Dienstfahrräder, Jobräder und Pedelecs sind längst ein fester Bestandteil moderner Mobilitätskonzepte. Unternehmen nutzen sie für innerbetriebliche Transporte, Dienstfahrten oder als attraktives Mitarbeiter-Benefit. Doch was viele Arbeitgeber übersehen: betriebliche Fahrräder sind Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – und müssen daher regelmäßig geprüft werden.
Eine UVV-Prüfung (Unfallverhütungsvorschrift) stellt sicher, dass Fahrräder und Pedelecs betriebssicher sind und schützt damit Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.
Rechtliche Grundlagen: Was gilt für die UVV-Prüfung?
Die Pflicht zur Prüfung ergibt sich aus mehreren Regelwerken:
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) Arbeitgeber müssen Gefährdungen bei Nutzung von Arbeitsmitteln bewerten und regelmäßige Prüfungen veranlassen (§§ 3, 14 BetrSichV).
DGUV Vorschrift 70 §57 (Fahrzeuge) Für betrieblich genutzte Fahrzeuge – dazu gehören S-Pedelecs (45 km/h) – ist mindestens einmal jährlich eine Sachkundigenprüfung vorgeschrieben.
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO §63a ff.) Jedes Fahrrad im Straßenverkehr muss jederzeit verkehrssicher sein (Beleuchtung, Bremsen, Reflektoren, Reifen).
Technische Regeln TRBS 1203 Prüfungen dürfen nur von zur Prüfung befähigten Personen durchgeführt werden. Diese müssen Fachausbildung, Berufserfahrung und aktuelle Tätigkeit im relevanten Bereich nachweisen können.
👉 Wichtig: Normale Fahrräder und Pedelecs 25 fallen zwar nicht direkt unter die DGUV Vorschrift 70, aber sobald sie betrieblich genutzt werden, greift die BetrSichV – und damit auch die Pflicht zur regelmäßigen Prüfung und Dokumentation. Arbeitgeber, die hier nachlässig sind, riskieren Haftungsprobleme im Schadensfall.
Wer darf prüfen?
Befähigte Person nach TRBS 1203 Nur geschulte Fachkräfte dürfen UVV-Prüfungen rechtssicher durchführen und dokumentieren.
Unterstützende Tätigkeiten Azubis oder Laien dürfen Sichtprüfungen oder einfache Wartung (z. B. Reifenluftdruck kontrollieren) übernehmen, aber kein Prüfprotokoll unterschreiben.
Prüfumfang: Was wird kontrolliert?
Eine UVV-Prüfung umfasst alle sicherheitsrelevanten Bauteile. Typischer Prüfkatalog:
Bremsen: Vorder- und Hinterrad, Beläge, Scheiben, Leitungen, Rücktritt
Beleuchtung & Reflektoren: Front- und Rücklicht, Dynamo/Akku, Speichen- und Pedalreflektoren
Unser Service: Prüfung & Ausbildung aus einer Hand
Als Spezialisten für Arbeitssicherheit bieten wir Ihnen zwei Wege an, wie Sie Ihre Fahrräder und Pedelecs rechtssicher prüfen lassen können:
Komplettservice: Wir führen die UVV-Prüfung für Sie durch – bei Ihnen vor Ort oder in unserer Fachwerkstatt. Sie erhalten ein vollständiges Prüfprotokoll und auf Wunsch eine Prüfplakette.
So haben Sie die Wahl: Komfortable Auslagerung oder eigene Kompetenz im Unternehmen – in beiden Fällen sind Sie auf der sicheren Seite.
Fazit
Die UVV-Prüfung für Fahrräder und Pedelecs ist ein entscheidender Baustein für Betriebssicherheit, Rechtssicherheit und Mitarbeiterschutz. Sie stellt sicher, dass Fahrzeuge nicht nur verkehrstauglich, sondern auch betriebssicher sind. Arbeitgeber, die regelmäßig prüfen (lassen), handeln nicht nur gesetzeskonform, sondern zeigen auch Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten.
Unser Tipp: Nutzen Sie die Chance, Ihre Dienstfahrräder jetzt prüfen oder Ihr Team schulen zu lassen – und kombinieren Sie Sicherheit mit Effizienz.
Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot oder informieren Sie sich über unsere Ausbildungsprogramme zur befähigten Person für Fahrräder und Pedelecs.
Die DIN 18357 ist Teil der VOB/C und regelt die Beschlagarbeiten im Bauwesen. Dazu zählen die Montage und Befestigung von Beschlägen wie Türgriffen, Schlössern, Scharnieren oder auch Torbeschlägen. Als Allgemeine Technische Vertragsbedingung (ATV) legt sie die anerkannten Regeln der Technik für dieses Gewerk fest und ist damit ein zentrales Dokument für Auftraggeber und Auftragnehmer im Bauwesen.
Für Bauleiter, SiGeKo und Fachkräfte für Arbeitssicherheit stellt sich jedoch immer wieder die Frage: Welchen Bezug hat die DIN 18357 zum Arbeitsschutz?
Was regelt die DIN 18357 konkret?
Die ATV DIN 18357 legt fest:
Anforderungen an Beschläge und deren Verarbeitung
Vorbereitung der Bauteile (z. B. Türen, Fenster, Möbel)
fachgerechte Ausführung der Montage
Nebenleistungen wie Abdichtungen oder Justierungen
Besondere Leistungen, z. B. Sonderanfertigungen
Grundlagen für die Abrechnung
Damit sichert die Norm die technische Qualität und Einheitlichkeit von Beschlagarbeiten.
Arbeitsschutz: keine Exklusivregelung in der DIN 18357
Wichtig zu wissen: Die DIN 18357 enthält keine eigenen Arbeitsschutzvorgaben. Wie alle ATV der VOB/C ist sie auf technische Standards fokussiert, nicht auf Sicherheit und Gesundheitsschutz.
Die Verantwortung für den Arbeitsschutz bleibt an anderer Stelle geregelt:
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
DGUV-Vorschriften und Regeln
Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR)
Das bedeutet: Wer auf einer Baustelle Beschlagarbeiten durchführt, muss die technischen Vorgaben der DIN 18357 und gleichzeitig die Arbeitsschutzpflichten nach Gesetz und DGUV einhalten.
Praxisbezug für SiGeKo, SiFa und Bauleiter
In der Baupraxis zeigt sich oft ein Spannungsfeld:
Die DIN 18357 regelt, wie Beschlagarbeiten fachlich korrekt auszuführen sind.
Der Arbeitsschutz regelt, wie die Arbeiten sicher durchzuführen sind.
Für Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren (SiGeKo), Fachkräfte für Arbeitssicherheit (SiFa) und Bauleiter bedeutet das:
Technische Normen allein reichen nicht aus.
Eine Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht.
Sicherheitsmaßnahmen – etwa PSA, ergonomische Arbeitsmethoden oder sichere Arbeitsplätze – müssen ergänzend organisiert werden.
Nur durch die Verknüpfung beider Ebenen (Technik & Arbeitsschutz) ist ein rechtssicherer und sicherer Baustellenbetrieb gewährleistet.
Warum das für Bauherren und Unternehmen wichtig ist
Viele Bauherren und Unternehmer verlassen sich ausschließlich auf die Einhaltung der VOB/C. Dabei wird oft übersehen: Arbeitsschutzpflichten lassen sich nicht durch die VOB ersetzen.
Das bedeutet konkret:
Unfälle auf der Baustelle können trotz DIN-konformer Ausführung entstehen.
Die Haftung bleibt immer beim Arbeitgeber bzw. beim Unternehmer.
Nur eine klare Verzahnung von Normen und Arbeitsschutzmanagement schützt zuverlässig vor rechtlichen und gesundheitlichen Risiken.
Sicherheitsingenieur.NRW – Unterstützung in der Praxis
Gerade im Bereich Baustellensicherheit ist es entscheidend, beide Ebenen sauber zu trennen und trotzdem zusammenzuführen. Hier setzt Sicherheitsingenieur.NRW an:
Fachgerechte Beratung zu VOB/C und DIN-Normen
Unterstützung bei der Umsetzung von Arbeitsschutzpflichten
Praxisnahe Schulungen für SiGeKo, Bauleiter und Fachkräfte für Arbeitssicherheit
Unter Leitung von Donato Muro, Sicherheitsingenieur und Jurist, wird dabei sichergestellt, dass Technik, Recht und Arbeitsschutz praxisnah und rechtssicher ineinandergreifen.
Fazit
Die DIN 18357 ist eine wichtige technische Norm für Beschlagarbeiten – aber keine Arbeitsschutznorm. Arbeitsschutzpflichten ergeben sich ausschließlich aus Gesetzen, Verordnungen und DGUV-Regeln.
Für SiGeKo, SiFa und Bauleiter heißt das:
Technische Normen im Blick behalten
Arbeitsschutzmaßnahmen ergänzen
Gefährdungen aktiv bewerten und minimieren
So entsteht ein Zusammenspiel, das sichere Arbeitsbedingungen auf Baustellen gewährleistet – und genau hier unterstützt Sicherheitsingenieur.NRW mit Erfahrung, Fachwissen und praxisnaher Beratung.
Seit Juni 2025 gilt der überarbeitete DGUV Grundsatz 311-004 – und er bringt einen fundamentalen Wandel für die Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten (SiBe). Was bisher in vielen Betrieben und Schulungen uneinheitlich und oft theorielastig ablief, ist jetzt klar geregelt: einheitliche Standards, klare Lernziele, praxisnahe Methoden und der verpflichtende Bezug zur realen Arbeitssituation im Betrieb.
Lernziele, die nicht nur Wissen, sondern konkrete Handlungskompetenz vermitteln
Typische Handlungssituationen, die die SiBe im Betrieb realistisch erleben und üben sollen
Qualitätsanforderungen an Anbieter, damit die Ausbildung wirksam, modern und praxisnah ist
Der Fokus verschiebt sich: Weg vom reinen Wissen, hin zur aktiven Handlungskompetenz. Sicherheitsbeauftragte sollen künftig in der Lage sein, Gefährdungen selbstständig zu erkennen, wirksame Lösungen vorzuschlagen, andere zu motivieren und aktiv an der Gestaltung sicherer Arbeitsbedingungen mitzuwirken.
Der didaktische Game-Changer: QualiWING
Parallel zum neuen Grundsatz setzt die DGUV mit dem QualiWING-Modell einen methodischen Maßstab. Dieses Konzept bringt:
Moderne Lehrmethoden wie Workshops, Rollenspiele, Planspiele (z. B. ASA-Sitzung) und praxisnahe Fallanalysen
Das Ziel: Sicherheitsbeauftragte lernen nicht nur theoretisch, wie Sicherheit funktioniert – sie erleben und trainieren es so, dass sie im Betrieb sofort wirksam werden können.
Warum das jetzt wichtig ist
Rechtssicherheit: Der DGUV Grundsatz 311-004 ist der neue Standard – und Betriebe müssen ihre Ausbildung daran anpassen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Wirksamkeit: Die neue Ausbildung steigert nachweislich die Präventionskultur im Unternehmen.
Nachhaltigkeit: Durch praxisnahes Lernen bleibt Wissen nicht im Seminarraum, sondern wirkt langfristig im Betrieb.
Attraktivität für Fachkräfte: Eine moderne, praxisorientierte Ausbildung motiviert Sicherheitsbeauftragte und stärkt ihre Bindung ans Unternehmen.
Wir sind die Ersten, die umsetzen
Als Sicherheitsingenieur.NRW setzen wir den neuen DGUV-Standard sofort und vollständig um – inklusive der modernen QualiWING-Didaktik.
Unsere SiBe-Grundqualifizierung:
2-tägige Präsenzschulung (16 Lerneinheiten)
Klare Struktur mit Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz
Praxisnahe Übungseinheiten und realistische Handlungssituationen
Transferplanung für den direkten Einsatz im Betrieb
Für Betriebe, die eigene Ausbilder einsetzen wollen, bieten wir zusätzlich die Train-the-Trainer-Ausbildung für SiBe-Lehrbegleiter an. So können Unternehmen künftig die Grundqualifizierung intern, aber dennoch DGUV-konform durchführen.
Unser Versprechen
Erster Anbieter in Deutschland, der die neue DGUV 311-004 mit QualiWING kombiniert
Praxisorientiert statt theorielastig
Direkter Nutzen für Betrieb, Führungskräfte und Beschäftigte
Erfüllung aller Qualitätsanforderungen an Anbieter und Lernbegleiter
Fazit
Der DGUV Grundsatz 311-004 markiert einen Paradigmenwechsel in der Sicherheitsbeauftragten-Ausbildung: Kompetenzorientiert, praxisnah, nachhaltig.
Wer jetzt umstellt, hat nicht nur Rechtssicherheit, sondern gewinnt engagierte, handlungsfähige Sicherheitsbeauftragte, die im Betrieb wirklich etwas bewegen.
Informieren Sie sich jetzt über unsere SiBe-Grundqualifizierung und Train-the-Trainer-Ausbildung. 📞 0211 83836660 | ✉ info@sicherheitsingenieur.nrw | 🌐 www.sicherheitsingenieur.nrw
Sicherheit im Lager steht und fällt mit der regelmäßigen und fachkundigen Prüfung von Regalanlagen. Ob Fachboden-, Paletten- oder Kragarmregal: Bereits kleine Beschädigungen können schwerwiegende Folgen haben. Um die Sicherheit zuverlässig zu gewährleisten, hat sich die Nutzung einer speziellen Regal-Prüflehre bewährt. Doch wie genau funktioniert diese? In diesem Beitrag erklären wir dir einfach und verständlich, wie du mit der Regal-Prüflehre schnell und sicher deine Regale prüfst.
Was genau ist eine Regal-Prüflehre?
Die Regal-Prüflehre ist ein handliches Messwerkzeug, das speziell für die Regalprüfung nach DGUV Information 208-061 und DIN EN 15635 entwickelt wurde. Sie hilft dir, schnell zu erkennen, ob Regalstützen oder andere tragende Elemente verformt oder beschädigt sind – und das ganz ohne technische Vorkenntnisse!
Die Prüflehre besitzt verschiedene Messstufen:
3 mm, 5 mm, 6 mm, 10 mm und 20 mm
Jede Stufe entspricht einem kritischen Grenzwert, den deine Regale nicht überschreiten dürfen.
Regalprüfung in der Praxis – Schritt für Schritt erklärt:
Schritt 1: Vorbereiten der Prüfung
Prüflehre griffbereit halten.
Vergewissere dich, dass die Prüflehre sauber und unbeschädigt ist, damit du korrekte Ergebnisse erhältst.
Schritt 2: Messung durchführen
Lege die Prüflehre mit der passenden Messstufe an die Regalstütze.
Prüfe nun, ob zwischen Regalstütze und Prüflehre ein sichtbarer oder fühlbarer Spalt entsteht.
Schritt 3: Ergebnis bewerten
Liegt die Prüflehre flach an und es ist kein oder kaum ein Spalt erkennbar? → Das Regal ist sicher.
Ist ein deutlicher Spalt sichtbar? → Das Regal hat eine kritische Beschädigung und darf nicht mehr belastet werden, bevor es repariert wurde.
Schritt 4: Ergebnisse dokumentieren
Notiere alle Ergebnisse deiner Prüfung direkt in einem Prüfprotokoll.
Dokumentiere auch, welche Maßnahmen erforderlich sind (z. B. Reparatur, Austausch).
Spannende Fakten zur Regalprüfung:
Schon eine kleine Beschädigung von nur 3 mm Tiefe kann die Tragfähigkeit eines Regals um bis zu 30 % reduzieren!
Verschiedene Messstufen an der Prüflehre helfen dir, unterschiedlich schwere Beschädigungen präzise einzuschätzen.
Die Regal-Prüflehre besteht aus rostfreiem Edelstahl, damit du dauerhaft exakte Messungen erhältst – auch unter anspruchsvollen Lagerbedingungen.
Wichtige Tipps zur sicheren Anwendung:
Prüfe mindestens einmal jährlich – bei intensiver Nutzung oder schweren Lasten besser sogar halbjährlich.
Prüfe Regale möglichst im unbeladenen Zustand, damit du Schäden einfacher erkennen kannst.
Bewahre die Prüflehre gut erreichbar auf – idealerweise an einem Schlüsselband, das du stets bei dir trägst.
Fazit: Regal-Prüflehre macht deine Prüfungen einfacher und sicherer
Die regelmäßige Regalprüfung mit der Regal-Prüflehre ist leicht zu erlernen und erhöht die Sicherheit in deinem Lager erheblich. Egal ob du Neuling bist oder bereits erste Erfahrung hast – mit der Regal-Prüflehre bist du bestens ausgerüstet für deine verantwortungsvolle Tätigkeit als Regalinspekteur.
Werde geprüfte befähigte Person zur Prüfung von Regalanlagen
Du möchtest professionell als Regalinspekteur durchstarten und alle wichtigen Grundlagen gemäß BetrSichV und DIN EN 15635 lernen?
Dann empfehlen wir dir unseren praxisorientierten Online-Kurs:
Im Kurs lernst du Schritt für Schritt, worauf es bei der Prüfung von Regalen ankommt. Nach erfolgreicher Prüfung kannst du dir sogar kostenlos eine Regal-Prüflehre zusenden lassen, damit du sofort startklar bist!
Wir freuen uns auf dich und wünschen dir viel Erfolg bei deinen Regalprüfungen!
Notduschen und Augenduschen gehören zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen in Betrieben, die mit Gefahrstoffen arbeiten. Ob Chemielabor, industrielle Fertigung oder Werkstatt – überall dort, wo ätzende Substanzen, Chemikalien oder heiße Flüssigkeiten zum Einsatz kommen, ist eine einsatzbereite Notdusche unverzichtbar.
Doch sind die Not- und Augenduschen in Ihrem Betrieb wirklich funktionsfähig und regelmäßig geprüft? Die Realität sieht oft anders aus. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass trotz vorhandenem Sicherheitsbewusstsein gravierende Mängel auftreten, weil Prüfungen nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurden.
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige darüber, warum Notduschen regelmäßig geprüft werden müssen, welche gesetzlichen Anforderungen gelten und wie Sie sich und Ihr Unternehmen rechtssicher absichern können.
🚨 Risiken unterschätzen? Die Folgen können gravierend sein
Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter hantiert mit einer ätzenden Chemikalie und es kommt zum Kontakt mit Augen oder Haut. Innerhalb weniger Sekunden entstehen schmerzhafte Verletzungen. In genau diesem Moment entscheidet sich, ob eine Notdusche oder Augendusche funktioniert oder nicht.
Ein häufiges Problem in der Praxis: Die Notduschen sind vorhanden, aber nicht funktionsfähig. Entweder ist das Wasser zu kalt, zu schwach oder die Dusche ist blockiert oder defekt. Solche Mängel werden oft erst dann entdeckt, wenn es bereits zu spät ist. Die Folge: dauerhafte Schäden oder sogar bleibende Erblindung, verbunden mit enormen Haftungsrisiken für Arbeitgeber und Führungskräfte.
🛠️ Warum regelmäßige Prüfungen gesetzlich vorgeschrieben sind
Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie relevanter Normen wie der DIN EN 15154 und der ASR A1.3 müssen Not- und Augenduschen regelmäßig kontrolliert werden.
Die vorgeschriebenen Prüfungen umfassen:
Wöchentliche Sichtprüfung: Sind Zugänglichkeit, Zustand und Kennzeichnung einwandfrei?
Monatliche Funktionsprüfung: Entspricht der Wasserfluss und die Temperatur den vorgeschriebenen Werten?
Jährliche umfassende Prüfung: Eine vollständige technische Kontrolle und Dokumentation im Prüfbuch.
Diese Prüfungen sind nicht freiwillig – sie sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen der Sicherheit der Mitarbeitenden und der rechtlichen Absicherung des Unternehmens.
Wer darf diese Prüfungen durchführen?
Nicht jede Person darf Notduschen prüfen. Laut der Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS 1203) ist ausdrücklich festgelegt, dass nur eine „zur Prüfung befähigte Person“ diese Kontrollen durchführen darf.
Diese befähigte Person benötigt:
eine geeignete technische Berufsausbildung
ausreichende Berufserfahrung
regelmäßige fachliche Weiterbildung
Nur wenn diese Kriterien erfüllt sind, sind die Prüfungen auch rechtswirksam und bieten Ihrem Unternehmen Rechtssicherheit im Schadensfall.
Online-Ausbildung Befähigte Person zur Prüfung von Not- und Augenduschen
Nach Abschluss sind Sie berechtigt, die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen eigenverantwortlich durchzuführen und zu dokumentieren.
Typische Fehler bei der Prüfung und Wartung von Notduschen
Folgende Fehler sind besonders häufig:
Mangelhafte Dokumentation: Prüfungen werden nicht oder unvollständig dokumentiert.
Unklare Zuständigkeiten: Niemand weiß genau, wer zuständig ist, oder Prüfungen werden gar nicht durchgeführt.
Technische Mängel übersehen: Häufig bleiben verstopfte Düsen, defekte Dichtungen oder nicht funktionierende Heizungen unbemerkt.
Diese Fehler wirken zunächst klein, können im Ernstfall aber schwere Folgen haben – sowohl gesundheitlich als auch rechtlich. Regelmäßige und ordnungsgemäße Prüfungen und eine lückenlose Dokumentation verhindern solche Risiken effektiv.
Wie erfolgt die Dokumentation richtig?
Jede durchgeführte Prüfung muss nachweisbar dokumentiert werden. Dazu dient ein detailliertes Prüfprotokoll, das Folgendes enthalten muss:
Datum und Uhrzeit der Prüfung
Name und Unterschrift des Prüfers
Standort und Bezeichnung der Notdusche
Prüfergebnisse (Durchfluss, Temperatur)
Festgestellte Mängel und deren Maßnahmen zur Behebung
Diese Dokumentation sollte mindestens zwei Jahre archiviert werden, idealerweise digital, um jederzeit nachvollziehbar zu sein. Fehlt diese Dokumentation, drohen bei Unfällen erhebliche rechtliche Konsequenzen.
Ihr Weg zur „zur Prüfung befähigten Person für Notduschen“ – einfach online!
Sie möchten die Prüfungen von Not- und Augenduschen zukünftig selbst durchführen oder Ihre Mitarbeitenden dazu befähigen? Mit unserer Online-Ausbildung „Zur Prüfung befähigte Person für Not- und Augenduschen“ erwerben Sie alle notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten – rechtssicher, flexibel und mit anerkanntem Abschluss.
Kursinhalte:
Rechtliche Grundlagen (BetrSichV, ArbStättV, DIN EN 15154, ASR A1.3, TRBS 1203)
Praxisübungen für Sicht- und Funktionsprüfung
Anforderungen an Prüfprozesse und Dokumentation
Umgang mit typischen Fehlern und Mängeln
Praktische Lösungen und Checklisten zur sofortigen Umsetzung im Betrieb
Ihre Vorteile:
Ortsunabhängige Online-Ausbildung
Interaktive Lernmodule und praxisnahe Übungen
Sofortige Umsetzung im Unternehmen möglich
Rechtssichere Nachweisführung und anerkannter Abschluss
Machen Sie Ihren Betrieb sicherer und schützen Sie sich vor Haftungsrisiken durch eine fachlich fundierte Ausbildung Ihrer Mitarbeitenden.
Anmeldung Online-Ausbildung
Mit dieser Online-Ausbildung werden Sie zur fachlich und rechtlich anerkannten zur Prüfung befähigten Person für Not- und Augenduschen qualifiziert.
Die Prüfung und Wartung von Not- und Augenduschen sind keine Formalitäten – sie sind lebenswichtige Maßnahmen. Sie sichern die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden und schützen Sie und Ihr Unternehmen vor rechtlichen Konsequenzen.
Starten Sie jetzt in eine sichere Zukunft – mit der zertifizierten Online-Ausbildung zur „zur Prüfung befähigten Person für Notduschen“ und gewährleisten Sie in Ihrem Betrieb Sicherheit, Verantwortung und Rechtssicherheit zugleich.
Augenverätzungen und -verbrennungen gehören zu den gefährlichsten, aber zugleich häufig unterschätzten Arbeitsunfällen. In Betrieben, in denen mit Chemikalien gearbeitet wird – etwa in Laboren, Werkstätten oder auf Baustellen –, kann ein Spritzer ausreichen, um lebenslanges Leid zu verursachen. Und: In solchen Momenten entscheidet nicht der Arzt über das Schicksal des Auges – sondern die Person, die zuerst hilft.
Was viele nicht wissen: Die allererste Maßnahme nach einem Kontakt mit Laugen, Säuren oder heißen Substanzen ist nicht ein Anruf beim Notruf – sondern das sofortige Spülen des betroffenen Auges mit einer geeigneten Flüssigkeit. Und zwar sofort, ausdauernd und fachgerecht.
Lauge oder Säure – beides gefährlich, aber unterschiedlich tückisch
Laugen wie Natronlauge, Ammoniak oder Zement greifen das Auge extrem schnell an. Sie dringen rasch ins Gewebe ein, lösen Zellwände auf und zerstören die Hornhaut regelrecht von innen. Bereits nach Sekunden kann die Iris, Linse oder sogar der Ziliarkörper betroffen sein. Die Schäden sind tief, schmerzhaft – und oft irreversibel.
Säuren verätzen das Auge langsamer, aber nicht weniger gefährlich. Sie denaturieren Eiweiße, was zu einer Art „Verkochung“ an der Oberfläche führt. Dadurch wird das tiefere Eindringen zwar etwas gebremst, doch starke Säuren wie Flusssäure oder Schwefelsäure umgehen diesen „Schutzmechanismus“ vollständig. Das Auge verliert sein klares Gewebe, Gefäße thrombieren, die Hornhaut trübt ein. Ohne sofortige Hilfe bleibt oft nur ein trüber, schmerzhafter Sehrest.
Spülen, spülen, spülen – aber bitte richtig!
Die wichtigste Erstmaßnahme lautet also: sofortiges und gründliches Spülen. Aber was heißt das konkret?
Je früher, desto besser: Jede Sekunde zählt – Spülbeginn am besten innerhalb der ersten 30 Sekunden.
Nicht zu kurz: Mindestens 15 Minuten spülen, bei starken Verätzungen auch länger.
Nicht alleine: Der Verletzte kann das Auge meist nicht selbst offen halten. Deshalb ist ein Helfer notwendig, der das Lid öffnet und die Flüssigkeit gezielt ins Auge bringt.
Alle Richtungen spülen: Das Auge sollte in alle Blickrichtungen geführt werden, damit auch die Umschlagfalten ausgespült werden.
Nie aufhören, wenn der pH-Wert nicht stimmt: Erst wenn das Auge neutral ist (pH 7), darf man die Spülung beenden.
Das Problem: In der Realität fehlt oft das Wissen oder die Vorbereitung. Wer nicht regelmäßig geschult ist, wird in so einer Situation unsicher, zögert – und verliert wertvolle Zeit.
Welches Spülmittel ist das richtige?
Natürlich ist sauberes Wasser besser als gar nichts. Doch ideal ist es nicht. Denn reines Wasser ist hypoton, was bedeutet: Es kann bei verletztem Augengewebe das Gewebe aufquellen lassen und so das Eindringen von Chemikalien sogar verstärken.
Besser geeignet sind:
Ringerlaktat-Lösung
Balanced Salt Solution (BSS)
Diphoterine® / Previn® (amphoteres Spülmittel für Säuren und Laugen)
Vorsicht: Phosphathaltige Lösungen (z. B. Isogutt®) sind absolut ungeeignet. Sie können mit freigesetztem Kalzium reagieren und zu Hornhautverkalkung führen – ein Albtraum für jeden Augenarzt.
Nicht nur spülen – auch schauen, was drinsteckt
Besonders bei Unfällen mit Zement, Kalk oder Metallspritzern reicht das Spülen alleine oft nicht. Reste der Substanzen setzen sich in die Bindehautumschläge oder sogar unter das Lid. Dann hilft nur eins: Lid ektropionieren, also vorsichtig umklappen, und alles gründlich entfernen. Ein spezieller Tupfer oder – in manchen Fällen – Öl kann helfen, die Rückstände zu lösen. Eine pauschale „Spülung von außen“ ist hier nicht ausreichend.
Und was passiert nach der Ersten Hilfe?
Das entscheidet der Augenarzt – je nach Schweregrad. Leichte Verätzungen heilen meist folgenlos ab. Schwere Fälle brauchen eine gezielte, oft auch chirurgische Versorgung. Bei tiefen Schäden drohen Entzündungen, Glaukome, Vernarbungen oder sogar der vollständige Verlust des Auges. Dann helfen nur noch spezialisierte Zentren mit plastisch-rekonstruktiven Möglichkeiten.
Besonders bei Stadium III und IV der Schädigung – also bei tiefgreifender Zerstörung von Hornhaut, Iris und umliegenden Strukturen – muss die Behandlung aggressiv und frühzeitig erfolgen. Entzündungshemmung, Antibiotika, Schutzmaßnahmen, eventuell Transplantationen – alles muss aufeinander abgestimmt sein. Aber: Ohne gute Erste Hilfe ist auch der beste Augenarzt machtlos.
Fazit: Wer zögert, riskiert das Augenlicht
In vielen Betrieben ist die Augenspülung ein „vergessenes Thema“. Die Notdusche wird zwar montiert, aber nie benutzt. Die Spülflasche steht irgendwo im Schrank. Niemand weiß, wie man sie anwendet. Und Schulungen? Fehlanzeige.
Dabei ist klar: Der Unterschied zwischen Sehen und Blindheit entscheidet sich oft in den ersten drei Minuten nach dem Unfall.
Sorge dafür, dass die Notduschen zugänglich, einsatzbereit und sauber sind.
Unterweise dein Team regelmäßig – nicht nur theoretisch, sondern praktisch.
Und wenn du selbst im Ernstfall hilfst: Handle schnell, sicher und ohne Angst.
Denn dein Eingreifen kann der Unterschied sein – zwischen einem blinden Auge und einem Menschen, der weiter klar durchs Leben sieht.
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