Mit der Lärmexpositions-Rechner-Suite berechnen Sie den Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h aus mehreren Tätigkeiten, prüfen den Spitzenschalldruckpegel, ermitteln die Wochenexposition, zulässige Einwirkzeiten sowie energetische Pegelsummen und führen einen begrenzten Gehörschutz-Plausibilitätscheck durch.
Alle Berechnungen laufen ausschließlich lokal in Ihrem Browser. Eingaben werden weder übertragen noch gespeichert. Die Suite verwendet die deutschen Auslösewerte für Lärm am Arbeitsplatz.
Kostenlos · ohne Registrierung · sechs Fachmodule
Lärmexposition vollständig berechnen und einordnen
Die Suite verbindet die energetische Berechnung mit einer nachvollziehbaren Einordnung der Auslösewerte. Für belastbare Ergebnisse benötigen Sie repräsentative, fachkundig ermittelte Eingabedaten. Maschinenangaben oder Smartphone-Messungen sind nicht automatisch mit personenbezogenen Expositionswerten gleichzusetzen.
Hauptrechner
Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h
Erfassen Sie alle repräsentativen Tätigkeiten eines Arbeitstages mit A-bewertetem äquivalentem Dauerschallpegel LpAeq und Einwirkdauer. Die Beiträge werden energetisch auf den Bezugszeitraum von acht Stunden normiert und nicht arithmetisch gemittelt.
LEX,8h = 10 · log10[Σ(Ti/8 h · 100,1 · LpAeq,i)]Tätigkeiten eingeben und Berechnung starten
Sie erhalten den LEX,8h, die Teilbeiträge, den Energieanteil jeder Tätigkeit, den Zeitvergleich und eine Schwellenwert-Einordnung.
Sonderfall nach § 15
Wochen-Lärmexpositionspegel LEX,40h
Tragen Sie für die fünf Arbeitstage jeweils den bereits auf acht Stunden bezogenen Tages-Lärmexpositionspegel ein. Ein leerer Tag wird als Tag ohne Lärmexposition gewertet. Die Wochenexposition ist ein energetischer Mittelwert über fünf Referenztage.
Tageswerte eingeben
Der Rechner bildet daraus den energetischen Wochenwert LEX,40h.
Planungshilfe
Einwirkzeit bis 80 oder 85 dB(A)
Für einen über die gesamte Einwirkzeit konstanten Pegel berechnet das Modul die mathematische Dauer, bei der ein Tages-Lärmexpositionspegel von 80 beziehungsweise 85 dB(A) erreicht wird. Jede Erhöhung um 3 dB verdoppelt näherungsweise die Schallenergie und halbiert die zulässige Dauer.
Pegel eingeben
Sie erhalten die rechnerischen Einwirkzeiten für beide Auslösewerte.
Akustische Hilfsrechnung
Pegel energetisch addieren und mitteln
Berechnen Sie die Summe mehrerer gleichzeitig wirkender, unabhängiger Schallquellen oder den energetischen Mittelwert mehrerer gleich gewichteter Pegel. Dezibelwerte dürfen nicht arithmetisch addiert werden.
Mindestens zwei Pegel eingeben
Ausgegeben werden Pegelsumme, energetischer Mittelwert, Höchstpegel und Pegelzuwachs.
Impuls- und Spitzengeräusche
Spitzenschall-Schnellcheck LpC,peak
Der C-bewertete Spitzenschalldruckpegel wird unabhängig vom Tages-Lärmexpositionspegel beurteilt. Ein kurzer Impuls kann deshalb einen Auslösewert erreichen, obwohl der energetische Tageswert darunter liegt.
Spitzenschallpegel eingeben
Der Wert wird mit 135 und 137 dB(C) verglichen.
Begrenzter Plausibilitätscheck
Lärmexposition mit Gehörschutz abschätzen
Wenn die am Ohr tatsächlich wirksame Pegelminderung bereits fachkundig bestimmt wurde, kann das Modul den geschätzten L′EX,8h berechnen und mit dem maximal zulässigen Expositionswert von 85 dB(A) vergleichen.
Exposition und wirksame Minderung eingeben
Der Rechner liefert nur eine rechnerische Plausibilitätsaussage.
Was Sie für eine belastbare Berechnung brauchen
- repräsentative personenbezogene oder tätigkeitsbezogene Lärmwerte,
- realistische Tätigkeits- und Einwirkdauern,
- den C-bewerteten Spitzenschalldruckpegel bei Impulsgeräuschen,
- eine dokumentierte Messstrategie und Messunsicherheit,
- Kenntnis der tatsächlichen Arbeitsbedingungen und Expositionsgruppen.
Was die Suite bewusst nicht vorgibt
- keine Messwerte aus Maschinen-Emissionsangaben,
- keine automatische SNR- oder HML-Gehörschutzauswahl,
- keine behördliche Zulassung einer Wochenbewertung,
- keine abschließende Gefährdungsbeurteilung,
- keine Garantie, dass Eingaben repräsentativ oder rechtlich vollständig sind.
Passende Leistungen und Produkte
Vom Rechenwert zur wirksamen Schutzmaßnahme
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Unterweisungen vergleichenMesswert fehlt oder Ergebnis liegt nahe am Auslösewert?
Wir planen die geeignete Messstrategie, erfassen die Exposition vor Ort und leiten aus den Ergebnissen praktikable technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen ab.
Häufige Fragen zur Lärmexposition
Was ist der Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h?
Der LEX,8h ist der A-bewertete, energetisch gemittelte Lärmexpositionspegel eines Arbeitstages, bezogen auf acht Stunden. Unterschiedliche Tätigkeiten werden mit ihrer jeweiligen Dauer energetisch zusammengeführt.
Welche Auslösewerte gelten in Deutschland?
Die unteren Auslösewerte liegen bei 80 dB(A) für LEX,8h beziehungsweise 135 dB(C) für LpC,peak. Die oberen Auslösewerte liegen bei 85 dB(A) beziehungsweise 137 dB(C). Für die Beurteilung dieser Auslösewerte wird die Wirkung von Gehörschutz nicht abgezogen.
Warum werden Dezibelwerte energetisch und nicht arithmetisch gemittelt?
Dezibel ist eine logarithmische Größe. Deshalb müssen die Pegel zunächst in lineare Energieverhältnisse umgerechnet, zeitlich gewichtet und anschließend wieder logarithmiert werden. Ein normaler Zahlenmittelwert wäre bei wechselnden Pegeln falsch.
Was bedeutet die Messunsicherheit im Tagesrechner?
Die TRLV Lärm ordnet den Genauigkeitsklassen 1, 2 und 3 für den Vergleich mit Auslösewerten ΔL-Werte von 0, 3 und 6 dB zu. Liegt ein Auslösewert innerhalb des Bereichs von LEX,8h − ΔL bis LEX,8h + ΔL, ist die Unter- oder Überschreitung mit dieser Messqualität nicht eindeutig entschieden.
Wann darf der Wochen-Lärmexpositionspegel verwendet werden?
Nur in besonderen Fällen bei erheblich schwankender täglicher Exposition und nur nach behördlicher Zulassung auf Antrag des Arbeitgebers. Der Wochenwert muss unter 85 dB(A) liegen, geeignet gemessen sein und es müssen Maßnahmen zur Minimierung der Gefährdung getroffen werden.
Kann ich Maschinenangaben oder eine Smartphone-App als Eingabewert nutzen?
Emissionsangaben beschreiben nicht automatisch die persönliche Exposition am konkreten Arbeitsplatz. Smartphone-Apps können Hinweise liefern, ersetzen aber grundsätzlich keine fachkundige Messung mit geeigneter Messtechnik und repräsentativer Messstrategie.
Reicht ein Ergebnis unter 80 dB(A) als vollständige Gefährdungsbeurteilung?
Nein. Die Qualität des Ergebnisses hängt von den Eingabedaten und der Repräsentativität des Arbeitstages ab. Außerdem können Spitzenschall, ototoxische Stoffe, Warnsignalwahrnehmung, besondere Personengruppen und andere Arbeitsbedingungen separat relevant sein.
Kann der Gehörschutz-Check den passenden Gehörschutz auswählen?
Nein. Er prüft nur rechnerisch eine bereits fachkundig ermittelte wirksame Pegelminderung. Die Auswahl erfordert unter anderem Frequenzspektrum, Praxisabschläge, Trageverhalten, Passform, Warnsignal- und Sprachwahrnehmung sowie eine gesonderte Prüfung des Spitzenschalls.
Amtliche und fachliche Grundlagen
- § 6 LärmVibrationsArbSchV – Auslösewerte
- § 7 LärmVibrationsArbSchV – Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung
- § 8 LärmVibrationsArbSchV – Gehörschutz und maximal zulässige Expositionswerte
- § 15 LärmVibrationsArbSchV – Ausnahme für die Wochenexposition
- ArbMedVV, Anhang Teil 3 – Pflicht- und Angebotsvorsorge bei Lärm
- BAuA: TRLV Lärm, Teil 2 – Messung von Lärm und Messunsicherheit
- DGUV Information 209-023 – Lärm am Arbeitsplatz
- IFA: Referenzrechner zur Lärmexposition
Anwendungsgrenze: Die Suite ist eine Rechen- und Orientierungshilfe. Sie misst keinen Lärm, beurteilt nicht die Repräsentativität der Ausgangsdaten, ersetzt keine fachkundige Gefährdungsbeurteilung und ist keine behördliche oder arbeitsmedizinische Entscheidung. Schutzmaßnahmen sind nach dem STOP-Prinzip zu planen; technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung. Redaktioneller Stand: 25. August 2026.



