Betriebsanleitung angefertigt werden und allen Personen, die mit der Anlage arbeiten, zur Verfügung stehen. Darüber hinaus müssen auch in regelmäßigen Abständen Unterweisungen erfolgen. Dies dient dem Arbeitsschutz.
Generell empfiehlt es sich, alle Informationen aus sämtlichen Dokumentationen zusammenzufassen, da alle notwendigen Informationen auf Anfrage von Behörden oder Sachverständigen unverzüglich vorzuzeigen sind. Ob und inwiefern eine Anlage einer Prüfung bedarf, wird in den §§ 46-48 der AwSV dargestellt.

Wassergefährdungsklassen

Untergliedert werden wassergefährdende Stoffe innerhalb der AwSV in drei verschiedene Wassergefährdungsklassen.
Hierbei steht die erste Wassergefährdungsklasse für „schwach wassergefährdende“ Stoffe. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise Aceton oder Isopropanol.
In der zweiten Wassergefährdungsklasse werden „wassergefährdende“ und „deutlich wassergefährdende“ Stoffe reguliert. Hierunter fallen beispielsweise Dichlormethan und Flusssäure.
Chloroform oder Kupfer-II-Sulfat werden in der Kategorie der „stark wassergefährdenden“ Stoffe reguliert.
Weiterhin existieren zwei Kategorien – die der „nicht wassergefährdenden“ Stoffe und die der „allgemein wassergefährdenen“ Stoffe. In die Kategorie der nicht wassergefährdenden Stoffe fallen z.B. Altpapier oder Verpackungskunststoffe, wohingegen Stoffe, deren Kategorisierung schwierig ist, da sie aus mehreren verschiedenen Stoffen bestehen, unter die Kategorie der allgemein wassergefährdenden Stoffe fallen. Hierzu zählen z.B. Gülle, Gärsubstrate oder andere Stoffgemische, die nicht aufwandslos voneinander trennbar sind. Artikel: Wassergefährdungsklassen und Einstufungen in der AwSV

Löschwasserrückhaltung

Im Brandfall können durch die erhöhten Temperaturen und damit einhergehenden chemischen Reaktionen weitaus giftigere und gefährlichere Stoffe entstehen als die bereits wassergefährdenden Stoffe. Deshalb ist es notwendig (§20 AwSV), dass alle Anlagen so geplant und betrieben werden, dass alle im Brandfall anfallenden Lösch- und Verbrennungsprodukte zurückgehalten werden.
Grundsätzlich wird keine Löschwasserrückhaltung beötigt, wenn die AwSV-Anlagen ausnahmslos mit nicht brennbaren Stoffen umgehen, die in nicht brennbaren Behältern bzw. Verpackungen befindlich sind. Die bauliche Anlage darf nur aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Weiterhin kann auf eine Löschmittelrückhaltung verzichtet werden, wenn Sonderlöschmittel Einsatz finden wie z.B. CO₂- oder Inertgas-Löschanlagen.
Je nach Wassergefährdungsklasse werden verschiedene Anforderungen an die Löschwasserrückhaltung gestellt. Diese sind unter anderem aus der Löschwasser-Rückhalte-Richtlinie zu entnehmen. Dennoch gibt es für AwSV-Anlagen keine allgemeinen Regelungen zur Berechnung von erforderlichen Mengen der Löschwasserrückhaltung. Diese werden stets in jedem Einzelfall berechnet.

Weitere Informationen

Bei weiteren Fragen in Bezug auf die Planung oder Prüfung ihrer Anlage steht Ihnen das Team von Donato Muro mit Rat und Tat zur Seite. Eine kompetente Beratung inklusive der Prüfung und Abnahme gemäß AwSV wird garantiert.

Weitere Artikel zu dem Thema:
Artikel: Wassergefährdungsklassen und Einstufungen in der AwSV
Artikel: Wissenswertes über die Löschwasserrückhaltung

Wie funktioniert eine Atombombe?

Wie funktioniert eine Atombombe?
Am 6. August 1945 wurde in Japan über Hiroshima die Atomwaffe Little Boy abgeworfen. Drei Tage später warf das US-Militär über Nagasaki die Atomwaffe Fat Man ab, was zu verheerenden Folgen führte. Mehrere tausend Menschen fanden durch diese Atombomben sofort den Tod. Viele weitere sind an den Folgen der Atombomben innerhalb kurzer Zeit gestorben. Dies sind die beiden einzigen Atombomben, die für militärische Zwecke eingesetzt wurden. Man hat gesehen, welch katastrophalen Auswirkungen folgen, wenn Atomwaffen im Krieg genutzt werden. Und trotzdem bleibt eine bittere Wahrheit: Die Gefahr, dass Atomwaffen in der Gegenwart oder nahen Zukunft eingesetzt werden könnten, ist groß. In diesem Beitrag wollen wir die Atomwaffe näher beleuchten und klären, ob man einen nuklearen Angriff überleben kann.

Artikel: Wie könnte man eine Atombombe überleben? Artikel: Diese Dinge sollten Sie für den Notfall stets zuhause haben

Die Atomwaffe: Eine Gefahr für die Menschheit

Viele Wissenschaftler und Politiker befürchten, dass Atomwaffen von terroristischen Gruppen eingesetzt werden könnten. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ließ die US-Regierung sogar einen Aktionsplan mit einer Reihe von Ratschlägen erstellen, die sowohl Fachleuten als auch der Bevölkerung helfen sollten, einen Atomangriff zu überleben. Hierzu aber später mehr. Und tatsächlich: Konflikte zwischen Pakistan und Indien oder der USA und Russland geben immer wieder Anlass zur Frage: Wird es einen Atomkrieg geben? Und falls ja: Weshalb sind Atombomben so gefährlich?

Die nukleare Explosion

Da Kernwaffen Energien von mehreren zehn Millionen Tonnen TNT freisetzen können, sind sie hochkomplexe Todesgeräte. Es gibt zwei Haupttypen von Kernwaffen. Die Funktionsweise von Atombomben ist – wissenschaftlich gesehen – relativ einfach. Im Gegensatz dazu sind Wasserstoffbomben überaus komplexe Geräte, deren Herstellungsgeheimnisse streng gehütet werden. Alle modernen Atomwaffen sind Fusionswaffen. Aber wie funktioniert eine Atombombe?

Die erste Phase einer Atomexplosion beginnt mit der Detonation der chemischen Sprengstoffe, die den Kern umgeben. Der Kern erreicht einen sogenannten überkritischen Zustand. Dies ermöglicht den Start der Spaltungsreaktion. Eine Neutronenquelle injiziert sodann einen Teilchenstrom. Das erleichtert den Start. Anschließend beginnt die nukleare Phase.

Bei einer Atombombe dauert die Reaktion eine Millionstel Sekunde und setzt eine massive Menge an elektromagnetischer Strahlung frei. Die Temperatur erreicht innerhalb kürzester Zeit mehrere zehn Millionen Grad. Der Druck steigt auf das Millionenfache des Atmosphärendrucks. Die Energie des Feuerballs wird in ultraviolette und elektromagnetische Strahlung umgewandelt. Es folgt der Blaseffekt, der mit einer Schockwelle im Kern des Feuerballs beginnt und sich dann mit Überschallgeschwindigkeit ausbreitet. Das durch die Explosion erzeugte Vakuum zieht Luft, Staub und Trümmer von der Oberfläche an: Die Form des Ganzen ähnelt – wie bei jeder großen Explosion – einem großen Pilz.

Deshalb sind Atomwaffen so gefährlich

Man sollte vor allem beachten, dass es eine fatale Illusion ist, zu glauben, dass man einen Atomangriff überleben kann, wenn man sich in der Explosionszone befindet. Zur Veranschaulichung nehmen wir das Beispiel der Hiroshima-Bombe. Die Temperatur im Bombenzentrum stieg auf 300.000 °C an. Das entspricht etwa dem 250-fachen der Temperatur, die es braucht, um einen Menschen zu verbrennen. Alle Bewohner in Stadt- oder Dorfvierteln dieses Zentrums würden unmittelbar nach dem Einschlag einer Atombombe verbrennen. Hier sei noch angemerkt, dass die Atomwaffe, die in Hiroshima eingesetzt wurde, im Vergleich zu den Atomwaffen, die heute existieren, sehr klein war. Ein weiteres Problem ist die Radioaktivität, die mit dem Abwurf einer Atombombe einhergeht.

Wie wirkt Radioaktivität?

Wenn der Mensch der Einwirkung ionisierender Strahlung ausgesetzt ist, können induzierte biologische Phänomene zu mehr oder weniger starken Schädigungen von Körperzellen führen. Das Ausmaß der durch ionisierende Strahlung erzeugten Schäden hängt von der Art der Strahlung, ihrer Energie und der Empfindlichkeit der betroffenen Gewebe und Organe ab.

Wie wird die Strahlung gemessen? Das Sievert (Sv) ist die Einheit zur Messung der von menschlichem Gewebe aufgenommenen Strahlendosis. Dabei entspricht 1 Sievert 1.000 Millisievert (mSv). Bei einem Atomunfall kann die Strahlenbelastung von Personen, die mit dem Reaktor in Kontakt kommen, mehrere Sievert betragen. Bei den Arbeitern in Tschernobyl waren dies beispielsweise 6 Sv. Die Arbeiter starben innerhalb eines Monats nach der Katastrophe. In Fukushima wurden Berichten zufolge in der Nähe der Reaktoren Dosen von 30 bis 400 mSv gemessen.

Hohe Strahlung

Bei mehr als 1 Sv erfolgen die ersten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen. Nach einigen Tagen folgen dann Durchfall oder Blutungen. Alle diese Auswirkungen sind hauptsächlich auf den Zelltod zurückzuführen. Denn die Strahlung verursacht Hautverbrennungen, zerstört das zentrale Nervensystem, die Zellen des Knochenmarks und die Zellen der Verdauungswand. Als Folge dessen bricht das Immunsystem endgültig zusammen. Ohne Behandlung stirbt ein Mensch nach einer Ganzkörperbestrahlung von 6 Sv den sicheren Tod. Bei einer Bestrahlung von 4 und 4,5 Sv stirbt die Hälfte der Menschen.

Mittlere Strahlung

Bei einer mittleren Bestrahlung sind die betroffenen Zellen sind nicht so stark betroffen, dass sie dem Zelltod verfallen. Diese Zellen überleben mit Schäden an der DNA. Die DNA-Schäden können zur Entwicklung von Krebs führen, der einige Jahre oder Jahrzehnte nach der Exposition ausbricht. Nach der Katastrophe in Tschernobyl trat bei Kindern, die der Strahlung ausgesetzt waren, nach fünf Jahren Schilddrüsenkrebs auf. Blutkrebs wie Leukämie trat ebenfalls nach einigen Jahren auf. Lungen- und Hautkrebs können nach 20 bis 40 Jahren auftreten.

Übrigens: Von 0,3 bis 2 Sievert ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, reiner Zufall. Je höher die Dosis, desto größer ist das Risiko, an Krebs zu erkranken. Aber es ist eben nicht sicher. Was das erbliche Risiko über eine Veränderung der Spermien oder Eizellen betrifft, so konnte bis heute nichts wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Was auch interessant ist: Schilddrüsenkrebs hingegen kann man nach einem Atomangriff vermeiden, indem man so schnell wie möglich (innerhalb einer halben Stunde nach der Strahlen-Exposition) Jodtabletten schluckt. Dadurch wird die Schilddrüse mit Jod gesättigt, sodass sich das radioaktive Jod nicht mehr an der Drüse festsetzen kann. Man kann diesem Risiko auch vorbeugen, indem man jodiertes Salz isst.

Wie überlebt man einen Atomangriff?

Es ist dennoch möglich, eine Atomexplosion zu überleben. Voraussetzung hierfür ist, dass man sich maximal in dem Gebiet befindet, das „nur“ von der Explosionswucht betroffen ist. Das erste, was man tun sollte, ist, sich in das Innere eines festen Gebäudes zu begeben. Denn die Druckwelle der Explosion braucht nur wenige Sekunden, um mehrere Kilometer weit auszuströmen.

Wenn Betroffene sich dann in der Mitte eines Gebäudes oder sogar im Keller aufhalten, sind sie vor der Hitze und vor Gegenständen geschützt, die durch die Explosion weggeschleudert werden könnten.

Wenn die Explosion in Bodennähe stattfindet, werden Tausende Tonnen von Trümmern in die Atmosphäre geschleudert. Staubpartikel, an denen sich parallel erzeugte instabile Atome anlagern, bilden den sogenannten radioaktiven Fallout des nuklearen Angriffs. Diese Substanzen werden von den Winden manchmal Dutzende Kilometer weit getragen und können zum Tod führen. Sie können auch Verbrennungen und Übelkeit verursachen und längerfristig zu Krebs führen. Um sich vor diesen Winden zu schützen, empfehlen die Experten auch hier, sich in das Innere eines Gebäudes zu flüchten. Eine Mauer aus Stahl, Beton oder sogar verdichteter Erde einen echten Schutz.

Der radioaktive Niederschlag verliert nach einer Stunde 50 % seiner gefährlichen Substanz. Nach 24 Stunden sind es sogar 80 %. Man sollte ebenso beachten, dass man nach einer Atomexplosion etwa nur 15 Minuten Zeit hat, um einen Unterschlupf zu finden, der einem vor dem Fallout schützt. Wer das in dieser Zeit nicht schafft, muss, nachdem er einen Unterschlupf gefunden hat, Kleidung und Schuhe ausziehen. Außerdem müssen alle Körperpartien, die dem Regen ausgesetzt waren, gründlich gewaschen werden.

Das Strom- und Mobilfunknetz sowie das Internet würden nach einem Atomangriff unmittelbar versagen. Um auf dem Laufenden zu bleiben, sollten Survival-Künstler immer ein Radio griffbereit haben.

Wassergefährdungsklassen und Einstufungen in der AwSV

Die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) untergliedert drei Wassergefährdungsklassen:

  • Die erste Wassergefährdungsklasse steht für: „schwach wassergefährdend“. Hierunter fallen z.B. Stoffe wie Isopropanol oder Aceton.
  • Die zweite Wassergefährdungsklasse beinhaltet wassergefährdende und deutlich wassergefährdende Stoffe wie z.B. Dichlormethan oder Flusssäure.
  • Stark wassergefährdende Stoffe, wie z.B. Chloroform oder Kupfer-II-Sulfat fallen unter die dritte Wassergefährdungsklasse.

Der ganze Artikel zu: AwSV – Alles zur Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Darüber hinaus gibt es noch die beiden Einstufungen „nicht wassergefährdend“, worunter beispielsweise Altpapier oder Verpackungskunststoffe fallen, und „allgemein wassergefährdend“. Letzteres beinhaltet Stoffe, bei denen die Kategorisierung schwierig ist, wie z.B. Altholz, Gülle, Gärsubstrate etc., da hierbei diverse Stoffgemische vorliegen, die nicht ohne weiteres voneinander trennbar sind und in ihrer Wassergefährdung unterschiedlich sind.

Der Geltungsbereich der AwSV umfasst alle Anlagen, die mit wassergefährdenden Stoffen umgehen. Hierunter fallen z.B. Tankstellen, Raffinerien oder auch Biogasanlagen. Eine Ausnahme stellen hierbei Anlagen dar, die sich außerhalb von Überschwemmungs- und Schutzgebieten befinden, da in diesem Falle Anlagen mit einem Volumen von 220 Litern flüssigen Stoffen oder 200 kg gasförmigen oder festen Stoffen von dieser Verordnung ausgenommen sind.

Allgemein gilt für alle AwSV-Anlagen die Forderung einer Anlagendokumentation. Diese muss über den Aufbau und die Abgrenzungen inklusive der verwendeten Werkstoffe der Anlage hinweisen, einen Nachweis über Sicherheitsvorkehrungen beinhalten, Standsicherheit und eingesetzte Stoffe innerhalb der Anlage darlegen.

Sollten Sie mit der Planung, Umsetzung oder Prüfung ihrer Anlage Probleme haben, so kann Ihnen das Team um Donato Muro in jedem Fall behilflich sein. Eine kompetente Beratung inklusive der Prüfung nach der AwSV wird garantiert.

Weitere Artikel zum Thema:
Artikel: AwSV – Alles zur Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
Artikel: Wissenswertes über die Löschwasserrückhaltung

Schimmelpilz am Arbeitsplatz, was tun?

Schimmelpilz am Arbeitsplatz, was tun? Schimmel kann am Arbeitsplatz an allen Stellen entstehen, wo das Raumklima eine hohe Luftfeuchtigkeit hat oder in einzelnen Arbeitsbereichen, die von erhöhter Feuchtigkeit betroffen sind. Eine besondere Anfälligkeit für Schimmelbildung entsteht vor allem dort, wo während der Arbeit stets Wasser zum Einsatz kommt, beispielsweise in der Gastronomie. Ein erhöhtes Schimmelrisiko wird aber auch durch Eigenschaften von Gebäuden begünstigt. Wenn Schimmelpilz einmal entstanden ist, sind passende Maßnahmen zur Gewährleistung des Arbeitsschutzes notwendig.

DOWNLOAD: DGUV Information 201-028 – Handlungsanleitung Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung

Wir analysieren und beraten bei Schimmelpilzbefall – unter Leistungen.

Schimmel lebt von Feuchtigkeit sowie organischen Flächen

Dass sich Schimmelpilzsporen über die Luft verbreiten ist die Regel, also nichts Besonderes. Dies ist erst einmal unproblematisch. Ein Problem entsteht dann, wenn Schimmelpilzsporen günstige Gelegenheiten für die Entstehung von Schimmelpilz finden. Feuchte organische Flächen sind für sie ein optimaler Nährboden. Darunter fallen zum Beispiel sämtliche Holzgegenstände, die keine Behandlung gegen Schimmelpilzentstehung bekommen haben. Zudem kann der Pilz auf Stoff- und Papierflächen bestens gedeihen. Er nutzt sogar Organismen im Staub zum Wachstum.

Schimmelpilz in der Tapete der Arbeitsstätte

Der Schimmel entsteht gern auf Zellulosetapeten, zum Beispiel Vliestapeten oder Raufasertapeten, welche aus Zellulose- sowie Textilfasern hergestellt werden. Eingelagerte Dokumente und Akten sind bei entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit auch eine Wohlfühloase für Schimmelpilze.

In manchen Fällen besteht ein sehr hohes Schimmelrisiko

Hohe Luftfeuchtigkeit bildet außer organischen Untergründen noch eine Basis für Schimmelpilzwachstum. Laut der Verbraucherzentrale und weiteren Quellen gedeihen Schimmelpilzsporen bei über 60 bis 70 Prozent.

In bestimmten Branchen liegt die Arbeitsplatzluftfeuchtigkeit eher bei diesen Werten als anderswo. Die Gastronomie ist ein Beispiel, denn an diesen Arbeitsplätzen wird Wasser zum Kochen und Dünsten verwendet. Auch bei Lebensmittelherstellern oder in Handwerksbetrieben, die feuchten Putz verarbeiten, ist das Schimmelrisiko höher.

Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze verliert Feuchtigkeit. Bei Menschen ist es ein Schweißverlust von rund einem halben Liter pro Tag, auch bei körperlicher Untätigkeit und ohne sichtbaren Schweißausfluss. Wenn die Arbeit körperlich schwer ist, steigt diese Menge auf mehrere Liter am Tag an. Sobald sich einige Menschen innerhalb eines Raumes versammeln, in welchem die Feuchtigkeit kaum entweicht, kann die durchaus zum Problem werden.

Der Arbeitsplatz kann risikobehaftet sein.

Wenn eine Arbeitsstätte nicht oder schlecht gedämmt ist, kann dies zur Schimmelbildung führen. Ein Risiko hierfür entsteht durch Wärmebrücken, das heißt Bauwerksstellen, wo ein großer Anteil Wärme hinausströmt. Diese sind oft kühler als einige der anderen Raumbereiche. Es herrscht dort auch eine kältere Raumluft, die nicht so viel Feuchtigkeit einspeichern kann, als die wärmere Raumluft.

Deshalb führt Abkühlung dazu, dass die feuchte Raumluft kein weiteres Wasser mehr speichern kann und dieses in der Folge kondensiert. Ein höheres Schimmelrisiko an der Arbeitsstätte besteht dort, wo Feuchtigkeit nicht ausreichend abtransportiert werden kann. Ein Beispiel sind feuchte Papierakten, die in Räumen mit wenig Luftaustausch aufeinander gestapelt werden.

Schimmelpilze sehen nicht ansprechend aus

Schimmelbefall sollte keine Panik auslösen, doch kann er die Gesundheit gefährden. Es gibt viele Studien, die das Zusammenspiel zwischen Schimmel und Beschwerden der Atemwege aufzeigen. Schimmelpilzsporen sind außerdem mögliche Allergieauslöser. Kleinere Stellen mit Schimmelpilzbefall sind meist harmlos, doch größere Stellen bergen ein höheres Risiko.

Das Gefährdungsrisiko ist zusätzlich vom Schimmeltyp abhängig. Viele Schimmelpilzarten werden nach Farben eingeteilt. Beispiele sind Schwarz-, Gelb- oder Rotschimmel. Wenn ein schwarzer Schimmel entsteht, ist noch nicht sofort eindeutig, welche Schimmelart vorliegt, denn davon gibt es etliche Arten. Manche geben ein Mykotoxin ab, das giftig wirkt und bei empfindlichen Menschen zum Beispiel zu Atemnot führen kann. Somit bergen sie ein weiteres Gefährdungspotenzial. Zum Glück kommen die giftigen Schimmelpilze recht selten in Arbeitsräumen vor.

Arbeitgeber haben eine Pflicht zum Schutz ihrer Mitarbeiter

Schimmel an Arbeitsplätzen ist eine potenzielle Gefährdung der Mitarbeiter. Hier haben Arbeitgeber diverse Verordnungen und Gesetze einzuhalten, denn sie sind gegenüber ihren Mitarbeitern verantwortlich. Gemäß Arbeitsschutzgesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, die im Zusammenhang mit den Arbeitsplätzen stehende Gefährdung zu ermitteln sowie zu beseitigen. In der Arbeitsstättenverordnung sind Schutzregeln für die Gesundheit von Arbeitnehmern bei der Einrichtung und dem Betrieb der Arbeitsstätten definiert.

Wegen Schimmelbefall in Arbeitsstätten können Arbeitgeber eventuell ihrer Verantwortungspflicht in Sachen Arbeitsschutz nicht länger nachkommen. Ob dies zutrifft, stellt eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung fest. Gemäß dieser kann ein Wachstum von Schimmelpilzen eine Gefährdung im biologischen Sinne bedeuten. In diesem Fall sollte dringend gehandelt werden.

Schimmelbeseitigung und -verhinderung

Wenn Schimmelbefall an Arbeitsplätzen auftritt, ist dieser zu bekämpfen. Kleine Schimmelstellen lassen sich recht gut mit Spiritus, Wasserstoffperoxid sowie anderen Mitteln entfernen. Sollte wegen des Schimmels aber eine größere Schimmelsanierung fällig sein, sind weitere und aufwändigere Begleitmaßnahmen notwendig. Die Biostoffverordnung ist hier zu beachten. Sie definiert Maßnahmen, die die Mitarbeiter des Betriebes während der Sanierungsarbeiten schützen sollen.

Außer einer Schimmelbeseitigung sollten Maßnahmen zur Schimmelvorbeugung ergriffen werden. Am besten ist es, wenn gar nicht erst neuer Schimmel entsteht. Hierzu sind jegliche Maßnahmen geeignet, die die Luftfeuchte in Arbeitsräumen senken. Das kann zum Beispiel ein Luftentfeuchter leisten. Die Geräte gibt es für kleine und große Arbeitsräume.

Wenn Fehler am Bauwerk den Schimmelbefall begründen, ist die Bekämpfung des Schimmelpilzes nicht immer ausreichend. Aich die Luftfeuchte in Arbeitsräumen kann nicht immer mit einer guten Klimatechnik gesenkt werden. In manchen Fällen ist eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes notwendig, wenn das Schimmelproblem langfristig gelöst werden soll. Das ist natürlich mit hohen Kosten verbunden, doch die sollten es wert sein, da die Gesundheit der Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen den wichtigsten Stellenwert hat.

Messung der Luftfeuchtigkeit in Arbeitsräumen

Mithilfe eines Hygrometers lässt sich die Luftfeuchte in Arbeitsräumen gut messen. Diese Geräte kosten nur ein paar Euro und sind mit einem Thermometer kombiniert, sodass der Messwert gleich richtig zugeordnet werden kann. Die Luftfeuchte sollte jeden Tag mehrmals gemessen werden. Nur wenn diese auf Dauer zu hoch oder zu niedrig ist, kann es bedenklich werden. Gewisse Schwankungen kommen vor und sin völlig normal.

Reduzierung der Luftfeuchtigkeit in Arbeitsräumen.

Falld die Luftfeuchte ständig über 60 Prozent liegt, sollte sie reduziert werden. Es gibt dafür verschiedene Möglichkeiten.

Mehrmaliges Lüften am Tag für etwa 10 Minuten ist eine gute Option. Dies lohnt sich allerdings nir dann, wenn die Außenliftfeuchtigkeit geringer als die Innenluftfeuchtigkeit ist, zum Beispiel, wenn die Außenluft kälter und weniger feucht ist.

Zimmerspringbrunnen und Pflanzen sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Sie sind zu entfernen. im Raum und sollten entfernt werden.

Ähnlich wie Luftentfeuchter können salzgefüllte Schalen bei der Entfernung der überschüssigen Luftfeuchtigkeit helfen.

Donato Muro

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