Mit dem Hitze-am-Arbeitsplatz-Rechner ordnen Sie hohe Temperaturen in Innenräumen nach ASR A3.5 ein, berechnen den Hitzeindex aus Temperatur und Luftfeuchte und werten bei vorhandenen Messdaten den WBGT-Index aus. Belastungsfaktoren und passende Schutzmaßnahmen werden getrennt und nachvollziehbar dargestellt.
Die Berechnungen laufen ausschließlich lokal in Ihrem Browser. Eingaben werden weder übertragen noch gespeichert. Saisonale Hitze, Hitzearbeit, Hitzeindex und WBGT werden bewusst getrennt beurteilt.
Kostenlos · ohne Registrierung · sofortige Maßnahmenvorschläge
Hitzebelastung am Arbeitsplatz fachlich einordnen
Hohe Lufttemperatur allein beschreibt die thermische Belastung nicht vollständig. Luftfeuchte, Luftbewegung, Wärmestrahlung, Arbeitsschwere, Bekleidung, Aufenthaltsdauer, Akklimatisation und individuelle Faktoren können das Risiko erheblich verändern. Dieser Rechner macht die Unterschiede sichtbar, ohne daraus eine unzulässige Freigabe abzuleiten.
Geführte Ersteinschätzung
Arbeitsplatz, Temperatur und Belastungsfaktoren prüfen
Das ASR-Stufenmodell gilt für Arbeitsräume bei saisonal hoher Außenlufttemperatur. Arbeitsplätze im Freien und betriebstechnisch bedingte Hitzearbeit benötigen eine andere beziehungsweise vertiefte Beurteilung. Wählen Sie deshalb zuerst den tatsächlichen Anwendungsfall.
Arbeitsplatzdaten eingeben
Sie erhalten eine getrennte Einordnung des ASR-Stufenmodells, der Luftfeuchte, der zusätzlichen Belastungsfaktoren und der erforderlichen nächsten Schritte.
Gefühlte Temperatur aus Lufttemperatur und Feuchte
Hitzeindex berechnen
Der Heat Index des US National Weather Service beschreibt, wie heiß sich eine Kombination aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte anfühlen kann. Er gilt für schattige, leicht windige Außenbedingungen und ist weder ein deutscher Arbeitsplatzgrenzwert noch ein Ersatz für ASR-, WBGT- oder Fachbeurteilungen.
Temperatur und Luftfeuchte eingeben
Der Hitzeindex wird in °C ausgegeben und anhand der NWS-Kategorien eingeordnet.
Nur mit geeigneten Klimamesswerten
WBGT-Index aus Messwerten berechnen
WBGT berücksichtigt über die natürliche Feuchttemperatur und die Globetemperatur auch Verdunstungs- und Strahlungseinflüsse. Die nötigen Werte stammen aus geeigneter Messtechnik; sie lassen sich nicht verlässlich durch normale Wetterdaten oder einen einfachen Raumthermometerwert ersetzen.
Messwerte eingeben
Der Index wird transparent aus den eingegebenen Temperaturgrößen berechnet.
Nach dem TOP-Prinzip
Wirksame Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz
- Sonnenschutz wirksam steuern und Wärmequellen abschirmen.
- Nachtauskühlung, frühe Lüftung und geeignete Lüftungs- oder Kühlsysteme nutzen.
- Innere Wärmelasten durch Geräte, Beleuchtung und Prozesse reduzieren.
- Luftbewegung und Kühlung so gestalten, dass keine neue Gefährdung entsteht.
- Arbeitszeiten in kühlere Tageszeiten verlagern.
- Arbeitsschwere und Aufenthaltsdauer reduzieren; Entwärmungsphasen organisieren.
- Alleinarbeit vermeiden, Warnzeichen festlegen und Erste Hilfe sicherstellen.
- Messwerte, Maßnahmen, Zuständigkeiten und Wirksamkeitskontrolle dokumentieren.
- Geeignete, möglichst luftdurchlässige Arbeitskleidung ermöglichen.
- Geeignete Getränke bereitstellen und regelmäßiges Trinken ermöglichen.
- Neue oder zurückkehrende Beschäftigte schrittweise akklimatisieren.
- Besondere Schutzbedürfnisse mit Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit berücksichtigen.
Was der Rechner nicht entscheiden kann
Saisonale Hitze ist nicht automatisch Hitzearbeit
Jahreszeitlich bedingte hohe Außenlufttemperaturen erfordern Schutzmaßnahmen, lösen nach AMR 13.1 aber grundsätzlich nicht allein die Pflichtvorsorge für extreme Hitzebelastung aus.
Hitzearbeit ist eine Kombinationsbelastung
Für technisch bedingte Wärmebereiche sind Lufttemperatur, Feuchte, Luftbewegung, Wärmestrahlung, Arbeitsschwere, Bekleidung und Dauer gemeinsam zu beurteilen. Dafür können Messungen nach DIN 33403-3 beziehungsweise DIN EN ISO 7243 erforderlich sein.
Messort und Messdauer entscheiden
Ein einzelner Wert aus einer Wetter-App oder vom Fensterbrett ist keine Arbeitsplatzmessung. Repräsentative Orte, Zeiten, Lastzustände und ungünstige Bedingungen müssen erfasst werden.
Individuelle Gefährdungen bleiben separat
Vorerkrankungen, Medikamente, Schwangerschaft, Alter, fehlende Akklimatisation und persönliche Beschwerden können weitergehende Maßnahmen erfordern, ohne dass der Rechner medizinische Daten bewertet.
Passende Leistungen und Inhalte
Von der Ersteinschätzung zur belastbaren Lösung
Raumklima messen lassen
Temperatur, relative Luftfeuchte und weitere Raumluftparameter fachgerecht erfassen, dokumentieren und für die Gefährdungsbeurteilung bewerten.
Raumluftmessung ansehenGefährdungsbeurteilung unterstützen
Wir prüfen Arbeitsbedingungen, Messstrategie, besonders betroffene Personengruppen und die Wirksamkeit technischer sowie organisatorischer Maßnahmen.
Fachliche Unterstützung anfragenKostenloser Kurs zu Hitze & Außenarbeit
ASR A5.1 und AMR 13.1 praxisnah anwenden – mit Videokurs, Muster-GBU, Unterweisung, Handout und Abschlussnachweis.
Kostenlosen Hitze-Kurs ansehenMesswerte unklar oder Maßnahmen reichen nicht aus?
Wir helfen bei Arbeitsplatzmessung, Gefährdungsbeurteilung, Hitzeschutzplan und der belastbaren Dokumentation für Ihren Betrieb.
Häufige Fragen zu Hitze am Arbeitsplatz
Ab welcher Temperatur muss der Arbeitgeber handeln?
Arbeitsräume sollen grundsätzlich +26 °C nicht überschreiten. Im Sommerfall mit einer Außenlufttemperatur über +26 °C sollen bei mehr als +26 °C Innenraumtemperatur Maßnahmen ergriffen werden. Bei mehr als +30 °C müssen wirksame Maßnahmen umgesetzt werden.
Gibt es ab +35 °C automatisch Hitzefrei?
Nein. Einen allgemeinen Anspruch auf „Hitzefrei“ gibt es nicht. Wird die Lufttemperatur im Raum von +35 °C überschritten, ist der Raum ohne technische, organisatorische oder personenbezogene Maßnahmen wie bei Hitzearbeit für die Überschreitungszeit nicht als Arbeitsraum geeignet.
Was ist der Unterschied zwischen Hitzeindex und WBGT?
Der Hitzeindex kombiniert Lufttemperatur und relative Luftfeuchte für schattige, leicht windige Außenbedingungen. WBGT nutzt spezielle Messgrößen und kann zusätzlich Wärmestrahlung und Verdunstungsbedingungen abbilden. Beide sind keine direkten Ersatzwerte für das ASR-A3.5-Stufenmodell.
Reicht eine Messung mit dem Raumthermometer?
Für eine erste Innenraumprüfung kann ein geeignetes Thermometer helfen. Bei komplexen Bedingungen, Beschwerden, Wärmestrahlung, schwerer Arbeit, Schutzkleidung oder Hitzearbeit sind weitere Klimagrößen, repräsentative Messungen und Fachwissen erforderlich.
Ist saisonale Sommerhitze automatisch Hitzearbeit?
Nein. AMR 13.1 unterscheidet jahreszeitlich bedingte hohe Außenlufttemperaturen von extremer Hitzebelastung. Hitzearbeit entsteht aus der Kombination von Klima, Arbeitsschwere, Bekleidung und Arbeitsdauer.
Wann müssen Getränke bereitgestellt werden?
Nach ASR A3.5 sollen bei Lufttemperaturen über +26 °C und müssen bei mehr als +30 °C geeignete Getränke bereitgestellt werden. Weitere Schutzmaßnahmen bleiben unabhängig davon erforderlich.
Kann der Rechner eine Gefährdungsbeurteilung ersetzen?
Nein. Er strukturiert Messwerte und zeigt fachlich begründete Prüfpunkte. Er übernimmt keine Haftung für Eingabefehler und ersetzt weder die betriebliche Gefährdungsbeurteilung noch Arbeitsplatzmessung, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt oder zuständige Behörden.
Amtliche und fachliche Grundlagen
- BAuA: ASR A3.5 „Raumtemperatur“, Ausgabe Juni 2010, zuletzt geändert 2022.
- Arbeitsstättenverordnung, Anhang Nummer 3.5 „Raumtemperatur“.
- BAuA: AMR 13.1 „Tätigkeiten mit extremer Hitzebelastung“.
- DGUV Information 215-510 „Beurteilung des Raumklimas“, Ausgabe Januar 2026.
- DGUV: FAQ zu Hitzearbeit.
- US National Weather Service: Heat Index und Rothfusz-Regression.
Haftungs- und Anwendungsgrenze: Alle Ergebnisse sind Rechen- und Orientierungshilfen auf Basis Ihrer Eingaben. Sie stellen keine Garantie, Rechtsberatung, medizinische Diagnose, behördliche Freigabe oder Bestätigung sicherer Arbeitsbedingungen dar. Maßgeblich bleiben die aktuelle Gefährdungsbeurteilung, repräsentative Messungen, die vollständigen Regelwerke und die Beurteilung durch fachkundige Stellen.



