Hitze-am-Arbeitsplatz-Rechner: ASR A3.5, Hitzeindex & WBGT

Mit dem Hitze-am-Arbeitsplatz-Rechner ordnen Sie hohe Temperaturen in Innenräumen nach ASR A3.5 ein, berechnen den Hitzeindex aus Temperatur und Luftfeuchte und werten bei vorhandenen Messdaten den WBGT-Index aus. Belastungsfaktoren und passende Schutzmaßnahmen werden getrennt und nachvollziehbar dargestellt.

ASR A3.5 · ArbStättV · AMR 13.1 · DGUV Information 215-510 · Stand 25. August 2026

Die Berechnungen laufen ausschließlich lokal in Ihrem Browser. Eingaben werden weder übertragen noch gespeichert. Saisonale Hitze, Hitzearbeit, Hitzeindex und WBGT werden bewusst getrennt beurteilt.

Kostenlos · ohne Registrierung · sofortige Maßnahmenvorschläge

Hitzebelastung am Arbeitsplatz fachlich einordnen

Hohe Lufttemperatur allein beschreibt die thermische Belastung nicht vollständig. Luftfeuchte, Luftbewegung, Wärmestrahlung, Arbeitsschwere, Bekleidung, Aufenthaltsdauer, Akklimatisation und individuelle Faktoren können das Risiko erheblich verändern. Dieser Rechner macht die Unterschiede sichtbar, ohne daraus eine unzulässige Freigabe abzuleiten.

Grundsatz für Arbeitsräumebis +26 °CDie Lufttemperatur soll +26 °C grundsätzlich nicht überschreiten.
Sommerfall bei außen > +26 °C> +26 bis +30 °CMaßnahmen nach ASR A3.5 sollen ergriffen werden; Einzelfälle gesondert prüfen.
Wirksame Maßnahmen> +30 bis +35 °CMaßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung müssen umgesetzt werden.
Ohne Hitzearbeitsmaßnahmen> +35 °CDer Raum ist für die Überschreitungszeit nicht als Arbeitsraum geeignet.

Geführte Ersteinschätzung

Arbeitsplatz, Temperatur und Belastungsfaktoren prüfen

Das ASR-Stufenmodell gilt für Arbeitsräume bei saisonal hoher Außenlufttemperatur. Arbeitsplätze im Freien und betriebstechnisch bedingte Hitzearbeit benötigen eine andere beziehungsweise vertiefte Beurteilung. Wählen Sie deshalb zuerst den tatsächlichen Anwendungsfall.

Die Auswahl steuert die rechtliche Einordnung.
Repräsentativ am Arbeitsplatz messen, nicht direkt an Fenster oder Wärmequelle.
Für die Anwendbarkeit des ASR-Sommerfalls entscheidend.
Ermöglicht Hitzeindex und orientierenden Schwüle-Vergleich.
Ohne automatisch Pausen oder Entwärmungsphasen abzuziehen.
Außenliegender oder gleich wirksamer Sonnenschutz ist vorrangig.
Weitere belastungsverschärfende Faktoren
Ergebnis

Arbeitsplatzdaten eingeben

Sie erhalten eine getrennte Einordnung des ASR-Stufenmodells, der Luftfeuchte, der zusätzlichen Belastungsfaktoren und der erforderlichen nächsten Schritte.

Gefühlte Temperatur aus Lufttemperatur und Feuchte

Hitzeindex berechnen

Der Heat Index des US National Weather Service beschreibt, wie heiß sich eine Kombination aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte anfühlen kann. Er gilt für schattige, leicht windige Außenbedingungen und ist weder ein deutscher Arbeitsplatzgrenzwert noch ein Ersatz für ASR-, WBGT- oder Fachbeurteilungen.

Berechnungsmodell: Rothfusz-Regression mit den offiziellen Korrekturen des National Weather Service. Unterhalb des Hauptanwendungsbereichs verwendet der Rechner die vereinfachte Steadman-Annäherung.
Direkte Sonne wird als Warnhinweis gezeigt, aber nicht pauschal aufgeschlagen.
Ergebnis

Temperatur und Luftfeuchte eingeben

Der Hitzeindex wird in °C ausgegeben und anhand der NWS-Kategorien eingeordnet.

Nur mit geeigneten Klimamesswerten

WBGT-Index aus Messwerten berechnen

WBGT berücksichtigt über die natürliche Feuchttemperatur und die Globetemperatur auch Verdunstungs- und Strahlungseinflüsse. Die nötigen Werte stammen aus geeigneter Messtechnik; sie lassen sich nicht verlässlich durch normale Wetterdaten oder einen einfachen Raumthermometerwert ersetzen.

Kein automatischer FreigabewertDer WBGT-Richtwert hängt unter anderem von Energieumsatz, Akklimatisation, Bekleidung, Expositionsdauer und Messstrategie ab. Der Rechner gibt deshalb den Index aus, aber bewusst keine pauschale zulässige Arbeitszeit.
Ohne direkte Sonnenstrahlung: WBGT = 0,7 · tnw + 0,3 · tg
Ergebnis

Messwerte eingeben

Der Index wird transparent aus den eingegebenen Temperaturgrößen berechnet.

Nach dem TOP-Prinzip

Wirksame Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz

1 · Technisch
  1. Sonnenschutz wirksam steuern und Wärmequellen abschirmen.
  2. Nachtauskühlung, frühe Lüftung und geeignete Lüftungs- oder Kühlsysteme nutzen.
  3. Innere Wärmelasten durch Geräte, Beleuchtung und Prozesse reduzieren.
  4. Luftbewegung und Kühlung so gestalten, dass keine neue Gefährdung entsteht.
2 · Organisatorisch
  1. Arbeitszeiten in kühlere Tageszeiten verlagern.
  2. Arbeitsschwere und Aufenthaltsdauer reduzieren; Entwärmungsphasen organisieren.
  3. Alleinarbeit vermeiden, Warnzeichen festlegen und Erste Hilfe sicherstellen.
  4. Messwerte, Maßnahmen, Zuständigkeiten und Wirksamkeitskontrolle dokumentieren.
3 · Personenbezogen
  1. Geeignete, möglichst luftdurchlässige Arbeitskleidung ermöglichen.
  2. Geeignete Getränke bereitstellen und regelmäßiges Trinken ermöglichen.
  3. Neue oder zurückkehrende Beschäftigte schrittweise akklimatisieren.
  4. Besondere Schutzbedürfnisse mit Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit berücksichtigen.
Getränkeregel der ASR A3.5: Bei Lufttemperaturen über +26 °C sollen, bei mehr als +30 °C müssen geeignete Getränke, zum Beispiel Trinkwasser, bereitgestellt werden. Das ersetzt keine technischen und organisatorischen Maßnahmen.

Was der Rechner nicht entscheiden kann

Saisonale Hitze ist nicht automatisch Hitzearbeit

Jahreszeitlich bedingte hohe Außenlufttemperaturen erfordern Schutzmaßnahmen, lösen nach AMR 13.1 aber grundsätzlich nicht allein die Pflichtvorsorge für extreme Hitzebelastung aus.

Hitzearbeit ist eine Kombinationsbelastung

Für technisch bedingte Wärmebereiche sind Lufttemperatur, Feuchte, Luftbewegung, Wärmestrahlung, Arbeitsschwere, Bekleidung und Dauer gemeinsam zu beurteilen. Dafür können Messungen nach DIN 33403-3 beziehungsweise DIN EN ISO 7243 erforderlich sein.

Messort und Messdauer entscheiden

Ein einzelner Wert aus einer Wetter-App oder vom Fensterbrett ist keine Arbeitsplatzmessung. Repräsentative Orte, Zeiten, Lastzustände und ungünstige Bedingungen müssen erfasst werden.

Individuelle Gefährdungen bleiben separat

Vorerkrankungen, Medikamente, Schwangerschaft, Alter, fehlende Akklimatisation und persönliche Beschwerden können weitergehende Maßnahmen erfordern, ohne dass der Rechner medizinische Daten bewertet.

Akuter Notfall geht vor jeder BerechnungBei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Kollaps, Krampfanfällen oder anderen schweren hitzebedingten Symptomen: Belastung sofort beenden, Erste Hilfe veranlassen und über 112 professionelle Hilfe rufen. Der Rechner ist kein Instrument zur Notfalldiagnose.

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Häufige Fragen zu Hitze am Arbeitsplatz

Ab welcher Temperatur muss der Arbeitgeber handeln?

Arbeitsräume sollen grundsätzlich +26 °C nicht überschreiten. Im Sommerfall mit einer Außenlufttemperatur über +26 °C sollen bei mehr als +26 °C Innenraumtemperatur Maßnahmen ergriffen werden. Bei mehr als +30 °C müssen wirksame Maßnahmen umgesetzt werden.

Gibt es ab +35 °C automatisch Hitzefrei?

Nein. Einen allgemeinen Anspruch auf „Hitzefrei“ gibt es nicht. Wird die Lufttemperatur im Raum von +35 °C überschritten, ist der Raum ohne technische, organisatorische oder personenbezogene Maßnahmen wie bei Hitzearbeit für die Überschreitungszeit nicht als Arbeitsraum geeignet.

Was ist der Unterschied zwischen Hitzeindex und WBGT?

Der Hitzeindex kombiniert Lufttemperatur und relative Luftfeuchte für schattige, leicht windige Außenbedingungen. WBGT nutzt spezielle Messgrößen und kann zusätzlich Wärmestrahlung und Verdunstungsbedingungen abbilden. Beide sind keine direkten Ersatzwerte für das ASR-A3.5-Stufenmodell.

Reicht eine Messung mit dem Raumthermometer?

Für eine erste Innenraumprüfung kann ein geeignetes Thermometer helfen. Bei komplexen Bedingungen, Beschwerden, Wärmestrahlung, schwerer Arbeit, Schutzkleidung oder Hitzearbeit sind weitere Klimagrößen, repräsentative Messungen und Fachwissen erforderlich.

Ist saisonale Sommerhitze automatisch Hitzearbeit?

Nein. AMR 13.1 unterscheidet jahreszeitlich bedingte hohe Außenlufttemperaturen von extremer Hitzebelastung. Hitzearbeit entsteht aus der Kombination von Klima, Arbeitsschwere, Bekleidung und Arbeitsdauer.

Wann müssen Getränke bereitgestellt werden?

Nach ASR A3.5 sollen bei Lufttemperaturen über +26 °C und müssen bei mehr als +30 °C geeignete Getränke bereitgestellt werden. Weitere Schutzmaßnahmen bleiben unabhängig davon erforderlich.

Kann der Rechner eine Gefährdungsbeurteilung ersetzen?

Nein. Er strukturiert Messwerte und zeigt fachlich begründete Prüfpunkte. Er übernimmt keine Haftung für Eingabefehler und ersetzt weder die betriebliche Gefährdungsbeurteilung noch Arbeitsplatzmessung, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt oder zuständige Behörden.

Amtliche und fachliche Grundlagen

Haftungs- und Anwendungsgrenze: Alle Ergebnisse sind Rechen- und Orientierungshilfen auf Basis Ihrer Eingaben. Sie stellen keine Garantie, Rechtsberatung, medizinische Diagnose, behördliche Freigabe oder Bestätigung sicherer Arbeitsbedingungen dar. Maßgeblich bleiben die aktuelle Gefährdungsbeurteilung, repräsentative Messungen, die vollständigen Regelwerke und die Beurteilung durch fachkundige Stellen.