Ursachen, Schutzmaßnahmen und Erste Hilfe – inkl. kostenlosem Online-Kurs & GBU-Download
Chemische Augenverätzungen gehören zu den schwersten Arbeitsunfällen im Umgang mit Gefahrstoffen. Besonders Säuren und Laugen können das Auge innerhalb weniger Sekunden massiv schädigen. Eine falsche Reaktion oder fehlende Schutzausrüstung führt schnell zu bleibenden Sehschäden.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
Welche Gefährdungen durch Säuren und Laugen bestehen
Welche Schutzmaßnahmen nach DGUV erforderlich sind
Wie Erste Hilfe korrekt durchgeführt wird
Welche arbeitsmedizinischen Anforderungen gelten
Wo Sie einen kostenlosen Online-Kurs und eine kostenlose Gefährdungsbeurteilung (GBU) als Download erhalten
1. Warum sind Säuren und Laugen für die Augen so gefährlich?
Die DGUV Regel 112-192 beschreibt chemische Gefährdungen ausdrücklich als Risiko für schwere Augenschäden:
Chemikalien können sich im Augenwasser lösen. Säuren und Laugen können das Auge schwer schädigen.
Während Säuren häufig eine sogenannte Koagulationsnekrose verursachen, dringen Laugen besonders tief ins Gewebe ein und führen zu schweren, oft irreversiblen Schäden.
Typische Gefährdungssituationen im Betrieb:
Abfüllen oder Dosieren von Chemikalien
Reinigungs- und Neutralisationsarbeiten
Labor- und Wartungsarbeiten
Leckagen und Behälterbrüche
Arbeiten mit Drucksystemen
2. Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht (§ 5 ArbSchG)
Vor dem Einsatz von Augen- und Gesichtsschutz ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.
Dabei sind laut DGUV folgende Gefährdungsarten zu berücksichtigen:
mechanische
optische
chemische
thermische
biologische
elektrische Gefährdungen
Für Säuren und Laugen ist insbesondere Abschnitt 3.2.1.3 „Chemische Gefährdungen“ relevant.
Mit der richtigen Gefährdungsbeurteilung, geeigneter PSA nach DGUV 112-192, konsequenter Unterweisung und funktionierender Erster Hilfe lassen sich schwere Verletzungen verhindern.
Nutzen Sie:
✅ den kostenlosen Online-Kurs
✅ die kostenlose GBU-Vorlage
✅ und sensibilisieren Sie Ihr Team für dieses kritische Thema
Einfach erklärt für alle, die DGUV-V3-Prüfungen durchführen wollen
Viele glauben, dass man für reine Prüfdienstleistungen im Bereich elektrischer Betriebsmittel keine Eintragung in die Handwerksrolle braucht. Klingt logisch. Stimmt aber in der Praxis nicht. Damit du keine bösen Überraschungen bekommst, schauen wir uns hier an, wer sich eintragen lassen muss, wer nicht – und warum. Alles juristisch sauber belegt.
1. Der Grundsatz: Wenn du ein zulassungspflichtiges Handwerk selbständig betreibst → Eintragungspflicht
Das steht glasklar in § 1 Abs. 1 HwO: Der selbständige Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks ist nur denjenigen erlaubt, die in der Handwerksrolle eingetragen sind. HwO
Das Elektrotechniker-Handwerk gehört zu Anlage A Nr. 25 der HwO. Damit ist es zulassungspflichtig. HwO
DGUV-V3-Prüfungen fallen handwerksrechtlich regelmäßig in den Bereich Elektrotechnik, weil du:
elektrische Betriebsmittel prüfst (§ 5 DGUV V3),
die Einhaltung der elektrotechnischen Regeln sicherstellen musst (§ 3 DGUV V3),
Gefährdungen beurteilst und Messungen durchführst. vorschrift3
Damit erfüllst du wesentliche Tätigkeiten des Elektrohandwerks – und diese sind nach § 1 Abs. 2 HwO eintragungspflichtig. HwO
2. Wer muss sich eintragen lassen?
A) Du willst DGUV-V3-Prüfungen als eigenes Gewerbe anbieten
Dann gilt: Ja, Eintragungspflicht.
Denn du arbeitest selbständig, gewerblich und führst wesentliche Tätigkeiten des Elektrotechniker-Handwerks aus. Genau das ist der Auslöser der Eintragungspflicht nach § 1 Abs. 1 und Abs. 2 HwO. HwO
B) Du installierst, reparierst oder nimmst Anlagen/Betriebsmittel handwerksmäßig in Betrieb
Definitiv eintragungspflichtig.
C) Du leitest einen Elektro-Prüfbetrieb als verantwortliche Elektrofachkraft
Auch hier verlangt die HwK eine Eintragung – du betreibst ein zulassungspflichtiges Handwerk über deine technische Leitung (§ 7 Abs. 1 HwO). HwO
3. Wer muss sich NICHT eintragen lassen?
A) Du führst Prüfungen als ANGESTELLTER im Unternehmen durch
Keine Eintragung. Der Arbeitgeber ist der Betreiber, nicht du. Das regelt die HwO ausschließlich für selbständige Gewerbetreibende.
B) Du prüfst ausschließlich intern im eigenen Unternehmen (keine externe Dienstleistung)
Das Unternehmen selbst muss nur dann in die Handwerksrolle, wenn es handwerksmäßig tätig wird. Reine interne Prüfungen nach DGUV V3 sind betrieblich, nicht handwerksmäßig. Keine Eintragung notwendig (§ 1 Abs. 1 HwO betrifft nur stehendes Gewerbe). HwO
C) Du bist EuP oder EFK im Angestelltenverhältnis
Keine Eintragung, denn du übst kein selbständiges Handwerk aus.
4. Welche Qualifikation braucht man überhaupt für DGUV-V3-Prüfungen?
Die DGUV Vorschrift 3 sagt klar: Prüfung nur durch Elektrofachkraft oder unter deren Leitung/Aufsicht. vorschrift3
Die TRBS 1203 verlangt zusätzlich:
elektrotechnische Ausbildung
1 Jahr Berufserfahrung
aktuelle Normenkenntnisse
Dein DGUV-V3-Lehrgang macht dich zur befähigten Person – aber ersetzt keine handwerksrechtliche Eintragung.
5. Reale Rechtspraxis: Warum die HWKs darauf bestehen
Auch wenn die DGUV-V3-Prüfung eher „prüfenden Charakter“ hat und weniger handwerklich wirkt, ordnen HWKs und Gerichte sie regelmäßig als wesentliche elektrotechnische Tätigkeit ein.
Begründung: Du arbeitest an sicherheitsrelevanten Teilen elektrischer Betriebsmittel und beurteilst ihren ordnungsgemäßen Zustand nach § 5 DGUV V3. vorschrift3
Die HwO definiert solche Tätigkeiten als handwerkswesentlich, selbst wenn sie nur einzelne Schritte des Handwerks betreffen (§ 1 Abs. 2 HwO). HwO
6. Folgen, wenn du ohne Eintragung arbeitest
Das wird oft unterschätzt.
Ordnungswidrigkeit: bis 10.000 EUR Bußgeld (§ 117 Abs. 1 Nr. 1 HwO). HwO
Untersagung der Tätigkeit durch die Behörde (§ 16 Abs. 3 HwO). HwO
Keine Haftungssicherheit bei Prüfprotokollen
Versicherer können Regress nehmen
Ausschluss aus Ausschreibungen (öffentliche Auftraggeber prüfen grundsätzlich die HwK-Eintragung)
Kurz: Ohne Eintragung extern prüfend auftreten ist ein echtes Risiko.
7. Was braucht man für die Eintragung?
Du brauchst einen Betriebsleiter nach § 7 HwO, der die fachlichen Voraussetzungen erfüllt:
Meister Elektrotechnik oder
staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik oder
gleichwertige Prüfungen (z. B. Bachelor Elektrotechnik) HwO
Alternativen:
Ausübungsberechtigung nach § 7b HwO (Altgesellenregelung), aber nur bei 6 Jahren Tätigkeit / 4 Jahren leitender Tätigkeit HwO
Ausnahmebewilligung nach § 8 HwO (Einzelfallregelung) HwO
Fazit:
Extern DGUV-V3-Prüfungen anbieten = Eintragungspflicht in der HWK. Intern prüfen oder als Angestellter prüfen = keine Eintragungspflicht.
Juristisch basiert das auf:
§ 1 HwO (Eintragungspflicht) HwO
Anlage A Nr. 25 HwO (Elektrotechniker) HwO
§ 5 DGUV V3 (Prüfpflicht) vorschrift3
§ 3 DGUV V3 (Fachkräfteprinzip) vorschrift3
§ 117 HwO (Bußgeldvorschrift) HwO
§ 16 HwO (Untersagung bei unerlaubter Ausübung) HwO
Noch ein wichtiger Punkt
Viele Unternehmen haben die Qualifikation, aber nicht die HWK-Eintragung. Wenn du Kunden korrekt beraten willst, solltest du dieses Thema klar kommunizieren.
Und jetzt der Punkt, mit dem du dich positionierst:
Dein Einstieg:
Online-Ausbildung „Befähigte Person zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel (DGUV V3)“
Wer in diesem Feld arbeiten will, braucht zwei Dinge:
handwerkliche Zulässigkeit (→ HWK-Eintragung beim externen Prüfen)
Der Jahresbericht nach § 5 DGUV Vorschrift 2 ist mehr als nur eine formale Pflicht. Er ist ein zentrales Steuerungsinstrument für den Arbeitsschutz in jedem Unternehmen – egal ob klein, mittelständisch oder Konzern. Trotzdem wird er in vielen Betrieben nur halbherzig geführt oder erst kurz vor einer Prüfung der Berufsgenossenschaft „auf die Schnelle“ erstellt.
Damit ist jetzt Schluss.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
Warum der Jahresbericht Pflicht ist
Was genau hinein muss
Welche Änderungen 2024/2025 neu dazu kamen
Wie Sie ihn selbst korrekt erstellen
Warum unsere Premium-DGUV-Vorlage (Word) Ihnen Stunden an Arbeit spart
FAQ, Beispiele und Tipps für die Praxis
1. Warum gibt es den Jahresbericht nach DGUV Vorschrift 2 überhaupt?
Die DGUV Vorschrift 2 verpflichtet:
Fachkräfte für Arbeitssicherheit
Betriebsärztinnen/Betriebsärzte
dem Unternehmer regelmäßig schriftlich oder elektronisch zu berichten. Das bedeutet: Beide müssen dokumentieren, was sie im vergangenen Jahr geleistet haben – abgestimmt, vollständig und nachvollziehbar.
Der Bericht dient dabei mehreren Zwecken:
1. Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaft und Behörde
Die BG darf jederzeit prüfen, ob die Betreuung korrekt umgesetzt wurde.
2. Transparenz für die Unternehmensleitung
Was wurde erreicht? Welche Risiken sind größer geworden? Welche Maßnahmen wirken? Welche Projekte stehen im Folgejahr an?
3. Grundlage für ASA, Gefährdungsbeurteilungen & Präventionsarbeit
Der Bericht ist ein Jahresrückblick UND ein Startpunkt für Verbesserungen.
4. Rechtssicherheit
Wenn es zu einem Unfall kommt, hilft der Bericht nachzuweisen, dass Pflichten erfüllt wurden.
2. Was steht im DGUV Jahresbericht? – Übersicht aller Inhalte
Diese Inhalte müssen zwingend enthalten sein:
Deckblatt
Unternehmensdaten
WZ-Code inkl. Hinweis auf neue Klassifikation 2024
Ja. Jeder Betrieb mit Sifa/BA braucht ihn einmal jährlich.
Müssen BA & Sifa gemeinsam unterschreiben?
Ja – der Jahresbericht ist ein gemeinsames Dokument.
Muss der Bericht digital oder schriftlich sein?
Beides erlaubt – er muss nur dauerhaft nachvollziehbar archiviert sein.
Darf ich den Digitalanteil frei wählen?
Nein – max. 1/3 je Leistungsart und max. 50 % Gesamt.
Kann ein fehlender Bericht zu Problemen führen?
Ja. BG kann nachfordern oder bei schweren Fällen Mängel feststellen.
Gilt die Vorlage für 2024/2025?
Ja – alle Neuerungen sind enthalten.
7. Fazit
Der DGUV Jahresbericht ist mehr als eine Formalität – er ist ein zentrales Dokument für Sicherheit, Gesundheit und Rechtssicherheit im Unternehmen. Mit der richtigen Struktur ist er schnell erstellt, liefert Klarheit und vermeidet Ärger mit BG oder Behörden.
Mit unserer Vorlage bekommen Sie ein vollständiges, modernes und absolut sicheres System, das Sie durch die gesamte Erstellung führt.
Welcher Kurs passt zu deinen Anforderungen? Ein Überblick der beiden Online-Lehrgänge nach TRBS. Die Arbeit mit Gerüsten erfordert unterschiedliche Qualifikationen je nachdem, in welcher Phase des Gerüstlebenszyklus du tätig wirst. Die BetrSichV und die TRBS regeln zwei zentrale Rollen:
Als qualifizierte Person nach TRBS 2121-1 bist du verantwortlich für die regelmäßigen Sichtkontrollen und Funktionsprüfungen während der Nutzungsphase eines Gerüsts.
Deine Aufgaben:
Gerüste vor und während der Benutzung auf offensichtliche Mängel prüfen
Kontrollieren, ob alle Schutzeinrichtungen funktionsfähig sind
Dokumentieren der Prüfungsergebnisse
Sicherstellung der täglichen Gerüstsicherheit im Betrieb
Wer sollte diesen Kurs machen?
Dieser Kurs ist ideal für:
Unternehmer und Gerüstnutzer
Bauleiter, Vorarbeiter und Poliere
Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren (SiGeKo)
Verantwortliche für den sicheren Einsatz von Gerüsten im Betrieb
Personen, die Gerüste regelmäßig nutzen und überwachen
Voraussetzungen
Um an diesem Kurs teilzunehmen, benötigst du:
Obligatorisch:
Mindestalter: 18 Jahre
Abgeschlossene Berufsausbildung im Bau- oder Montagegewerk ODER vergleichbare Berufserfahrung
Grundlegende Unterweisung im Umgang mit Gerüsten
Vorteilhaft:
Praktische Erfahrung im Baugewerbe
Kenntnisse über Arbeitsschutzvorschriften
Kursumfang und Inhalte Der Online-Lehrgang umfasst typischerweise:
Aspekt
Details
Dauer
Ca. 8 Stunden (flexible Zeiteinteilung)
Module
10 Module mit ca. 23 Lerneinheiten
Format
Videos, Übungen und Prüfungsvorbereitung
Abschluss
Online-Prüfung (Multiple Choice, min. 50% bestanden)
Zertifikat
Bundesweit anerkannte Urkunde
Typische Lehrgangsinhalte:
Einführung in den Arbeitsschutz
Verantwortung und Haftung
Unfallgeschehen und Gesetze
Absturzprävention und Gefährdungen
Gerüstaufbau und -benutzung
Standsicherheit von Gerüsten
DIN-Normen für Gerüste
Sicherheitstechnische Anforderungen
Prüfung und Dokumentation
DGUV Information 201-011 und TRBS 2121-1 in der Praxis
Entscheidungshilfe: Welcher Kurs ist der richtige für dich?
Wähle den Kurs zur Qualifizierten Person (TRBS 2121-1), wenn:
✓ Du Gerüste im laufenden Betrieb nutzen und überwachen möchtest ✓ Du Bauleiter, Vorarbeiter oder Polier bist ✓ Du tägliche Sicherheitskontrollen durchführen musst ✓ Du eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bau- oder Montagegewerk hast ✓ Du praktische Erfahrung im Baugewerbe mitbringst ✓ Du dich schnell qualifizieren möchtest (ca. 8 Stunden)
Wähle den Kurs zur Befähigten Person (TRBS 1203), wenn:
✓ Du Gerüste nach Montage oder Umbau abnehmen und freigeben möchtest ✓ Du im Gerüstbaubetrieb tätig bist oder Gerüste selbst aufbaust ✓ Du eine technische Berufsausbildung im Gerüstbau/Metallbau hast ✓ Du mehrjährige Erfahrung im Gerüstbereich mitbringst ✓ Du die rechtliche Verantwortung für Abnahmeprüfungen tragen kannst ✓ Du dich tiefgreifend weiterbilden möchtest (ca. 16–24 Stunden) ✓ Du höherwertige Positionen im Gerüstbau anstrebst
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Kann ich als Gerüstnutzer auch zur befähigten Person geschult werden?
Theoretisch ja, aber nicht empfohlen. Die befähigte Person benötigt spezialisiertes Fachwissen aus dem Gerüstbau. Du solltest mindestens mehrjährige praktische Erfahrung im Aufbau und der Montage von Gerüsten mitbringen. Besser: Erst den Kurs zur qualifizierten Person absolvieren, dann später ggfs. zur befähigten Person qualifizieren, wenn du die erforderliche Erfahrung hast.
Gilt mein Zertifikat lebenslang?
Nein. Beide Zertifikate bleiben gültig, solange du die Tätigkeit regelmäßig ausübst. Wenn du lange nicht mehr tätig bist, solltest du eine Auffrischungsschulung oder Weiterbildung absolvieren. Manche Berufsgenossenschaften empfehlen alle 2–3 Jahre eine Auffrischung.
Kann ich beide Kurse hintereinander machen?
Ja, definitiv. Viele Fachleute absolvieren erst den Kurs zur qualifizierten Person (um die Grundlagen zu verstehen) und später den zur befähigten Person (um spezialisiertes Wissen zu erlangen). Das ist eine logische Karriereprogression.
Ist die Online-Ausbildung rechtlich genauso anerkannt wie Präsenztrainings?
Ja, solange der Anbieter akkreditiert und zertifiziert ist (z. B. AZAV, IHK). Die DGUV und BerufsGenossenschaften erkennen beide Formate an, wenn der Lehrplan vollständig und aktuell ist.
Was muss ich bei der Prüfung beachten?
Beide Kurse enden typischerweise mit einer Online-Prüfung (Multiple Choice Format). Du musst mindestens 50% der Punkte erreichen. Du kannst die Prüfung normalerweise wiederholen, bis du sie bestehst. Die Anbieter bieten dir Übungsmaterial zur Vorbereitung an.
Zusammenfassung und nächste Schritte
Die Wahl zwischen dem Kurs zur „qualifizierten Person” und zur „befähigten Person” hängt von deiner aktuellen Tätigkeit, deinen Vorkenntnissen und deinen beruflichen Zielen ab:
Gerüstnutzer im Betrieb? → Qualifizierte Person (TRBS 2121-1)
Gerüstbauer/Montageleiter? → Befähigte Person (TRBS 1203)
Noch unsicher? → Starten mit qualifizierter Person, später ggfs. ausbauen
Beide Qualifikationen sind im Bausektor hochwertig und eröffnen dir gute Karrierechancen.
Wasser ist im Krankenhaus mehr als ein Betriebsmittel. Es ist Lebensgrundlage, Hygienefaktor, Löschmittel und Gefahrenquelle zugleich. Zwischen Trinkwasserhygiene, Abwasserentsorgung und Brandschutz entscheidet sich tagtäglich, ob Technik und Sicherheit im Krankenhaus tatsächlich funktionieren. Für Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Hygienebeauftragte und technische Leiter wird das Zusammenspiel dieser Systeme immer komplexer – und rechtlich anspruchsvoller.
Zwei technische Regelwerke markieren die Leitplanken für sicheres Handeln: das DVGW-Arbeitsblatt W 405 (Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung) und das DWA-Merkblatt M 775 (Abwasser aus Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen). Sie definieren, wie Sicherheit im Wasserkreislauf des Krankenhauses tatsächlich funktioniert – von der Hydrantenplanung bis zur Abwasserbehandlung.
1. Löschwasser im Krankenhaus – zwischen Trinkwasserrecht und Brandschutz
Krankenhäuser sind Sonderbauten mit erhöhtem Brandrisiko. Im Ernstfall muss ausreichend Löschwasser zur Verfügung stehen – doch nicht auf Kosten der Trinkwasserhygiene. Nach DVGW W 405 (2008) ist die Bereitstellung von Löschwasser über die öffentliche Trinkwasserversorgung nur zulässig, wenn dadurch keine Gefährdung der allgemeinen Versorgungssicherheit entsteht.
Das Arbeitsblatt unterscheidet:
Grundschutz: normale Wohn- oder Gewerbegebiete ohne besondere Brandlasten.
Objektschutz: Krankenhäuser, Pflegeheime, Labore, Chemikalienlager – also Gebäude mit erhöhter Personenbelegung und Brandlast.
Für den Objektschutz fordert W 405 Löschwasserleistungen von bis zu 192 m³/h, was die Kapazität öffentlicher Netze häufig übersteigt. Daher müssen Kliniken zusätzlich über eigene Löschwasserbehälter, Zisternen oder Brunnen verfügen. Auch Trinkwassernottrennungen nach DIN EN 1717 und regelmäßige Dichtheits- und Hygieneprüfungen sind Pflicht.
Fazit: Die Zeiten, in denen der nächste Hydrant als „ausreichend“ galt, sind vorbei. Heute braucht es hydraulische Berechnungen, Prüfprotokolle und eine saubere Abgrenzung zwischen Trinkwasser- und Löschwassernetz.
2. Abwasser aus Krankenhäusern – komplexer als jedes Gewerbeabwasser
Während das DVGW-Regelwerk die Löschwasserbereitstellung regelt, beschreibt das DWA-Merkblatt M 775 (2010) die Kehrseite des Kreislaufs: das Abwasser aus medizinischen Einrichtungen. Und das hat es in sich.
Das Merkblatt unterscheidet rund zwanzig Abwasserquellen, von der Küche bis zur Pathologie. Jede Quelle birgt eigene Risiken:
Bereich
Typische Belastung
Anmerkung
Dialyse
Peressigsäure, Zitronensäure, Natronlauge
pH-Schwankungen und AOX-Probleme
Wäscherei
Tenside, Phosphate, hohe Temperaturen
Anhang 55 AbwV beachten
Pathologie
Formaldehyd, Xylol, Alkohole
Gefahrstoffrecht + Abwasserrecht
Radiologie
iodhaltige Röntgenkontrastmittel
kaum biologisch abbaubar
Labor
Ethidiumbromid, EDTA, Phenole
mutagen, AOX-bildend
Küche
Fettabscheider, Reinigungsmittel
Dichtheits- und Wartungspflichten
Das DWA M 775 fordert ausdrücklich, dass Krankenhausabwässer grundsätzlich über die kommunale Kläranlage entsorgt werden dürfen, aber nur, wenn sie keine biologisch schwer abbaubaren oder toxischen Stoffe in kritischen Mengen enthalten.
Das bedeutet: Krankenhäuser müssen Abwasserströme trennen, Stoffe erfassen, neutralisieren oder zurückhalten, bevor sie in den Kanal gelangen.
Beispiele aus der Praxis:
Pathologien: Formalinlösungen > 10 % sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen.
Dialyseanlagen: saure und alkalische Reinigungslösungen dürfen nicht gleichzeitig abgeleitet werden (Gefahr von Chlorgasbildung).
Nuklearmedizin: Abwasser darf erst nach Abklingzeit (z. B. 131I) in den Kanal.
Wäschereien: chlorhaltige Bleichmittel sind zu vermeiden; AOX < 18 g/t TS.
3. Sicherheitsingenieur als Schnittstelle zwischen Technik und Recht
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit im Krankenhaus wird zunehmend zum Koordinator für technische Regelkonflikte: Arbeitsschutzrecht, Trinkwasserverordnung, Abwasserverordnung, IfSG, BetrSichV, TRBA, GefStoffV – alles greift ineinander.
Drei Schlüsselrollen:
Gefährdungsbeurteilung Wassertechnik → Einbeziehung von chemischen, biologischen und physikalischen Risiken. → Legionellenprävention allein genügt nicht – Desinfektionsmittelrückstände, Formaldehyd und Röntgenchemikalien gehören ebenfalls in die Betrachtung.
Prüfung und Wirksamkeitskontrolle von Lösch- und Trinkwasseranlagen → Zusammenarbeit mit Brandschutzbeauftragten und Wasserversorgern. → Nachweis über Hydrantenprüfung, Rückflussverhinderer, Druckhaltung, Probenahmestellen.
Kommunikation und Schulung → Aufklärung aller Mitarbeitergruppen: Reinigung, Pflege, Haustechnik, Fremdfirmen. → „Was darf in den Ausguss, was nicht?“ ist eine Sicherheitsfrage, keine Kleinigkeit.
4. Typische Schwachstellen in der Praxis
Fehlende Trennung von Löschwasser- und Trinkwassernetzen.
Keine dokumentierte Wartung der Rückflussverhinderer nach DIN EN 1717.
Unbekannte Chemikalien im Laborabwasser.
Fettabscheider ohne Wartungsnachweis.
Dialyseabwasser ohne Neutralisation.
Ungeprüfte Rohrleitungsquerschnitte bei Löschwasserentnahme.
Keine Schulung des Personals zur Abwasserentsorgung.
Diese Punkte tauchen regelmäßig bei Gefährdungsbeurteilungen, Audits und Behördenbegehungen auf – und führen im Zweifel zu Auflagen oder Bußgeldern.
Neue Studien der DWA zeigen, dass Krankenhausabwässer zunehmend Spurenstoffe und multiresistente Keime enthalten. Ein Teil davon überlebt die Kläranlage. Zukünftige Strategien – z. B. Ozonung, Aktivkohleadsorption oder Membranbioreaktoren – werden in Pilotanlagen bereits getestet. Auch für Krankenhäuser gilt: Nachhaltigkeit heißt nicht nur Energieeffizienz, sondern auch Schadstoffprävention im Wasser.
Die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsingenieuren, Hygienikern, Technikern und Umweltbeauftragten wird dabei zur Voraussetzung, um gesetzliche Anforderungen mit realen Betriebsbedingungen zu verbinden.
6. Fazit – Wasser ist Sicherheitsarbeit
Der Sicherheitsingenieur im Krankenhaus ist heute mehr als nur Präventionsberater. Er ist Bindeglied zwischen Trinkwasserhygiene, Brandschutz, Abwasserrecht und Gefährdungsbeurteilung. Wer die Anforderungen aus DVGW W 405 und DWA M 775 kennt, kann Risiken frühzeitig erkennen und technische wie organisatorische Schutzmaßnahmen sinnvoll kombinieren.
Sicherheit im Krankenhaus beginnt beim Menschen – aber sie funktioniert nur, wenn Wasser, Technik und Verantwortung Hand in Hand gehen.
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