Die Brandschottung – worum geht es und was muss beachtet werden?

Brandschottungen stellen in puncto Brandschutz eine wesentliche Aufgabe dar.

Das wichtigste Prinzip ist hierbei, das Feuer so lange als möglich daran zu hindern, sich auszubreiten. Nur wenn sich das Feuer langsam ausbreitet, können entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung des Brandes getroffen, Menschen gerettet und Güter gesichert werden.

Erfahren Sie hier die wichtigsten Fakten in Bezug auf die Abschottung eines Brandes, die möglichen Anwendungen, Pflicht der Dokumentation, Kennzeichnung und Rechtsgrundlagen.

1. Was gehört zur Schottung eines Brandes?
Abschottungen dienen dazu, das Feuer so lange als möglich vor dessen Ausbreitung zu bewahren. Hierfür werden unterschiedliche potenzielle Brandabschnitte voneinander getrennt und isoliert. Ziel ist es, den Flammen keinen zusätzlichen Sauerstoff zuzuführen, da die Flammen durch Sauerstoff genährt werden. Die einzelnen Gebäudeteile werden abhängig von der Nutzung und der Gebäudeklasse in Einzelabschnitte gegliedert und voneinander abgekapselt. Bei der Schottung wird zuerst der Widerstand des Feuers berechnet, welcher von Wänden und Decken an den Grenzen des jeweiligen Abschnittes geleistet wird. Für einen fortwährenden Widerstand dürfen die an den Grenzen der einzelnen Brandabschnitte befindlichen Wände und Decken nicht durchbohrt werden. Anschließend werden die Öffnungen brandschutztechnisch wirkungsvoll verschlossen.

2. Wozu muss die Schottung eines Brandes durchgeführt werden?
Da in Gebäuden allerdings gewisse Installationen notwendig sind, müssen Brandabschottungen diese Durchbrüche für Rohre und elektrische Leitungen kompensieren. Zum Teil ist eine extra Isolation von Leitungen und Rohren erforderlich, um die Feuer fördernde Wirkung jener Öffnungen auszugleichen.

3. Warum sind Brandabschottungen derart wichtig?
Ohne Brandabschottungen an Wand- und Deckendurchbrüchen kann ein effizienter Brandschutz innerhalb eines Gebäudes nicht sichergestellt werden. Wenn ein Gebäude keine Schottungsmaßnahmen aufweist und ein Feuer ausbricht, gibt es keine getrennten Brandabschnitte und somit kann sich das Feuer rasch ausbreiten.
Demzufolge können notwendige schützende Maßnahmen nicht getroffen und Menschen in Gefahr nicht mehr evakuiert werden. Die häufig lebensrettende Brandabschottung erfolgt durch ein System von Vorrichtungen, zu welchen auch Feuerschutztüren, Lüftungsklappen und Feuerabschlüsse gehören.

4. Unterschiedliche Arten von Brandabschottungen
Zu Brandschotts zählen Schottungen für Rohre und Kabel. Diese Schottungen kapseln im Brandfall die bedeutendsten Versorgungsdurchbrüche in einem Gebäude für Elektrizität, Energie, Wasser und Verbindung ab. Abhängig von der Dimension und Größe des Durchbruchs durch Versorgungsleitungen werden unterschiedliche Arten der Brandabschottung differenziert.

Zur Kabel-Abschottung wurde in den letzten drei Jahrzehnten vielzählige verschiedene Schottsystemen entwickelt.

* Brandschutzkitt:
Eignet sich für kleine Öffnungen.

* Brandschutzmörtel:
Einsatz bei großen Öffnungen.

* Brandschutzkissen oder Leichtbauschotts:
Brandschutzkissen, auch als Kissenschott bekannt, schotten Durchlässe von Kabeln ab.
Sie setzen sich aus aufschäumenden Baustoffen und Füllmaterial auf Basis von Mineralfasern zusammen. Mineralfaserschotts sind Mineralfaserplatten, die eine enorme Dichte aufweisen und welche extra beschichtet sind.

* Brandschutzsteine und Stopfen:
Hierzu zählen Beschichtungsmaterialien, wie beispielsweise Brandschottfertigelemente und Schaumabschottungen.

* Kombischotte:
Diese Materialien kapseln Kabel und Rohre ab.

Welche Materialien zum Einsatz kommen, hängt davon ab, ob die Rohre brennbar sind oder nicht.

5. Besonderheiten in puncto Kabelbrandabschottung
Das Hauptaugenmerk liegt auf dem isolierenden Material. PVC hat in der Praxis häufig schlecht abgeschnitten, obwohl dieser Kunststoff generell schwer entflammbar und für Isolierungen geeignet ist. PVC wird durch eine heftige Zündung in Brand gesetzt und entwickelt sowohl Feuer als auch Rauch. Hierbei entstehen ätzende Salzsäure-Dämpfe, welche gesundheitsschädlich und gefährlich sind. Wichtig ist, dass das Schottungsmaterial für den Einsatz bei Kabel zugelassen ist. Eine spezielle Zulassung ist bei Glasfaser-Bündelrohrsystemen erforderlich. Derartige Schottungen sind nicht durch die DIN 4102-9 Zulassungsnorm abgedeckt.

6. Brandschottung für Rohrsysteme
Ebenso können Rohre mit verschiedenen Materialien isoliert werden. Hierbei muss beachtet werden, dass für brennbare Rohre andere Isolationsmaterialien zugelassen sind als für Rohre, welche nicht brennbar sind. Ist ein Rohr brennbar, so gilt es, diese Öffnung im Brandfall so rasch als möglich zu verschließen. Nur so kann eine Brandausbreitung verhindert werden.
Hierfür kommen spezielle Bandagen und Rohrmanschetten zum Einsatz, die an der Decke oder Wand um das Rohrsystem gelegt werden. Im Inneren dieser Bandagen und Manschetten befindet sich eine Auskleidung mit Intumeszenz-Baustoffen. Diese schäumen ab einer gewissen Temperatur auf und sorgen dafür, dass sich die beim Brand entstandene Öffnung verschließt. Rohre mit nicht brennenden Eigenschaften müssen ebenso eine entsprechende Isolierung aufweisen, um die Feuerausbreitung zu verhindern und einer Übertragung der Hitze auf wärmeleitende Materialien vorzubeugen.

7. Allgemeine Fakten in puncto Vorschriften
Brandabschottungen zählen zu den prophylaktischen baulichen Brandschutzmaßnahmen. Allgemeine Vorschriften diesbezüglich sind in unterschiedlichen DIN-Normen geregelt.
Hierbei steht das Verhalten diverser Materialien im Falle eines Brandes im Fokus. Die Auswahl der Materialien hängt einerseits vom Gebäude, andererseits von den Bedingungen und Umständen ab. Zur Verantwortung für die entsprechende Konzeption werden nicht nur die Bauherren und Planer, sondern auch die Eigentümer und Ausführenden der Einbau-Tätigkeiten herangezogen. Das Vorschriftengeflecht ist äußerst komplex.

8. Verpflichtung und Ausnahmen
Brandabschottungen zählen zum bautechnischen Teil von Brandschutzmaßnahmen und müssen beim Bau, Umbau und der Instandhaltung beachtet werden. Generell gilt eine allgemein verpflichtende Brandabschottung. Wann und in welcher Form der Brandschutzschott eine Verpflichtung darstellt, ist von den Bedingungen und Umständen des jeweiligen Einsatzortes abhängig. Bei der Beurteilung der Notwendigkeit müssen die Verantwortlichen nicht nur die allgemeingültigen Regeln der Technik, sondern auch jegliche Brandschutzprinzipien, Vorschriften und DIN-Normen beachten.

9. Brandschottungsvorschriften
Aufgrund der Beteiligung diverser Gewerke, ist eine sorgfältige Dokumentation aller Brandschottungsmaßnahmen erforderlich. Nur eine sorgsam geführte Dokumentation kann Gesetzeskonformität und Haftungssicherheit gewährleisten. In Bezug auf Leitungsanlagen gibt es eine “gesetzliche” Regelung. Nach § 40 Abs. 1 MBO muss eine brennbare Leitung abgeschottet werden, wenn deren Durchmesser 32 mm oder größer ist. Die Vorgabe hat in Kombination mit der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie Gültigkeit und ist verbindlich, sofern dieses Bauteil im Rahmen des Brandschutzkonzeptes einen Schutz vor Brandausbreitung leisten soll.

10. Was steht in den Paragrafen 6 und 14 MBO?
In puncto Feuerausbreitung bilden zwei Varianten die Grundlage. Abstandsflächen zwischen unterschiedlichen Teilen von Bauwerken und Gebäuden erschweren die Ausbreitung eines Brandes. Abschottungsmaßnahmen gewährleisten, dass sich das Feuer an einer Ausbreitung auf weitere brandgefährdete Bereiche ausdehnen sich. Diese beiden Prinzipien sind in den Paragrafen § 6 und § 14 MBO geregelt. In § 6 MBO sind die vorgeschriebenen Abstandsflächen festgelegt, die bei der Errichtung eines Gebäudes eingehalten werden müssen. § 14 MBO regelt das Prinzip zur Brandabschottung, nach welchem eine Brandausbreitung beim Bau und der Instandhaltung verhindert werden muss, um notwendige Rettungsmaßnahmen für Menschen durchführen zu können. Bei der in § 14 MBO geregelten Verpflichtung ist auch eine Abschottung gegen Kaltrauch erforderlich.

11. DIN-Normen
In Bezug auf die Brandabschottung kommen speziell die Normen DIN 4102-9 und DIN EN 1366-3 zu tragen.

12. Technische Bewertung
Zudem enthält die neue Bauprodukteverordnung eine technische Bewertung. Nur wenn diese europäischen Vorschriften eingehalten werden, werden die Zulassungen für gewisse Bauschaltungen vergeben. In die technische Bewertung fließt auch der sachgemäße Einbau ebenso wie die Feuerwiderstandsklassen mit ein.

13. Feuerwiderstandsklassen
Die Feuerwiderstandsklasse sagt aus, wie lange eine gewisse Schottung unter Brandbedingungen standhält. Die Kennzeichnung S30 einer Schottung gibt an, dass diese dem Feuer 30 Minuten lang Widerstand leistet.

14. Wer darf diese Maßnahmen durchführen?
Brandabschottende Maßnahmen sind Aufgabe von sachkundigen Personen, für welche Ausbildungslehrgänge angeboten werden. Personen, die den Einbau brandabschottender Maßnahmen übernehmen, müssen mittels Übereinstimmungserklärung belegen, dass die Montage fachgerecht erfolgt ist. Im Brandfall haftet jene Person, die für den Einbau der Brandschottungsmaßnahmen verantwortlich war. Zudem haben Planer und Bauherren Nachweispflicht darüber, dass die Brandschutzmaßnahmen, Instandhaltung und Wartung von einer fachkundigen Person vollzogen wurden. Diese Person haften im Falle eines Brandes für den Einbau.

15. Kennzeichnung und Dokumentation
Sowohl die Kennzeichnung als auch die Dokumentation stellen eine wichtigen Bestandteil einer bauaufsichtlichen Genehmigung ebenso wie Zulassung dar. Die Brandschutzdokumentation spielt eine wichtige Rolle und muss zusammen mit Übereinstimmungserklärungen, Plänen und Zulassungsdokumenten aufbewahrt werden. Es muss dokumentiert werden, dass sowohl die Auswahl der Materialien als auch der Einbau von einer sachkundigen Person delegiert wurde. Neben den regelmäßigen Wartungsarbeiten müssen auch jegliche Tätigkeiten zur Instandhaltung aufgelistet werden, damit die Versicherung die Haftung im Falle eines Brandes übernimmt. Wer auf eine Dokumentation verzichtet, läuft Gefahr, Bußgelder zahlen zu müssen und geht das Risiko von negativen Änderungen baurechtlicher Genehmigungen ein. Das größte Risiko einer fehlenden Dokumentation ist eine haftungsrechtliche Inanspruchnahme im Falle eines Brandes.

Brandschutzschott:
Folgende Angaben auf dem Schild sind erforderlich:
* Herstellername der Brandabschottung
* exakte Bezeichnung des abschottenden Systems
* Zulassungsnummer
* Herstellungsjahr.

Empfehlenswerte Angaben:
* Feuerwiderstandsklasse
* Brandschutzschott-Nummer
* Symbol.

16. Fazit:
Das Abtrennen von gewissen Brandschutzbereichen ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Brandschutzkonzeptes, das für Anlagen und Gebäude erstellt wird und ist auch für den Arbeitsschutz bedeutsam. Die Brandabschottung ist eine effektive Maßnahme, das Abschottungsprinzip umzusetzen und stellt eine wichtige Säule prophylaktischer Brandschutzmaßnahmen dar. Brandschottungen sind in vielen Bereichen unverzichtbar und dienen auch der Haftungsentlastung Verantwortlicher. Sie unterliegen hohen Anforderungen in puncto Dokumentation und Kennzeichnung und dienen der Haftungsentlastung von Planern und Bauherren. 

Wenn Sie Fragen in Bezug auf die Brandabschottung haben, können Sie sich gerne an uns wenden. Wir beraten Sie diesbezüglich kompetent und nehmen uns für Ihr Anliegen Zeit!

Brandschutztüren

Brandschutztüren: Schutz gegen die Ausbreitung von Feuer und Rauch

Immobilieneigentümer, Arbeitgeber und sonstige verkehrssicherungspflichtige Personen (z.B. Betreiber öffentlich zugänglicher Gebäude) müssen mit den Vorschriften des Brand- und Arbeitsschutz vertraut sein und entsprechenden Maßnahmen wirksam umsetzen. Geschieht dies nicht, so bestehen erheblich straf- wie auch zivilrechtliche Haftungsrisiken.

Eine entscheidende Rolle im vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen spielt der bauliche Brandschutz als Grundlage der anlagentechnischen und organisatorischen Maßnahmen. Das Abschottungsprinzip nimmt dabei einen wichtigen Platz ein. Durch die Größe der Bauteilöffnungen, die mit Brand- und Rauchschutztüren verschlossen werden, kommt diesen Abschlüssen eine zentrale Bedeutung zu. Im Falle eines Brandes müssen Gebäudebereiche voneinander abgetrennt sein, um die Schutzziele des Brandschutzes (§ 14 MBO) umzusetzen. Gerade die Brandausbreitung, also die Ausbreitung von Feuer und Rauch spielt hierbei eine entscheidende Rolle, da insbesondere durch Rauch die Selbst- und Fremdrettung von Menschen erschwert und Menschenleben gefährdet werden. Brandschutztüren verhindern für einen bestimmten Zeitraum die Brandausbreitung und halten dadurch wichtige Bereiche, wie z.B. Rettungswege frei und benutzbar Brandschutztüren stellen eine wesentliche Maßnahme des baulichen Brandschutzes dar. Im folgenden Ratgeber erhalten Sie Informationen zu Brandschutztüren, den diese betreffenden rechtlichen Vorschriften und den Einbau dieser Spezialtüren.

Was sind Brandschutzabschlüsse? Wofür werden sie eingesetzt?

Durch bauliche Maßnahmen, namentlich raumabschließende Bauteile, die einen definierten Feuerwiderstand haben müssen, werden Gebäude in Abschnitte aufgeteilt. Damit Gebäude praktisch nutzbar sind, werden Öffnungen in den Wänden benötigt, welche per Brandschutzabschlüssen gesichert sind. Neben Feuerschutz- und Rauchschutztüren gehören z.B. auch Feuerschutz Tore zu den Brandschutzabschlüssen. Es gibt auch Feuerschutztüren, die in der Lage sind, nicht nur die Ausbreitung von Feuer, sondern auch von Rauch wirksam für einen festgelegten Zeitraum zu verhindern.

Brandschutztüren: Feuer- oder Rauchschutztür?
Bei einem Brand geht nicht nur vom Feuer eine große Gefahr aus. Rauch ist praktisch  gefährlicher als Feuer, da eine Sichtbehinderung durch eine Verrauchung die Selbst- und Fremdrettung mindestens erschwert und u.U. auch verhindert. Schlimmstenfalls kann das Einatmen des Rauches schon in geringen Dosen zum Tode führen. Eine Differenzierung zwischen Feuer- und Rauchschutzabschlüssen ist zwingend notwendig, da Feuerschutzabschlüsse sehr wirksam die Ausbreitung des Feuers verhindern, aber eine höhere Leckagerate aufweisen dürfen, als dies bei Rauchschutztüren der Fall ist. Wird also eine hohe Dichtigkeit bzgl. Rauch benötigt, so sind Rauchschutztüren das Mittel der Wahl.

Feuerschutztüren:
Eine Feuerschutztüre beugt der Ausbreitung des Brandes vor, jedoch kann sich Rauch ausbreiten. Feuerschutztüren mit der Zusatzfunktion Rauchschutz verbinden beide Funktionen und stellen daher die Richtige Wahl dar, wenn Schutz gegen die Ausbreitung von Feuer und Rauch benötigt wird. Teilweise ist eine Nachrüstung von Feuerschutztüren mit der Funktion Rauchschutz möglich.

Rauchschutztüren:
Durch Brand- und Rauchgase entstehen gesundheitsschädliche und meist lebensbedrohliche Umstände. Hierzu zählen Panikattacken aufgrund der Sichtbehinderung, Mangel an Sauerstoff, Toxizität durch chemische Brandprodukte und es besteht aufgrund dessen eine hohes Todesrisiko.  Rauchschutztüren verhindern die Rauchausbreitung und werden zumeist zum Schutz von Fluchtwegen eingesetzt. Diese Türen müssen nicht einem Feuer Widerstand leisten. Die DIN 18095 regelt jegliche Kriterien in Bezug auf Rauchschutztüren. Die Rauchdichtigkeit der Tür wird durch vierseitig umlaufender Dichtungen sichergestellt. Diese Rauchschutzdichtung verhindert, dass heißer und kalter Rauch für zehn Minuten lang durchtritt. Rauchschutztüren erfordern einerseits ein Zulassungsschild, das auf dem Türblatt angebracht ist, andererseits ein bauaufsichtliches Prüfzeugnis, das von einer anerkanntenausgestellt werden muss. Bei Türen nach DIN 18095 reicht “ÜH”, nur bei davon abweichenden Türen (in Anlehnung an DIN 18095) kommt ÜHP zum Tragen.Von den Rauchschutztüren abzugrenzen sind sog. dichtschließende Türen, die nur über eine dreiseitige Dichtung verfügen und nicht normiert und geprüft sind.

Brandschutztüren mit Rauchschutzfunktion:
Diese nach DIN 18095 tragen die Bezeichnung RS. RS ist die Abkürzung für Rauschschutzfunktion. Bei der Planung eines Gebäudes wird geprüft, wie sich Feuer und Rauch im Falle eines Brandes wahrscheinlich verbreiten werden und welche Variante der Schutztüre eingebaut wird. Jede Variante der Brandschutztüre setzt sich aus einem Türblatt, einem Türfutter und aus speziellen Beschlägen zusammen. Diese Spezialtüren sind in unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Aluminium, Holz, Mischkonstruktionen und Glas erhältlich.

Funktionsweise einer Brandschutztür:
Brandschutztüren sind selbstschließend und dürfen weder mit Seilen noch mit Ketten oder Keilen offen gehalten werden. Sollte die Anforderung an eine geöffnete Türe bestehen, so werden Feuerschutzabschlüsse per Feststellanlagen offen gehalten. Die Steuerung der zugelassenen Feststellanlagen erfolgt über einen Feuermelder. Im Brandfall wird die Tür über den Brandmelder automatisch geschlossen. Je nach Zusammensetzung des Materials weisen Brandschutztüren unterschiedliche Eigenschaften auf. Bei Feuerschutzabschlüssen kommen entweder feuerbeständige oder feuerhemmende Materialien zum Einsatz. Diese Türen setzten sich meist aus mehreren Komponenten zusammen und die Einteilung in gewisse Baustoffklassen erfolgt je nach verbauten Materialien. Die Kombination mit einer Zarge, die eine Brandschutzfunktion aufweist, ist verpflichtend! Brandschutztüren verfügen über einen selbst öffnenden Mechanismus, damit der Rauch auf Fluchtwegen abziehen kann.

Baustoffklassen:
* nicht brennbar
* schwer entflammbar
* normal entflammbar
* leicht entflammbar.

Feuerwiderstandsklassen:
Bauordnungsrechtliche Anforderungen geben vor, welche Feuerwiderstandsklasse die Wände und Türen aufweisen müssen.
Feuerschutztüren werden in folgende Feuerwiderstandsklassen unterteilt:
* T30 – feuerhemmend
* T60 – hochfeuerhemmend
* T90 – feuerbeständig
* T120 – feuerbeständig
* T180 – feuerbeständig.

Die Zahl gibt jenen Zeitraum in Minuten an, in welchem die Spezialtür einem Brand standhalten und anschließend noch geöffnet werden kann.

Brandschutztür und Rettungswege:
In jedem Gebäude gibt es Rettungswege, welche im Falle eines Brandes als Fluchtwege und Angriffswege der Feuerwehr dienen. Im Bereich von Rettungswegen positionierte Brandschutztüren müssen besondere Anforderungen erfüllen. Hierzu zählen leichtes Öffnen und die Möglichkeit, die Spezialtüren in voller Breite öffnen zu können.  Die Entriegelung der in der Praxis verschlossenen Türen muss in Richtung Fluchtweg erfolgen.  Meist kommen automatisierte Schlösserkombinationen zum Einsatz, welche entgegen dem Rettungsweg fix verschlossen sind und die in Richtung Rettungsweg ohne Einsatz von Hilfsmittel und ohne großen Kraftaufwand entriegelt werden können.

Einbau von Brandschutztüren

Wo welche Türe eingebaut werden muss, wird von den jeweiligen Bauordnungen der einzelnen Länder und gewissen Sondervorschriften geregelt.
Nur weil eine Türe die Bezeichnung Brandschutztüre trägt, können keine speziellen Eigenschaften festgelegt werden. Wichtig ist hierbei die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung. Laut Bauordnung werden folgende Brandschutztüren unterschieden:

Dicht schließende Türen: Diese Türen bieten einen dichten Abschluss, jedoch schützen sie nicht vor dem Durchzug von Rauch.

Rauchschutztüren: Derartige Türen verhindern den Rauchdurchzug.

Feuerschutztüren: Abhängig von der Feuerwiderstandsklasse hemmen diese Türen den Feuerdurchtritt. Hierbei handelt es sich um Brandschutztüren.

Fahrschachttüren: Diese Türen schließen Lift-Öffnungen.

Kennzeichnung einer Brandschutztür:

Jede Brandschutztüre muss über ihren Produzenten für den entsprechenden Einsatzbereich zugelassen und entsprechend gekennzeichnet sein.


Folgende Angaben müssen auf dem Zulassungsschild aufscheinen:
* Name des Herstellers
* seit 2019 CE Kennzeichnung, vor 2019 Zulassungsnummer der DIBt
* Abschlüsse und Innentüren benötigen ein Ü samt Zulassungsnummer des DIBt.
* Feuerwiderstandsklasse = T-Kennzeichnung
* Angaben zur Überwachung der Brandschutztür = Ü-Angabe
* Jahr der Herstellung
* Türenhersteller und eventuell Bezeichnung des Modells.

Wer eine Feuerschutztüre erwirbt, erhält einen Zulassungsbescheid.
Bei Rauchschutztüren wird ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis geliefert.
Wer eine Feuerschutz-Außentüre kauft, erhält eine Leistungserklärung samt CE und eine technische Dokumentation.  In dieser Kurzbeschreibung für Outdoor-Brandschutztüren sind die besonderen Eigenschaften der Spezialtüre zusammengefasst und es liegt eine Bestätigung der Konformität mit der europäischen Norm EN 16034 vor. Diese Norm besagt, dass die Türen und Wände in puncto Brandschutzqualität zusammenpassen müssen. In diesen Beilagen befinden sich Angaben wie die beachtenswerte DIN-Norm für entsprechende Beschläge und der Name des Produzenten.

Verordnung

Es gibt in Deutschland keine allgemein gültige Brandschutztür-Verordnung, da diese von den Bauordnungen der einzelnen Länder und von speziellen Gesetzen geregelt wird. In eigenständigen Abschnitten dieser Bauordnungen ist der Nachweis der Ver- und Anwendbarkeit von sicherheitsrelevanten Bauteilen verankert. Die für die Zulassung notwendigen technischen Vorgaben der jeweiligen Brandschutztüren sind in der europäischen Norm EN 16034 geregelt.

Planung und Installation:

Die Planung erforderlicher Brandschutznachweise und Brandschutztüren erfolgt durch Ingenieure, Architekten und Brandschutzplaner im Zuge der baugenehmigungsrechtlichen Planung. Die Montage einer Brandschutztüre sollte von einem qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden, um im Falle eines Brandes kein Haftungsrisiko einzugehen.  Es ist zwar grundsätzlich möglich, eine Brandschutztüre der Einbauanleitung des Produzenten entsprechend zu montieren, jedoch führt ein fehlerhafter Einbau dazu, dass die Versicherung aussteigt. Die Montage- bzw. Einbauanleitung stellen einen gesetzlichen Bestandteil des Verwendbarkeitsnachweises dar, sofern der Einbau technisch korrekt erfolgt.

Typische Fehlerquellen bei der Montage sind:
* Mängel beim Einbau, sodass die Türe nicht zu 100 Prozent abdichtet.
* Beschläge passen nicht zur Brandschutztüre.
* Vorschriften in Bezug auf Rettungswege werden nicht beachtet.

Haftungsfragen:
Ein fehlerhafter Einbau führt dazu, dass der Brandschutz mangelhaft ist. Wird dieser Fehler nicht rechtzeitig beseitigt, können Inhaber und Betreiber im Falle eines Brandes zur persönlichen Haftung herangezogen werden. Zudem verweigern Versicherungen die Zahlung oder erstatten lediglich eine Teilzahlung. Da Brandschutztüren einen wichtigen Bestandteil der bauaufsichtsrechtlichen Genehmigung darstellen, können Mängel dazu führen, dass die Baugenehmigung nicht mehr gültig ist. Die Folge sind strafrechtliche oder bußgeldrechtliche Sanktionen. Die Zulassung einer Brandschutztür wird für einen Zeitraum von fünf Jahren erteilt. Der Antrag kann verlängert werden. Sobald die Zulassung für die Brandschutztüre erlischt, ist die Verwendung untersagt. Erfolgte der Einbau der Spezialtüre jedoch vor dem Ablauf der Zulassung und hat die Firma den Übereinstimmungsnachweis aufbewahrt, so ist der Betrieb dieser Brandschutztür erlaubt.


Brandschutztüren im gewerblichen Bereich:
Brandschutztüren unterliegen einer gesetzlichen Prüfpflicht und müssen mindestens einmal pro Jahr geprüft und gewartet werden. Für die Prüfpflicht sind die Vorgaben des Herstellers ebenso wie die Bauordnungen der Länder maßgeblich. Zudem schreiben spezielle Regelungen, wie die DGUV und die Arbeitsstättenverordnung, eine Prüfpflicht vor. Für eine haftungsrechtliche Entlastung sollten Eigentümer und Betreiber von Anlagen Brandschutztüren von zertifizierten Firmen prüfen und warten lassen. Zertifizierte Fachkräfte sind mit den gesetzlichen Verordnungen vertraut und wissen, welche Angaben für welche Brandschutztüre verbindlich sind.

Typische Einsatzbeeiche
Brandschutztüren kommen in Bereichen und Gebäuden zum Einsatz, in welchen sich viele Menschen bewegen. Hierzu zählen Hotels, Pensionen und diverse Beherbergungsbetriebe, Betreuungseinrichtungen für Kinder, Kindergärten, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude, Büros, Banken, Altenheime und Mehrfamilienhäuser.

Einsatz einer Brandschutztür im Privathaushalt: Der Einbau einer Brandschutztür ist erforderlich, um den Wohnbereich von der Garage abzutrennen. Gewerbetreibende und Freiberufler, die von zu Hause aus arbeiten, sollten den Privat- und Arbeitsbereich voneinander trennen. In diesem Fall gelten jedoch keine speziellen Verpflichtungen in puncto Bauordnungsrecht.

Autoren: Carsten Janiec und Donato Muro


Brandschutz am Düsseldorfer Flughafen gefährdet?

Der 11. April 1996 hat sich in das kollektive Bewusstsein in Düsseldorf eingeprägt. Bei der damaligen Brandkatastrophe am Flughafen kamen 17 Menschen ums Leben und es gab 88 Verletzte. Über den Brandschutz wurde in der Folge viel gesprochen und auch über die Mängel wurde ausführlich berichtet. Seitdem hat sich vieles verändert.
Unternehmenssprecher und Vertreter der DUS Flughafengesellschaft verweisen heute darauf, dass der Flughafen ein Vorreiter in puncto Brandschutz sei. Natürlich wurde seitdem auch einiges getan.


Bautechnische Veränderungen
Vor allem in Bezug auf bautechnische Fragen hat man reagiert. Damals waren Schweißarbeiten die Ursache für den verheerenden Brand. Folgerichtig wurden seitdem brennbare Materialien und bestimmte Baustoffe reduziert. Klima-und Lüftungsanlagen wurden an neue und verschärfte Bestimmungen angepasst und alle technischen Anlagen auf den modernsten Stand gebracht.
Dazu gehören natürlich insbesondere Anlagen, welche dem Brandschutz dienen wie Brandmeldeanlagen und automatische Löschanlagen.


Fluchtwege und Steuerung der Passagierströme
Da ein Flughafen aber nicht nur aus Technik besteht, sondern eben vor allen Dingen zur Beförderung von Menschen in großer Zahl dient, spielt das Thema Fluchtwege und alles, was dazu gehört, mindestens eine ebenso große Rolle.
Die Anforderung, dass Fluchtwege auf dem kürzesten Wege ins Freie führen müssen, ist selbstverständlich und wird auch vonseiten der DUS betont. Aufzüge fahren im Fall eines Alarms automatisiert eine sichere Etage an. Und die Alarmierung der Menschen selbst erfolgt flächendeckend über die entsprechenden Sprachansagen. Die Entrauchungsanlagen sollen den öffentlichen Bereich freihalten und natürlich muss auch gewährleistet sein, dass die Rettungswege selbst frei bleiben.
Insgesamt betrachtet sieht es also ganz gut aus, oder?


Das Problem der Überlastung
An dieser Stelle soll ein Blick auf die aktuelle Lage geworfen werden, nämlich den Ferienbeginn in NRW 2022.
Bei DUS hat man möglicherweise die Gesamtkapazität des Flughafens etwas zu optimistisch eingeschätzt. Lange Schlangen von Reisenden bilden sich im gesamten Flughafen. In den Medien ist davon die Rede, dass der Flughafen „stellenweise aus allen Nähten“ platzt. Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass die moderne Technik eben doch mal wieder versagt. Eine Störung an der Gepäckförderanlage sorgt nicht nur für Probleme bei der Ausgabe der Koffer und daraus folglich für entsprechenden Unmut der Passagiere. Um die Lage zu bereinigen, wurde teilweise auch noch die Feuerwehr zur Hilfe bei der Gepäckvergabe eingesetzt.
Selbstverständlich kann es auch an der besten Anlage mal zu einer Störung kommen. Und natürlich wird es zu Stoßzeiten wie einem Ferienbeginn immer wieder mal zu Wartezeiten kommen. Die Aufgabe des Managements ist es deshalb, solche vorhersehbaren Ereignisse in der Planung bereits vorher zu berücksichtigen. Es braucht Pufferzonen und Notfallpläne, gegebenenfalls müssen die Menschen anderweitig untergebracht und versorgt werden. Entsprechende Freiräume und zusätzliche Wartezonen fallen in den Bereich einer vorsorglichen Planung eines so komplexen Gebildes, wie es ein Flughafen ist. Und es versteht sich von selbst, dass die Feuerwehr des Flughafens nicht als Lösung für einen Notfall bei der Gepäckvergabe in ein Gesamtkonzept gehört.
Die Kapazität eines Flughafens zeigt sich überdies nicht nur durch technische Anlagen. Es geht auch um die Versorgung und Lenkung von Passagieren. Und zwar nicht nur in den Zeiten, in denen alles geordnet und nach Plan abläuft. Sondern vor allem dann, wenn es eben, wie bei einem Ausfall der Gepäckförderanlage, zu unvorhergesehenen Staus und Menschenansammlungen kommt.
Was hat dies alles mit dem Thema Brandschutz zu tun?


Menschenmengen vorher mitdenken
Nun, große Menschenmassen in überfüllten Räumen und in bereits sehr gestresster Stimmung reagieren im Alarmfall vermutlich nicht automatisch ruhig und kontrolliert. Instinktiv erkennt jeder Mensch, ob es zu eng ist und die Zeit eventuell knapp wird. Und selbst wenn dies nicht der Fall ist, rationales Handeln von Menschenmengen in einer Notsituation darf nicht einfach vorausgesetzt werden.
Die besten Fluchtwege, selbst wenn sie frei sind, helfen nur bedingt, wenn sie wegen zu großem Andrang verstopft sind. Und wie sieht es eigentlich am Ende der Fluchtwege aus? Sind dort ausreichend Freiräume, damit der Strom an Flüchtenden schnell und sicher weiter geleitet werden kann?
An diversen Stellen gibt es auch Brandschutztüren. Doch solche können nicht geschlossen werden, wenn sie durch flüchtende Menschen verstopft sind.
Ein gut durchdachtes Sicherheitskonzept berücksichtigt natürlich solche Dinge. Allerdings berücksichtigt ein solches auch die zuvor angesprochenen Punkte, etwa den Ausfall einer Anlage wie dem automatisierten Gepäcktransport. Diese ist zwar nicht für die Sicherheit an sich von Bedeutung. Aber ein solcher Ausfall sorgt eben für die Staus und Warteschlangen mit den beschriebenen Folgeerscheinungen. Und diese sind dann doch auch für die Sicherheit relevant. Da wirkt es am Ende nicht gut durchdacht, wenn die Feuerwehr hier bei der Gepäckausgabe Abhilfe leisten muss.
Das Vertrauen in das Gesamtkonzept bei DUS wird dadurch nicht völlig infrage gestellt, aber gestärkt wird es dadurch auch nicht.


Kritische Fragen sind angebracht
Man fragt sich als unbeteiligter Beobachter, inwiefern dies alles seine Richtigkeit hat. Oftmals ist es ja so, dass erst etwas Schreckliches passieren muss, bevor gehandelt wird. Im Fall des Flughafens Düsseldorf ist dies aber bereits geschehen.
Reagiert wurde, wie bereits angesprochen, ja auch. Doch gewinnt man den Eindruck, dass die Änderungen vor allem, wenn nicht sogar „nur“ in Bezug auf die Haustechnik erfolgten.
Ob dies ausreichend ist, darf durchaus hinterfragt werden, ohne dass es gleich als eine Anklage missverstanden wird.
Konkret gefragt: Wie sieht es rechtlich aus? Gibt es Bestimmungen auch in Bezug auf die zulässige Zahl an Passagieren, welche sich im Wartebereich aufhalten dürfen? Eine Einsicht in solche Bestimmungen, sofern es sie gibt, ist in der Brandschutzverordnung am Flughafen offiziell nicht möglich. Auch dieser Umstand trägt nicht dazu bei, das Zutrauen in den Brandschutz als Gesamtkonzept zu steigern.
Sollte es in diesem Zusammenhang zu Versäumnissen gekommen sein, bleibt jedenfalls zu hoffen, dass die Verantwortlichen bei DUS hieraus schnellstens ihre Schlüsse ziehen. Fehler zu machen ist eine Sache, daraus seine Lehren zu ziehen und schnellstens Abhilfe zu schaffen, eine andere. Es sollte nicht wieder notwendig sein, dass erst eine Katastrophe passieren muss, damit Versäumnisse aufgearbeitet werden.

Garagenverordnung NRW – Die Garage als Sonderbau

Die Garage in der Garagenverordnung NRW 2022

Die Garagenverordnung NRW gilt als die strengste Garagenverordnung in der Bundesrepublik. Sie legt Mindest- und Höchstmaße fest und beschreibt, was genau in Bezug auf Brandschutz und auf Personenschutz zu beachten und einzuhalten ist. In ihr werden Regeln sowohl für die Einzelgarage am eigenen Häuschen als auch für große Parkhäuser mit Wendelauffahrten und für automatische Garagen festgeschrieben. Alle Regeln zusammen dienen der Sicherheit in und um Garagen.

Eine Garage im Sinne der Verordnung ist eine überdachte Abstellmöglichkeit für ein Kraftfahrzeug, die von festen Wänden umschlossen ist und meistens abschließbar ist.

Es wird unterschieden nach drei Garagentypen:

– Kleingaragen: Nutzfläche bis 100 m²
– Mittelgaragen: Nutzfläche über 100 m² bis 1.000 m²
– Großgaragen: Nutzfläche über 1.000 m²

Dabei ist Nutzfläche die Summe der miteinander verbundenen Stellplatz- und Verkehrsflächen, ohne Zufahrten in die Garage und in der Regel ohne Einstellplätze auf dem Dach.
Abhängig vom Garagentyp werden dann unterschiedliche Vorgaben definiert.
So müssen geschlossene Großgaragen, die allgemein zugänglich sind, eine ausreichende Anzahl an Frauenparkplätzen aufweisen.

Zusätzlich zu den Kraftfahrzeugen darf in Kleingaragen auch das übliche Zubehör gelagert werden. Das sind beispielsweise Kindersitze, Verbandskasten, Warndreieck, Ersatzbirnen, Eiskratzer, Sommerreifen bzw. Winterreifen, Felgen, Werkzeug, Pflegeutensilien und Scheibenreiniger. Eine übermäßige Lagerhaltung in der Garage ist aber nicht erlaubt.

Fahrrad und Benzinkanister in der Garage? Ist das erlaubt in NRW?

Großgaragen

Geschlossene Großgaragen müssen baulich in Rauchabschnitte unterteilt sein, die oberirdisch maximal 5.000 Quadratmeter und sonst 2.500 Quadratmeter Nutzfläche nicht überschreiten dürfen. Groß- und Mittelgaragen müssen pro Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege haben. Zusätzlich müssen leicht erkennbare, dauerhafte Hinweise auf die Ausgänge vorhanden sein. Für Kleingaragen ist dies nicht ausdrücklich vorgeschrieben. Je nach baulichen Gegebenheiten kann es aber dennoch sinnvoll sein.
Für Groß- und Mittelgaragen gilt, dass eine allgemeine elektrische Beleuchtung vorhanden sein muss. Geschlossene Großgaragen müssen in der Regel zusätzlich zur Beleuchtung der Rettungswege über eine Sicherheitsbeleuchtung verfügen, die sich bei Stromausfall selbständig zuschaltet. Dies kann auch bei verwinkelten Kleingaragen sinnvoll sein, wird allerdings nicht vorgeschrieben.
Die Verordnung regelt zusätzlich noch Vorgaben für Lüftung, Brandmeldeanlagen und Feuerlöscheinrichtungen.

Das Abstellen von Kraftfahrzeugen in anderen Räumen als Garagen ist in aller Regel nicht oder nur in Spezialfällen erlaubt. In Treppenräumen, Fluren und Kellergängen dürfen Kraftfahrzeuge nicht abgestellt werden. Diese werden in aller Regel als Fluchtweg benötigt und dürfen nicht mit brennbaren Flüssigkeit zugestellt sein.
In übrigen Räumen dürfen Kraftfahrzeuge nur abgestellt werden, wenn sie Arbeitsmaschinen sind, die über ein Gesamtfassungsvermögen aller Kraftstoffbehälter von nicht mehr als zwölf Litern verfügen. In solchen Räumen dürfen sich keine Zündquellen oder leicht entzündliche Stoffe befinden und dort darf kein Kraftstoff gelagert wird.

Bedeutung der Garagenverordnung NRW

In Nordrhein-Westfalen gibt es seit 2009 keine separate „Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen und Stellplätzen“ mehr. Die Garagenverordnung NRW ist seitdem Teil fünf der „Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten (Sonderbauverordnung – SBauVO)“ und ordnet Garagen damit ein vor allem als Bauwerk. Damit wird unterstrichen, dass bereits beim Bau genau geplant werden muss, wo die Kraftfahrzeuge hinkommen und wie diese und die Personen im Umfeld geschützt werden. Im Schnitt kommt in Nordrhein-Westfalen je ein Kraftfahrzeug auf knapp 2 Einwohner. Sie sind damit fester Bestandteil des täglichen Lebens und der Umgang mit ihnen im täglichen Miteinander sollte daher gut geregelt sein.

Kraftstoffe in der Garage

Kraftstoffe in Garagen bedeuten eine zusätzliche Gefahr im Sinne des Brandschutzes und im Sinne des Explosionsschutzes. Sie sind brennbar und leichtentzündlich. Es gelten daher hierfür besondere Vorschriften in der Garagenverordnung NRW: In Kleingaragen (bis 100 Quadratmeter) dürfen bis zu 200 l Dieselkraftstoff und bis zu 20 l Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden. In größeren Garagen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen dagegen nicht aufbewahrt werden.

Zweckfremde Garagennutzung

Nach der Garagenverordnung NRW ist es nicht erlaubt, eine Garage für andere Zwecke zu verwenden, als darin Kraftfahrzeuge und Zubehör abzustellen. Eine Zweckentfremdung wäre zum Beispiel auch die Nutzung als Werkstatt, als Hobbyraum oder Partykeller, als Lagerraum oder als Abstellraum. Auch wenn nicht alle Garagen in NRW permanent kontrolliert werden, so werden doch empfindliche Bußgelder von bis zu 500 Euro verhängt, wenn eine Garage beispielsweise als Geräteschuppen verwendet wird.

Sehr viele Garagenvermieter sind dazu übergegangen, unmissverständlich darauf hinzuweisen, dass sie die Garage oder den Stellplatz in einer Garage nur zum Zweck als Abstellplatz für Kraftfahrzeuge nebst möglichem Zubehör bereitstellen, und machen dies im Rahmen einer entsprechenden Vertragsklausel. So werden Missverständnisse und Gefahren durch Fehlnutzung vermieden und gleichzeitig hat der Vermieter die Möglichkeit, den Mietvertrag bei Missachtung aufzukündigen.

E-Autos in der Garage

Bei Elektroautos handelt es sich ebenfalls um Kraftfahrzeuge. Sie dürfen auch in Nordrhein-Westfalen in der Garage stehen. Eine Vorrichtung zum Aufladen der Akkus stellt baurechtlich keine „Zapfsäule“ in dem Sinne dar, sondern ist Teil der elektrischen Ausstattung der Garage. Zur Nutzung einer Ladevorrichtung ist also keine besondere Genehmigung erforderlich, sondern es gelten die für Sonderbauten üblichen Baurechts-, Brandschutz- und Fluchtwegvorgaben.

Auf diese Weise können E-Fahrzeuge über Nacht in der Garage stehen und gleichzeitig neue Energie für den nächsten Tag aufladen. Zusätzliche Wege zu einer klassischen Tankstelle entfallen dadurch. Das spart Kraftstoff und schont die natürlichen Ressourcen.

Fahrräder

In Nordrhein-Westfalen gehören Fahrräder nicht in die Garage. Letztlich nehmen Fahrräder erheblich Platz ein und behindern oft die freie Nutzung der Garage durch Kraftfahrzeuge. Sie gehören vielmehr in den Fahrradkeller oder ansonsten in einen Abstellraum oder den eigenen Keller.

Garagenleerstand und Parkraumbewirtschaftung

Es gibt keine Pflicht, dass in der Garage ein Auto oder ein anderes Kraftfahrzeug stehen muss. Es gibt auch kein Verbot, dass man nicht auf öffentlichen Parkplätzen oder am Straßenrand parken darf, wenn man ein Kraftfahrzeug und eine Garage hat. Aber Garagen müssen dennoch stets für Kraftfahrzeuge freigehalten werden.

Die Garagenverordnung NRW regelt, dass vorhandener Parkraum in Garagen auch permanent als solcher nutzbar sein muss. Der Umweltschutz profitiert hiervon, denn je weniger öffentlichen Parkraum Städte und Gemeinden bereitstellen müssen, desto mehr Fläche kann für öffentliche Grünanlagen genutzt werden. Eine dauerhaft leerstehende Garage kann an andere Nutzer vermietet werden. Gerade in Ballungsgebieten findet sich meist sehr schnell ein Nachbar, der das Angebot nutzen möchte.

Grundsatz für Garagen in NRW

Insgesamt gilt damit für Garagen in NRW der Grundsatz:

Garagen in NRW sind zweckgebundene Bauwerke für Kraftfahrzeuge, unterliegen entsprechenden Bau-, Brandschutz- und Nutzungsvorgaben und dürfen maximal zusätzlich noch das übliche Kraftfahrzeugzubehör in den jeweils üblichen Mengen beherbergen.


schauen Sie sich unsere Leistungen im Bereich voreugender Brandschutz an


Brand- & Arbeitsschutz in einer Shisha-Bar

Arbeitsschutz und Brandschutz in der Shishabar

Shisha rauchen in der Shishabar

Man trifft sich mit Freunden auf ein Stündchen in der Shishabar, unterhält sich miteinander, raucht gemeinsam in angenehmer Atmosphäre eine Wasserpfeife, eine Shisha. In dieser Situation denkt man nicht als Erstes an Brandschutz oder an Arbeitsschutz.

Gut, dass andere daran denken, damit die Gäste entspannt ihre Shisha rauchen können.

Die ersten Bars zum Rauchen einer Wasserpfeife kamen in Deutschland auf, als das strenge Rauchverbot in Bars und Discotheken umgesetzt wurde. Im Unterschied zum Rauchen einer Zigarette werden bei der Wasserpfeife kleine Kohlestückchen zum Glühen gebracht, der meist fruchtig aromatisierte Rauch wird durch Wasser gezogen und inhaliert. Für einen guten Genuss muss die Kohle gut durchgeglüht sein. Als Gast erhält man daher eine Wasserpfeife mit vorgeglühten Kohlestücken und setzt sich mit dieser an einen Platz im Raucherraum. Das Vorglühen erfolgt in einem separaten Raum, meistens unter Zuführung von Gas.
Die Gäste halten sich gemeinsam im Gästeraum auf und können dort oft Getränke zu sich nehmen.

Video zum Artikel:

Brand- & Arbeitsschutz in einer Shisha-Bar?

Entstehung von Kohlenmonoxid

Die Kohle in der Shisha verglüht und dabei wird als ein Nebenprodukt Kohlenmonoxid (CO) freigesetzt. Je mehr die Kohle glüht, desto mehr CO wird freigesetzt. Je ein Sauerstoffatom verbindet sich mit je einem Kohlenstoffatom. Beim Verglühen handelt es sich um eine unvollständige Verbrennung. Für eine vollständige Verbrennung muss mehr Sauerstoff zugeführt werden. Dabei verbinden sich je zwei Sauerstoffatome mit je einem Wasserstoffatom. Bei der vollständigen Verbrennung wird also Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Ab einer Konzentration von etwa acht Prozent in der Raumluft wird Kohlendioxid gefährlich für Menschen. Es gilt also für Barbetreiber verstärkt auf Arbeitsschutz und auf Brandschutz zu achten.
Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Es kann daher weder von einem Gast noch von einem Mitarbeiter der Shishabar wahrgenommen werden. CO ist leichter als die Raumluft und steigt daher nach oben.

Bei Kohlenmonoxid (CO) besteht Vergiftungsgefahr

Bereits kleinste Mengen von Kohlenmonoxid, das beim Rauchen einer Shisha freigesetzt wird, bedeuten Gefahr für den Menschen. Gemessen wird CO in ppm, also parts per million, zu Deutsch „Teile in einer Million Teilen“. Wenige Millionstel Anteile Kohlenmonoxid in der Raumluft können für Menschen tödlich sein, mindestens besteht aber die Gefahr einer Rauchvergiftung.

Wie groß die Gefahr in der Shishabar in einem Raum werden kann, in dem alle Anwesenden Wasserpfeife rauchen und dabei Kohle verglühen, hängt von mehreren Faktoren ab:

– Wie viele Personen rauchen gerade Wasserpfeife, also wie viel Kohle wird verglüht?
– Wie groß ist der Raum?
– Wie dicht stehen die Raucher und die Pfeifen beieinander?
– Wie gut wird die Raumluft ausgetauscht?

Da jede Pfeife eine separate Brandquelle darstellt, werden hier neben Fragen zum Arbeitsschutz auch Fragen zum Brandschutz berührt.

CO-Melder

Da einerseits von Kohlenmonoxid (CO) eine direkte Vergiftungsgefahr für Menschen ausgeht und andererseits beim Rauchen einer Shisha regelmäßig Kohlenmonoxid (CO) produziert wird und der Mensch es nicht wahrnehmen kann, müssen in der Shishabar CO-Melder aufgestellt werden. Diese messen permanent den CO-Gehalt in der Raumluft und registrieren dabei bereits kleinste Mengen im ppm-Bereich. CO-Melder oder auch CO-Warngeräte geben zum Beispiel mit einem akustischen Signal an, sobald sie Kohlenmonoxid in der Raumluft feststellen. Sie sind damit ein wertvolles Instrument im Arbeitsschutz.

Nützlich können sie zusätzlich auch im Brandschutz werden, da eine erhöhte CO-Konzentration in der Raumluft auch eine zu hohe Besuchermenge im Raucherraum bedeuten kann.
Die Gästeräume sind stets auf eine Höchstbesucherzahl ausgerichtet und auf eine Mindestverteilung der Gäste bzw. der aktiven Wasserpfeifen im Raum ausgelegt. Dabei wird kalkuliert, dass nie so viele Personen im Raum so dicht stehen dürfen, dass sie damit eine gefährliche CO-Konzentration produzieren könnten. Stehen versehentlich doch zu viele Wasserpfeifen mit glühender Kohle zu dicht im selben Raum, ist hierdurch auch die Brandgefahr erheblich erhöht. Daher kann ein Alarm durch den CO-Melder auch helfen, einen Brand zu verhindern.

Wichtig beim Einsatz von CO-Meldern ist es, Melder für den gewerblichen Gebrauch zu verwenden und jeden Tag einzeln den Testknopf zu betätigen.

Lüftungsanlage

In der Shishabar ist der Betrieb einer Lüftungsanlage verpflichtend vorgeschrieben. Dies ist vom Arbeitsschutz vorgegeben.
Die notwendige Leistung einer Lüftungsanlage bemisst sich nach der Anzahl der möglichen Shishas und der Raumgröße. Die Lüftungsanlage muss pro glühender Shisha 130 Kubikmeter Luft in der Stunde nach draußen blasen. Bei 20 Shishas im Raum muss sie also 2.600 Kubikmeter Luft pro Stunde schaffen.

Zusätzlich kann die Leistung der Anlage unterstützt werden und damit die Gefährdung der Besucher und der Mitarbeiter deutlich reduziert werden, indem zum Beispiel

– so wenig Kohle wie möglich verwendet wird,
– nur Wasserpfeifen mit geprüften Katalysatoren verwendet werden,
– geschlossene Aufsätze nur für je ein Kohlestück verwendet werden oder
– Shishas mit elektrisch beheizten Smokeboxen eingesetzt werden.

Brandgefahr

In der Shishabar geht einerseits eine mögliche Brandgefahr von jeder aktiven, also glühenden Shisha im Gästeraum aus, denn jede Wasserpfeife enthält glühende Kohlestückchen, die bei unbeabsichtigtem Herausfallen umliegende Materialien schnell entzünden können. Anderseits werden die Kohlestückchen in einem separaten Raum in der Regel mit einer Gasanfeuerungsanlage vorgeglüht. Hier kommen also permanent eine offene Flamme und brennbare Gase zusammen.

Im Sinne vom Brandschutz und auch im Sinne vom Arbeitsschutz müssen daher ausreichend Feuerlöscher mindestens der Klasse A gut sichtbar und gut erreichbar aufgestellt werden. Hier ist besonders darauf zu achten, dass die Wege zum Feuerlöscher und vom Feuerlöscher weg breit genug sind, um auch bei Hochbetrieb in der Bar noch als Fluchtweg dienen zu können. Die Feuerlöscher müssen so aufgestellt oder angebracht sein, dass sie niemandem im Wege stehen, keine Stolperfalle darstellen und nicht dazu anregen, unachtsam oder unbedacht beiseite gestellt zu werden.

Eine Begehung mit einem Experten für Brandschutz und mit einem Experten für Arbeitsschutz wird vor der Eröffnung der Bar und nach jeder Änderung in der Bar dringend empfohlen, falls sie nicht ohnehin vorgeschrieben ist.

Autor: Donato Muro. Co-Autor: Daniel Vanummißen

PDF “Rauchgasvergiftungen in Shisha-Bars vermeiden”

Brandschutzhelfer-Ausbildung auch im eigenen Betrieb

Der erfahrene Brandschutzexperte Donato Muro (Master of Engineering Vorbeugender Brandschutz) von Sicherheitsingenieur.NRW weist darauf hin, dass Arbeitgeber nach § 10 ArbSchG verpflichtet sind, mindestens fünf Prozent ihrer Belegschaft als Brandschutzhelfer (BSH) zu benennen.

Betriebliche Brandschutzhelfer und Brandschutzhelferinnen (BSH)

Bei der Berechnung der konkreten Anzahl an zu benennenden Belegschaftsmitgliedern für die Rolle als BSH sind Schichtbetrieb und auch Ausfälle wegen Urlaub und Krankheit zu berücksichtigen, wie auch möglicherweise andere im Betrieb anwesende Personen. Für kleine Unternehmen gilt, dass es keine Rolle spielt, ob die Berechnung nach der Fünf-Prozent-Regel mindestens eine eins ergibt. Für diese ist es sinnvoll, mindestens zwei Betriebsangehörige zu benennen.

Informationen Brandschutzhelfer BSH, hier klicken

Nach Donato Muro ist es wichtig, zu beachten, dass der Arbeitgeber zur Erfüllung seiner Pflichten aus der Brandschutzordnung gegebenenfalls mehr BSH als die genannten fünf Prozent seiner Belegschaft benötigt.

Haben Sie im Betrieb die Brandschutzordnung Teil A, Teil B und Teil C?

Bei einer großflächigen Ausdehnung seines Betriebs können Brandabschnitte weitläufiger sein oder es gibt mehr Brandabschnitte. Hier werden evtl. mehr Personen benötigt, um die große Fläche betreuen zu können. Betrieben mit einer hohen Personenanzahl, wie zum Beispiel Kinobesucher in einem Kino, benötigen mehr Helfer, um alle Personen zu überblicken.

Kontakt zu Donato Muro aufnehme, hier klicken

Bei erhöhter Brandgefährdung in einem Brandbereich ist eine entsprechend angepasste Anzahl an Helfern zu empfehlen, weil die Wahrscheinlichkeit von mehreren gleichzeitigen, auseinanderliegenden Brandherden zunimmt.
In allen Bereichen, in denen sich Personen mit eingeschränkter Mobilität aufhalten können, sind mehr Helfer notwendig, da die Personen je nach Lage des Brandherdes nicht mehr alleine den Gefahrenbereich verlassen können.

Nach einer entsprechenden Ausbildung haben BSH die folgenden Aufgaben:

• Die Bedienung eines Feuerlöschers zu beherrschen und ggf. im Notfall auch anderen nahezubringen,
• bei Feuer die Brandbekämpfung zu unterstützen und zum Beispiel auch die Feuerwehr einzuweisen,
• sicherzustellen, dass im Brandfall alle Anwesenden den Brandabschnitt verlassen,
• den vorbeugenden Brandschutz im Unternehmen zu unterstützen und
• ihr Wissen aktuell zu halten.

Durch ihre Kenntnisse im Brandschutz und ihrer gleichzeitigen genauen Ortskenntnisse im Brandabschnitt sind sie eine sehr wertvolle Unterstützung für das Unternehmen in der Mitarbeitersensibilisierung für alltägliche Gefahren. Gleichzeitig können sie in der Abstimmung allgemeiner Schutzmaßnahmen auf Besonderheiten in ihrem Abschnitt hinweisen.

Brandschutzhelfer werden Mitarbeitende, wenn der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin sie dazu ernennen und die notwendigen Schulungen erfolgreich abgeschlossen wurden. Es ist wichtig, dass die gewählten Personen im Ernstfall ruhig bleiben und sachlich ohne Panik die gefährdeten Personen anweisen können. Sie müssen in der Lage sein, die Gefahrenlage in kürzester Zeit richtig einzuschätzen.

Aus seiner täglichen Erfahrung bei Sicherheitsingenieur.NRW weiß Donato Muro, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der Benennung in der Regel nicht widersprechen können. Aufgrund der hohen Verantwortung sollten jedoch Bereitschaft und Freiwilligkeit vorhanden sein.

Ausbildung zum Brandschutzhelfer oder zur Brandschutzhelferin

Die Ausbildung zum BSH setzt sich aus einem theoretischen Teil und praktischen Übungen zusammen. Im Kern werden darin folgende Themen behandelt:

• Geltende Brandschutzregeln und maßgebliche gesetzliche Vorgaben
• Brandschutzordnung (DIN 14096 A-C)
• Vorbeugender Brandschutz in geschlossenen Räumen
• Betrieblicher Brandschutz, Bedeutung und Vorgehen
• Was passiert bei einem Brand und was beim Löschvorgang
• Brandschutz-Kennzeichnungen und Brandmeldeeinrichtungen
• Gefahren durch Brand für den einzelnen und individuelle Schutzmaßnahmen
• Verhalten im Brandfall
• Löschen mit dem Feuerlöscher
• Personenschutz, Personenrettung und Rettungswege
• Einleitung einer Evakuierung
• Alarmierung der Hilfskräfte und deren Einweisung und Unterstützung
• Praktische Übung der Benutzung von Feuerlöschern.

Zu betrieblichen Besonderheiten muss zusätzlich je nach Lage vor Ort geschult werden:

• die konkreten Produktionsabläufe,
• Arbeiten mit feuergefährlichen Substanzen,
• Brandschutzeinrichtungen vor Ort und
• das Löschen von Fetten, Gasen, Metallen und staubförmigen Stoffen.

Die Ausbildung zum Brandschutzhelfer dauert mindestens zwei Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten im theoretischen Teil, etwa zehn Minuten in der praktischen Übung und anschließend folgt noch die Einführung in den betrieblichen Brandschutz und in den jeweiligen Brandabschnitt.

Die Gültigkeit der Ausbildung beträgt maximal fünf Jahre. Brandschutzhelfer sollen etwa alle drei bis fünf Jahre in aktuellen Ausbildungen Ihr Wissen auffrischen.

Unter Sicherheitsingenieur.NRW können zusätzlich jeweils aktuelle Informationen im Internet nachgelesen werden. Donato Muro empfiehlt zudem, den Status der ausgebildeten Helfer regelmäßig, mindestens jährlich zu überprüfen auf Aktualität der betrieblichen Brandschutzordnung DIN 14096, Änderungen im Betrieb wie Umorganisationen oder räumliche Änderungen, Änderungen in der Belegschaft oder der Gefahrenbewertung. Letztlich können auch die Erfahrungen aus einem Betriebsbrand neue Ausbildungen notwendig werden lassen.

Die Kosten der Ausbildung zum BSH können sehr unterschiedlich sein. Es ist nicht vorgegeben, dass nur externe Ausbilder die Ausbildung leiten dürfen. Die Teilnahme an Sammelausbildungen in größeren Schulungsveranstaltungen kann zudem hohe Reise- und ggf. Unterbringungskosten für mehrere Personen mit sich bringen. Schulungen direkt im Betrieb vor Ort haben dagegen den Vorteil, dass stärker auf örtliche Begebenheiten eingegangen werden kann.

Sicherheitsingenieur.NRW unterstützt hier bei der Entwicklung des für Ihren Betrieb passenden Konzepts.

Der Ausbilder – die Ausbilderin

Die Ausbildung zum BSH kann durch den Arbeitgeber selbst erfolgen, durch beauftragte Personen oder auch in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, wie Sicherheitsingenieur.NRW.

Ausbilder müssen fachkundig sein. Als fachkundig gelten Personen, die

• zur Feuerwehr gehören und mindestens den Lehrgang zum „Gruppenführer“ erfolgreich abgeschlossen haben,
• ein Studium mit Fachrichtung Brandschutz absolviert haben,
• eine Prüfung zum Brandschutzbeauftragten mit Prüfungsnachweis abgelegt haben oder
• die Fachkräfte Arbeitssicherheit sind mit Zusatzausbildung Brandschutz.

Donato Muro (Sicherheitsingenieur.NRW) bildet auch Brandschutzbeauftragte (BSB) online aus. Diese BSB können bei Ihnen vor Ort innerbetrieblich dann die eigenen Brandschutzhelfer ausbilden. Durch die genauen Ortskenntnisse und die sehr detaillierten Kenntnisse der Arbeitsabläufe kann ein Betriebs-zugehöriger BSB stärker und regelmäßig auf die Besonderheiten des Betriebs eingehen.

Online Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten BSB, um selbst BSH auszubilden, hier klicken

Brandschutzhelfer-Ausbildung im Betrieb

Die Ausbildung im eigenen Betrieb ist bewusst möglich und erlaubt. Donato Muro unterstreicht die besondere Bedeutung der innerbetrieblichen Helfer vor Ort. Sie sind bereits anwesend, während die Feuerwehr noch gerufen wird. Dadurch können viele Brände schon vor Eintreffen der Hilfskräfte eingedämmt werden.

Die Ausbildung vor Ort kann Kosten niedrig halten und gleichzeitig hält sie die Mitarbeiter nicht länger von ihrer Arbeit ab als für die Ausbildung selbst absolut erforderlich. Durch beides wird die Bereitschaft zur Ausbildung und deren Erfolg zusätzlich unterstützt, sagt Donato Muro.

Sicherheitsingenieur.NRW bietet die Ausbildung bei Ihnen vor Ort an. Donato Muro bildet mit seiner ausgeprägten Qualifikation auf seinem Gebiet Brandschutzhelfer auch in Ihrem Betrieb aus.

Donato Muro

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Tragen Sie sich in unsere Mailingliste ein, um ungefähr einmal im Monat unsere aktuellen Angebote und Informationen zu unseren Dienstleistungen zu erhalten.

Vielen Dank. Sie werden jetzt weitergeleitet.