Neuer DGUV Grundsatz 311-004: Die Zukunft der Sicherheitsbeauftragten-Ausbildung beginnt jetzt

Seit Juni 2025 gilt der überarbeitete DGUV Grundsatz 311-004 – und er bringt einen fundamentalen Wandel für die Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten (SiBe).
Was bisher in vielen Betrieben und Schulungen uneinheitlich und oft theorielastig ablief, ist jetzt klar geregelt: einheitliche Standards, klare Lernziele, praxisnahe Methoden und der verpflichtende Bezug zur realen Arbeitssituation im Betrieb.

DGUV Grundsatz 311-004: https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-grundsaetze/4997/rahmenkonzept-zur-grundqualifizierung-von-sicherheitsbeauftragten

QualiWING: https://www.dguv.de/medien/inhalt/qualifizierung/praev-service/qualiwing.pdf

Was bedeutet der DGUV Grundsatz 311-004 konkret?

Die neue Fassung definiert erstmals verbindlich:

  • Klare Kompetenzprofile für Sicherheitsbeauftragte
  • Lernziele, die nicht nur Wissen, sondern konkrete Handlungskompetenz vermitteln
  • Typische Handlungssituationen, die die SiBe im Betrieb realistisch erleben und üben sollen
  • Qualitätsanforderungen an Anbieter, damit die Ausbildung wirksam, modern und praxisnah ist

Der Fokus verschiebt sich: Weg vom reinen Wissen, hin zur aktiven Handlungskompetenz.
Sicherheitsbeauftragte sollen künftig in der Lage sein, Gefährdungen selbstständig zu erkennen, wirksame Lösungen vorzuschlagen, andere zu motivieren und aktiv an der Gestaltung sicherer Arbeitsbedingungen mitzuwirken.

Der didaktische Game-Changer: QualiWING

Parallel zum neuen Grundsatz setzt die DGUV mit dem QualiWING-Modell einen methodischen Maßstab. Dieses Konzept bringt:

  • SPASS-Kriterien (selbstgesteuert, produktiv, aktivierend, situationsbezogen, sozial)
  • Vier-Phasen-Lernmodell: Aneignen → Erleben → Anwenden → Reflektieren
  • Fokus auf Praxisbezug und Transfer in den Betrieb
  • Moderne Lehrmethoden wie Workshops, Rollenspiele, Planspiele (z. B. ASA-Sitzung) und praxisnahe Fallanalysen

Das Ziel: Sicherheitsbeauftragte lernen nicht nur theoretisch, wie Sicherheit funktioniert – sie erleben und trainieren es so, dass sie im Betrieb sofort wirksam werden können.

Warum das jetzt wichtig ist

  1. Rechtssicherheit: Der DGUV Grundsatz 311-004 ist der neue Standard – und Betriebe müssen ihre Ausbildung daran anpassen, um auf der sicheren Seite zu sein.
  2. Wirksamkeit: Die neue Ausbildung steigert nachweislich die Präventionskultur im Unternehmen.
  3. Nachhaltigkeit: Durch praxisnahes Lernen bleibt Wissen nicht im Seminarraum, sondern wirkt langfristig im Betrieb.
  4. Attraktivität für Fachkräfte: Eine moderne, praxisorientierte Ausbildung motiviert Sicherheitsbeauftragte und stärkt ihre Bindung ans Unternehmen.

Wir sind die Ersten, die umsetzen

Als Sicherheitsingenieur.NRW setzen wir den neuen DGUV-Standard sofort und vollständig um – inklusive der modernen QualiWING-Didaktik.

Unsere SiBe-Grundqualifizierung:

  • 2-tägige Präsenzschulung (16 Lerneinheiten)
  • Klare Struktur mit Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz
  • Praxisnahe Übungseinheiten und realistische Handlungssituationen
  • Transferplanung für den direkten Einsatz im Betrieb

Und für Betriebe, die eigene Ausbilder einsetzen wollen, bieten wir zusätzlich die Train-the-Trainer-Ausbildung für SiBe-Lehrbegleiter an.
So können Unternehmen künftig die Grundqualifizierung intern, aber dennoch DGUV-konform durchführen.

Unser Versprechen

  • Erster Anbieter in Deutschland, der die neue DGUV 311-004 mit QualiWING kombiniert
  • Praxisorientiert statt theorielastig
  • Direkter Nutzen für Betrieb, Führungskräfte und Beschäftigte
  • Erfüllung aller Qualitätsanforderungen an Anbieter und Lernbegleiter

Fazit

Der DGUV Grundsatz 311-004 markiert einen Paradigmenwechsel in der Sicherheitsbeauftragten-Ausbildung:
Kompetenzorientiert, praxisnah, nachhaltig.

Wer jetzt umstellt, hat nicht nur Rechtssicherheit, sondern gewinnt engagierte, handlungsfähige Sicherheitsbeauftragte, die im Betrieb wirklich etwas bewegen.

Informieren Sie sich jetzt über unsere SiBe-Grundqualifizierung und Train-the-Trainer-Ausbildung.
📞 0211 83836660 | ✉ info@sicherheitsingenieur.nrw | 🌐 www.sicherheitsingenieur.nrw

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Eichenprozessionsspinner: Gefahren erkennen, sicher handeln

Die wärmeren Temperaturen der letzten Jahre haben einen ungebetenen Gast in unseren Parks, Wäldern und Grünanlagen begünstigt – den Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea). Für Sicherheitsfachkräfte (SiFa) und Sicherheitsbeauftragte (SiBe) gehört es heute mehr denn je zum Berufsalltag, sich umfassend über dieses Thema zu informieren und Schutzmaßnahmen wirksam umzusetzen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Mitarbeitende effektiv vor den gesundheitlichen Gefahren durch die Raupenhaare schützen können.

Was ist der Eichenprozessionsspinner und warum ist er gefährlich?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen bevorzugt Eichenbäume besiedeln. Ab Mitte April bis Anfang Mai beginnen sie, in großen Gruppen Blätter zu fressen. Charakteristisch ist dabei die sogenannte „Prozession“, bei der Raupen in langen Ketten hintereinanderher wandern. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen giftige Brennhaare aus. Diese Brennhaare enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, welches erhebliche gesundheitliche Beschwerden auslösen kann.

Die Brennhaare sind außerordentlich klein, leicht und brechen schnell ab. Sie können daher mit dem Wind über weite Entfernungen verteilt werden und bleiben jahrelang wirksam. Kommt ein Mensch mit den Brennhaaren in Kontakt, sind allergische Reaktionen, Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden und Augenentzündungen die Folge. Gerade bei mehrfacher Exposition nehmen Intensität und Schweregrad der Symptome oft deutlich zu, in Einzelfällen sogar bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Wer ist besonders gefährdet?

Gefährdet sind insbesondere Personen, die beruflich regelmäßig in befallenen Gebieten tätig sind, wie beispielsweise:

  • Mitarbeitende im Bereich der Forstwirtschaft und Landschaftspflege,
  • Beschäftigte von Straßenmeistereien und kommunalen Bauhöfen,
  • Mitarbeitende von Einrichtungen wie Kitas, Schulen oder Freizeitparks,
  • Sicherheitsbeauftragte und Verantwortliche für den Arbeitsschutz, die mit der Gefährdungsbeurteilung betraut sind.

Aber auch Privatpersonen, beispielsweise Spaziergänger oder Jogger, können bei Aufenthalt in befallenen Gebieten betroffen sein.

Welche Symptome treten bei Kontakt auf?

Die Reaktionen des Körpers auf die Brennhaare reichen von leichtem Juckreiz bis hin zu schweren allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind:

  • Hautreizungen: Rötung, starker Juckreiz, Quaddeln,
  • Augenentzündungen: Bindehautentzündung, geschwollene Augenlider,
  • Atemwegsprobleme: Atemnot, bronchiale Beschwerden bis hin zu Asthmaanfällen,
  • Allgemeine Beschwerden: Fieber, Schwindel und selten schwere allergische Schockzustände.

Bei Auftreten dieser Symptome sollte umgehend medizinische Hilfe aufgesucht werden.

Wirksame Schutzmaßnahmen für Ihre Mitarbeitenden (TOP-Prinzip)

Im Sinne der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz Ihrer Mitarbeitenden gilt grundsätzlich das TOP-Prinzip (Technische, Organisatorische, Persönliche Maßnahmen):

Technische Maßnahmen:

  • Gespinstnester entfernen: Spezialisierte Firmen sollten mit speziellen Industriesaugern (Staubklasse H mit Vorabscheider) die Nester absaugen, um die Ausbreitung der Brennhaare zu minimieren.
  • Biologische Bekämpfung: Einsatz biologischer Biozide wie Bacillus thuringiensis, um frühzeitig den Befall einzudämmen.

Organisatorische Maßnahmen:

  • Befallene Gebiete absperren und klar kennzeichnen.
  • Sichtkontrollen regelmäßig durchführen und dokumentieren.
  • Mitarbeitende über die Gefahren informieren und regelmäßig schulen.
  • Aufenthaltszeiten und Tätigkeiten in Risikobereichen minimieren.
  • Hygiene- und Hautschutzmaßnahmen klar definieren und kommunizieren (z.B. regelmäßige Reinigung, Kleiderwechsel).

Persönliche Schutzmaßnahmen (PSA):

  • Schutzanzüge (Chemikalienschutz Typ 4B),
  • Atemschutzmasken FFP2 oder FFP3 mit Ventil,
  • Schutzhandschuhe (Nitril),
  • Geschlossenes, leicht zu reinigendes Schuhwerk (z.B. Nitrilstiefel nach EN 13832-3),
  • Dicht schließende Schutzbrille (Korbbrille).

Verhalten bei Kontakt mit Brennhaaren

Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Kontakt kommt, sollten folgende Schritte unverzüglich eingeleitet werden:

  • Kleidung sofort wechseln und separat bei mindestens 60°C waschen,
  • Gründliches Duschen und Haarwäsche durchführen,
  • Augen gründlich mit Wasser ausspülen, ggf. Augenspülflasche verwenden,
  • Bei Beschwerden oder Unsicherheit unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ihre hilfreichen Downloads für den betrieblichen Einsatz

Zur Unterstützung Ihrer praktischen Arbeit stellen wir Ihnen eine speziell für Ihre Tätigkeit entwickelte Betriebsanweisung „Eichenprozessionsspinner“ als übersichtliches Foto zur Verfügung:

Zudem bieten wir Ihnen unsere umfassende Gefährdungsbeurteilung (GBU) als kostenfreien Download im PDF-Format an. Nutzen Sie diese Vorlage, um individuell auf Ihre betrieblichen Bedingungen angepasst eine rechtssichere Dokumentation zu gewährleisten:

📌 Download: Gefährdungsbeurteilung_Eichenprozessionsspinner.pdf

Fazit und praktische Handlungsempfehlung

Als Sicherheitsfachkräfte (SiFa) und Sicherheitsbeauftragte (SiBe) sind Sie zentrale Akteure bei der Prävention von gesundheitlichen Gefährdungen durch Eichenprozessionsspinner. Durch regelmäßige Schulungen, konsequente Umsetzung der Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip und frühzeitige Entfernung der Gespinstnester lassen sich Gefahren effektiv reduzieren.

Nutzen Sie die bereitgestellten Hilfsmittel (Betriebsanweisung und GBU), um Ihre Mitarbeitenden wirksam und rechtssicher zu schützen. Bleiben Sie wachsam und sorgen Sie durch gezielte Schutzmaßnahmen für einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz.

Donato Muro

Sicherheit an erster Stelle: Lehren aus dem tragischen Unfall in der Eisengießerei Torgelow

Die traurige Realität des tödlichen Unfalls in der Eisengießerei Torgelow vor anderthalb Jahren hat uns vor Augen geführt, wie entscheidend die Rolle der Arbeitssicherheit in der industriellen Fertigung ist. Dieses Ereignis bietet nicht nur Anlass zur Trauer, sondern auch zur Reflexion über die Bedeutung der Sicherheitskultur innerhalb von Unternehmen.

Donato Muro von Sicherheitsingenieur.nrw

Donato Muro

Der Inhaber von SicherheitsIngenieur.NRW ist ein aus dem Fernsehen bekannter Experte für Arbeitssicherheit. Er studierte an mehreren deutschen Hochschulen, ist Naturwissenschaftler, Ingenieur, Jurist, Arbeitspsychologe, Toxikologe und MBA.

Die Bedeutung der Führung im Sicherheitsmanagement

Im Zentrum dieser Diskussion steht die Rolle der Unternehmensleitung. Es ist unbestritten, dass die Führungsebene eine tragende Säule in der Schaffung und Aufrechterhaltung einer starken Sicherheitskultur ist. Ein effektives Sicherheitsmanagement beginnt an der Spitze. Die Unternehmensführung muss den Wert von Sicherheit nicht nur anerkennen, sondern auch aktiv fördern. Dies umfasst die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen für Sicherheitsmaßnahmen und die Schaffung einer Umgebung, in der Sicherheitsbedenken offen angesprochen und ernst genommen werden.

Rechtliche Aspekte und die Verantwortung der Unternehmensleitung

Die rechtlichen Konsequenzen, die sich aus dem Unfall ergeben, sollten ein Weckruf für alle Unternehmen sein. Die laufenden Ermittlungen gegen einen der Geschäftsführer wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung unterstreichen, dass die Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften weitreichende rechtliche Implikationen haben kann. Die Einhaltung von Sicherheitsstandards ist daher nicht nur eine Frage der moralischen Verantwortung, sondern auch des rechtlichen Selbstschutzes.

Die Rolle der Sicherheitsbeauftragten

In diesem Kontext spielt der Sicherheitsbeauftragte eine entscheidende Rolle. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Sicherheit als gemeinsame Verantwortung aller angesehen wird. Durch regelmäßige Schulungen, die Etablierung effektiver Kommunikationskanäle für Sicherheitsbedenken und die enge Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung können Sicherheitsbeauftragte einen wesentlichen Beitrag zur Verhütung von Arbeitsunfällen leisten.

Schlussfolgerung

Der Unfall in Torgelow

ist eine Mahnung, dass in der Industrie Sicherheit immer an erster Stelle stehen muss. Es zeigt auf, wie wichtig es ist, dass jedes Glied in der Kette – von der Geschäftsführung bis hin zum einzelnen Mitarbeiter – an einem Strang zieht, um eine Kultur der Sicherheit zu etablieren und aufrechtzuerhalten. Als Sicherheitsbeauftragte stehen Sie an vorderster Front dieses Bemühens. Ihre Rolle ist es, nicht nur auf bestehende Risiken hinzuweisen, sondern auch aktiv an der Entwicklung und Implementierung von Strategien zur Verbesserung der Arbeitssicherheit mitzuwirken.

Das Engagement für Sicherheit ist eine fortlaufende Aufgabe, die ständige Aufmerksamkeit und Anpassung erfordert. Die Tragödie in Torgelow sollte als ein ständiger Erinnerer und Motivator dienen, um in jedem Unternehmen eine Kultur der Sicherheit zu schaffen und zu erhalten, in der das Wohl jedes Mitarbeiters an oberster Stelle steht.

Expertenmeinungen:

René Bußkamp, Safety Spot (https://safetyspot.de/):
Arbeitsunfälle können für Unternehmen und Mitarbeiter schwerwiegende Folgen haben. Dies zeigte leider auch der Unfall in der Eisengießerei Torgelow, mit zwei toten Arbeitern und einen schwerverletzten. Neben den unmittelbaren physischen und psychischen Auswirkungen für die betroffenen Mitarbeiter können Arbeitsunfälle auch hohe Kosten für das Unternehmen verursachen. Ein guter Arbeitsschutz kann dazu beitragen, Arbeitsunfälle zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Dabei geht es nicht nur um die Verwendung von Schutzausrüstung oder die Einhaltung von Sicherheitsstandards, sondern auch um die Gestaltung von Arbeitsabläufen und Arbeitsbedingungen, um potenzielle Gefahrenquellen zu eliminieren. Ein guter Arbeitsschutz hat aber nicht nur positive Auswirkungen auf die Sicherheit der Mitarbeiter, sondern auch auf die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Mitarbeiter, die sich sicher fühlen und wissen, dass ihr Arbeitgeber sich um ihre Sicherheit und Gesundheit kümmert, sind in der Regel motivierter und engagierter. Das kann sich positiv auf die Leistung des Unternehmens auswirken und zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit führen.

10 unverzichtbare Sicherheitsregeln für elektrotechnische Laien

Die Sicherheit in der Elektrotechnik ist ein grundlegender Aspekt, den Sicherheitsbeauftragte und -ingenieure stets im Auge behalten müssen. Die Vermittlung von Sicherheitsregeln an elektrotechnische Laien ist dabei ebenso wichtig wie das Verständnis für deren praktische Anwendung. In diesem Artikel werden zehn grundlegende Sicherheitsregeln für elektrotechnische Laien vorgestellt, ergänzt durch praxisnahe Beispiele, die Ihnen helfen, diese Regeln effektiv in Ihren Sicherheitsprogrammen zu integrieren.

1. Überprüfung Elektrischer Geräte: Regel: Vor jeder Benutzung elektrische Geräte und Anlagen auf sichtbare Mängel überprüfen. Beispiel: Ein Mitarbeiter bemerkt, dass das Kabel einer Bohrmaschine beschädigte Isolierungen aufweist und meldet dies, statt das Gerät zu benutzen.

2. Sachgemäße Nutzung: Regel: Elektrische Geräte und Anlagen entsprechend der Benutzerinformation verwenden. Beispiel: Ein Teammitglied verwendet einen Heizlüfter gemäß der Anleitung und vermeidet es, ihn in unmittelbarer Nähe von entflammbaren Materialien zu positionieren.

3. Vorsicht in Feuchten Bereichen: Regel: Elektrische Geräte in feuchten Bereichen vor Spritzwasser schützen. Beispiel: Ein Angestellter stellt sicher, dass Verlängerungskabel bei Außenarbeiten nicht auf nassem Untergrund liegen.

4. Handeln bei Störungen: Regel: Bei Störungen sofort den Stecker ziehen oder die Spannung abschalten. Beispiel: Ein Mitarbeiter zieht den Stecker einer defekten Kaffeemaschine ab, statt zu versuchen, sie weiter zu benutzen oder zu reparieren.

5. Melden von Schäden: Regel: Schäden oder Veränderungen sofort melden. Beispiel: Ein Teammitglied bemerkt eine lockere Steckdose und informiert umgehend die zuständige Fachkraft.

6. Aufgaben einer Elektrofachkraft: Regel: Nur Elektrofachkräfte dürfen elektrische Anlagen und Betriebsmittel errichten, ändern oder instand setzen. Beispiel: Eine Büromitarbeiterin beauftragt einen Elektriker, um eine defekte Lampe zu reparieren, anstatt dies selbst zu tun.

7. Geeignete Geräteauswahl: Regel: Geeignete Geräte für spezifische Umgebungsbedingungen verwenden. Beispiel: In einem Lager wird ein speziell für feuchte Umgebungen konzipierter Staubsauger eingesetzt.

8. Betreten von Betriebsstätten: Regel: Elektrische Betriebsstätten und Schaltanlagen nicht betreten. Beispiel: Ein Angestellter beachtet die Absperrungen um einen Schaltschrank herum und vermeidet es, diesen Bereich zu betreten.

9. Arbeiten in der Nähe Elektrischer Anlagen: Regel: Arbeiten in der Nähe elektrischer Anlagen nur nach Anweisung einer Elektrofachkraft durchführen. Beispiel: Ein Bauarbeiter konsultiert einen Elektriker, bevor er in der Nähe von unterirdischen Stromleitungen gräbt.

10. Sicherheitsmaßnahmen bei Freileitungen: Regel: Bei Arbeiten in der Nähe von Freileitungen oder Kabeln spezielle Sicherheitsmaßnahmen beachten. Beispiel: Ein Bauleiter hält einen Sicherheitsabstand zu Freileitungen ein und setzt Warnzeichen für sein Team.

Diese zehn Sicherheitsregeln, unterstützt durch praktische Beispiele, bieten elektrotechnischen Laien eine klare Orientierung für sicheres Arbeiten. Als Sicherheitsbeauftragter oder -ingenieur ist es Ihre Aufgabe, diese Richtlinien zu verbreiten und ihre Anwendung zu überwachen, um ein Höchstmaß an Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Resilienz im Arbeitsschutz: Mehr als nur Widerstandsfähigkeit

Einleitung: Die Bedeutung von Resilienz im Arbeitsleben

In der Welt des Arbeitsschutzes sind Herausforderungen und unerwartete Situationen alltäglich. Die Fähigkeit, diesen erfolgreich und mit einer positiven Grundeinstellung zu begegnen, wird als Resilienz bezeichnet. Dieser Artikel zielt darauf ab, Fachleuten im Bereich Arbeitsschutz praktische Tipps und tiefgreifende Einblicke in die Welt der Resilienz zu bieten.

Was ist Resilienz?

Resilienz ist ein dynamischer Prozess, der die Fähigkeit eines Individuums beschreibt, mit Belastungen umzugehen und dabei psychisch gesund zu bleiben. Im Arbeitskontext bedeutet dies, Herausforderungen wie Stress, Druck und Veränderungen effektiv zu bewältigen.

Warum ist Resilienz im Arbeitsschutz wichtig?

In einer Branche, die sich ständig wandelt und in der Sicherheitsrisiken allgegenwärtig sind, ist Resilienz unerlässlich. Sie ermöglicht es Fachkräften, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, Stress zu bewältigen und somit zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beizutragen.

Die sieben Säulen der Resilienz im Arbeitsschutz

  1. Optimismus: Eine positive Einstellung in schwierigen Situationen beibehalten. Im Arbeitsschutz bedeutet das, auch in Krisen nach vorne zu schauen und Lösungen zu finden.
  2. Akzeptanz: Die Realität von Arbeitsrisiken anerkennen und konstruktiv darauf reagieren.
  3. Lösungsorientierung: Konkrete, realistische Sicherheitsziele setzen und diese verfolgen.
  4. Verlassen der Opferrolle: Aktiv Verantwortung für die eigene Sicherheit und die der Kollegen übernehmen.
  5. Verantwortungsübernahme: Eigeninitiative im Umgang mit Sicherheitsproblemen zeigen.
  6. Enge Bindungen: Ein starkes Netzwerk am Arbeitsplatz aufbauen, das Unterstützung in schwierigen Zeiten bietet.
  7. Positive Zukunftsplanung: Sich aktiv für die Verbesserung der Arbeitsplatzsicherheit einsetzen.

Tipps und Tricks zur Stärkung der Resilienz im Arbeitsschutz

  1. Regelmäßige Fortbildung: Bleiben Sie durch Schulungen und Workshops über die neuesten Sicherheitsstandards informiert.
  2. Stressmanagement-Techniken: Erlernen Sie Techniken wie tiefes Atmen oder progressive Muskelentspannung, um im Arbeitsalltag Stress abzubauen.
  3. Erfahrungsaustausch: Nutzen Sie Meetings und Teamgespräche, um Erfahrungen und Best Practices im Bereich Sicherheit zu teilen.
  4. Gesundheitsförderung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung, um körperlich und geistig fit zu bleiben.

Resilienz-Selbsttest für Arbeitsschutzexperten

Bewerten Sie verschiedene Aspekte Ihrer Arbeit und Ihres Umgangs mit Herausforderungen auf einer Skala von 0 bis 10, um Ihre Resilienz zu bestimmen.

Schlussfolgerung: Resilienz als Schlüsselkompetenz im Arbeitsschutz

Resilienz ist eine unverzichtbare Fähigkeit im Arbeitsschutz. Sie hilft nicht nur dabei, den täglichen Herausforderungen zu begegnen, sondern trägt auch wesentlich zu einer sicheren und gesunden Arbeitsumgebung bei.