Sucht am Arbeitsplatz: Verantwortung erkennen – frühzeitig handeln

Sucht am Arbeitsplatz – Verantwortung übernehmen, Gesundheit schützen

Sucht ist kein Randthema mehr – sie ist längst im Arbeitsalltag angekommen. Ob Alkohol, Medikamente oder illegale Drogen: Der Konsum psychoaktiver Substanzen kann schwerwiegende Folgen für die Betroffenen und das gesamte Unternehmen haben. Doch wie sollen Arbeitgeber, Führungskräfte und Kolleginnen und Kollegen mit dieser sensiblen Problematik umgehen? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Als Arbeitspsychologe und zertifizierter betrieblicher Suchtberater unterstütze ich Unternehmen dabei, frühzeitig und professionell zu handeln – bevor ein schleichendes Risiko zur offenen Krise wird. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum eine systematische Suchtprävention unverzichtbar ist, welche rechtlichen Pflichten bestehen und wie Sie betroffene Mitarbeitende menschlich wie rechtssicher begleiten.

Suchtverhalten verstehen – nicht verurteilen

Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit. Sie äußert sich durch ein starkes Verlangen nach einem bestimmten Stoff oder Verhalten, dessen Konsum oder Ausübung zunehmend die Kontrolle übernimmt. Die Arbeitsfähigkeit, Konzentration, Zuverlässigkeit und das Sozialverhalten leiden darunter – oft schleichend, aber stetig.

Besonders tückisch: In vielen Fällen bleibt das Suchtverhalten lange unerkannt oder wird aus falsch verstandener Rücksichtnahme ignoriert. Kolleginnen und Kollegen erleben vielleicht Stimmungsschwankungen, einen veränderten Umgangston, häufige Fehlzeiten oder Konzentrationsprobleme. Doch aus Angst vor Konflikten oder falscher Verdächtigung wird geschwiegen – bis es zu Unfällen oder massiven Störungen kommt.

Rechtlicher Rahmen: Was dürfen, was müssen Arbeitgeber?

Auch wenn es kein allgemeines gesetzliches Suchtmittelverbot am Arbeitsplatz gibt, ergibt sich aus verschiedenen Rechtsvorschriften eine klare Verantwortung für Unternehmen:

  • §§ 3 ff. Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichten den Arbeitgeber, Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit seiner Beschäftigten zu treffen.
  • § 618 BGB formuliert die Pflicht zur Fürsorge durch den Arbeitgeber.
  • DGUV Vorschrift 1, § 2 (1) verpflichtet zur Prävention von Arbeitsunfällen und Gesundheitsgefahren.
  • § 15 (2) DGUV Vorschrift 1 stellt klar: Beschäftigte dürfen sich nicht in einen Zustand versetzen, der sie oder andere gefährdet.

Für bestimmte Berufsgruppen (z. B. Piloten, Berufskraftfahrer, Lokführer) gelten darüber hinaus spezielle gesetzliche Suchtmittelverbote – hier kann der Arbeitgeber mit Zustimmung des Betriebs- oder Personalrats ein absolutes Konsumverbot aussprechen.

In anderen Fällen darf der Arbeitgeber zwar kein generelles Verbot aussprechen, wohl aber betriebliche Regelungen treffen – z. B. im Rahmen einer Betriebsvereinbarung oder Dienstvereinbarung, die gemeinsam mit dem Betriebsrat erstellt wird. Solche Vereinbarungen bilden eine solide Grundlage, um mit Verdachtsfällen strukturiert umzugehen.

Hinsehen statt Wegsehen: Hinweise auf Suchtverhalten erkennen

Suchtverhalten kündigt sich selten offen an. Vielmehr zeigen sich oft subtile Veränderungen über einen längeren Zeitraum hinweg – vor allem in drei Bereichen:

  • Arbeitsverhalten: Leistungsabfall, erhöhte Fehlerquote, häufige Verspätungen oder auffällige Krankmeldungen.
  • Sozialverhalten: Rückzug, Reizbarkeit, Konflikte mit Kolleg:innen.
  • Gesundheitsverhalten: Häufige Beschwerden, körperliche Symptome, auffällige Gerüche oder motorische Unsicherheiten.

Ein einzelnes Anzeichen bedeutet nicht automatisch eine Suchterkrankung – aber die Häufung und Dauer von Auffälligkeiten kann ein ernstes Warnsignal sein. Hier braucht es Sensibilität, Erfahrung und den Mut zum Gespräch.

Pflicht zur Hilfe: Was Arbeitgeber tun müssen

Unternehmen, die Suchtproblematiken ignorieren, setzen nicht nur ihre Fürsorgepflicht aufs Spiel, sondern auch das Vertrauen ihrer Belegschaft. Es gilt, frühzeitig präventiv tätig zu werden:

  • Entwicklung einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung zum Umgang mit Suchtmitteln, inklusive klarer Verfahrenswege und Zuständigkeiten
  • Einführung eines Stufenplans zur Intervention, der Gespräche, Zielvereinbarungen und ggf. therapeutische Angebote regelt
  • Schulung von Führungskräften zum professionellen Umgang mit suchtgefährdeten Mitarbeitenden
  • Aufklärungskampagnen und präventive Informationsangebote

Die Gespräche im Rahmen eines Stufenplans sind keine disziplinarischen Maßnahmen, sondern strukturierte Hilfsangebote. Das oberste Ziel ist stets die Reintegration in den Arbeitsprozess – nicht die Sanktion.

Rechte und Pflichten von Beschäftigten

Arbeitnehmende sind verpflichtet, ihre Kolleginnen und Kollegen nicht zu gefährden – auch nicht durch unkontrollierten Konsum von Alkohol oder Drogen. Gleichzeitig haben sie ein Recht auf Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen. Wer offenlegt, dass eine Sucht vorliegt, hat Anspruch auf Schutz vor Diskriminierung und Zugang zu geeigneten Hilfsangeboten.

Doch was tun, wenn der oder die Betroffene die Problematik leugnet oder keine Veränderung zeigt? Arbeitgeber dürfen dann nach sorgfältiger Dokumentation und Einhaltung aller Stufen im Prozess arbeitsrechtliche Konsequenzen ziehen – von der Ermahnung bis zur personenbedingten Kündigung. Dabei ist stets die Verhältnismäßigkeit zu wahren.

Diskretion, Menschlichkeit und Struktur: Meine Rolle als betrieblicher Suchtberater

Als externer Experte biete ich Unternehmen die Möglichkeit, mit einem neutralen, erfahrenen Ansprechpartner zusammenzuarbeiten. Ich entwickle mit Ihnen klare Prozesse, berate Führungskräfte in Verdachtsfällen und begleite Gespräche mit Betroffenen – auf Wunsch auch anonym oder in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat.

Dabei verbinde ich arbeitspsychologisches Fachwissen mit rechtlicher Sicherheit und praxiserprobten Interventionsmethoden. Der Mensch steht dabei im Zentrum – immer mit dem Ziel, Gesundheit zu fördern und Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Mehr zu meinem Angebot: Betrieblicher Suchtberater – Donato Muro

Fazit: Prävention ist Führungsverantwortung

Sucht am Arbeitsplatz ist kein Tabu mehr – sie ist Realität. Doch mit Wissen, Struktur und Menschlichkeit lässt sich viel bewegen. Unternehmen, die sich dieser Verantwortung stellen, schützen nicht nur ihre Belegschaft, sondern auch ihren langfristigen Erfolg.

Wenn Sie das Thema in Ihrem Betrieb angehen möchten – sei es durch Schulungen, die Entwicklung eines Interventionsplans oder die Klärung konkreter Verdachtsfälle – nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf. Ich begleite Sie mit Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen und absoluter Diskretion.

Emotionale Intelligenz – wichtige Anforderung an Führungskräfte

Emotionale Intelligenz – wichtige Anforderung an Führungskräfte

Emotionale Intelligenz – warum sie so wichtig für Führungskräfte ist

Eine Führungspersönlichkeit zeichnet sich nicht unbedingt nur durch ihre fachlichen Fähigkeiten aus, sondern auch über das Talent, eigene Emotionen und die anderer Menschen wahrzunehmen, zum Ausdruck zu bringen, zu verstehen und auf sinnvolle Weise damit umzugehen. Im folgenden Artikel erfahren Sie, warum die Emotional Intelligenz so so wichtig ist. Denn auch bei Themen wie Brandschutz, Explosionsschutz Arbeitsschutz und Umweltschutz spielt der IQ eine entscheidende Rolle.

Eine Umfrage von Careerbuilde hat ergeben, dass unter 547 Führungskräften in verschiedenen Ländern 83 Prozent die Meinung vertraten, dass ein Arbeitgeber mehr wert auf emotionale Intelligenz (EI) anstatt auf den Intelligenzquotienten (IQ) eines Angestellten legt.

Laut einer Umfrage von CareerBuilder unter 547 Führungskräften in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Schweden sagen 83 Prozent, ihnen sei die emotionale Intelligenz (EI) eines Arbeitnehmers wichtiger als dessen Intelligenzquotient (IQ). Mehr als die Hälfte der Arbeitgeber (55 Prozent) gaben sogar zu, dass sie jemanden, der einen hohen IQ, aber gleichzeitig nur über wenig emotionale Intelligenz verfügt, gar nicht einstellen wollen würden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jemanden, der eine erstklassige Berufs- oder Studienausbildung genossen hat, lägst nicht mehr unter allen Mitbewerben die besten Chancen hat. Emotionale Skills sind mittlerweile eine der wichtigsten Anforderungen, die Personaler haben können. Aber was genau versteht man eigentlich unter dem Begriff Emotionale Intelligenz und woran können Personalverantwortliche sie erkennen und fördern?

Was genau bedeutet es eigentlich, emotional intelligent zu sein?

Die Bezeichnung der Emotionalen Intelligenz trat erstmals durch Veröffentlichungen des amerikanischen Psychologen Daniel Goleman in den 90er Jahren in Erscheinung. Nach seinen Erkenntnissen umfasst die emotionale Intelligenz die Fähigkeit, die eigenen Emotionen und die der Mitmenschen wahrzunehmen, zum Ausdruck zu bringen, richtig zu interpretieren und auf sinnvolle Weise damit umzugehen. Emotional intelligent ist also nicht automatisch jemand, der sehr gefühlsbetont und emotional oder aus dem Affekt heraus handelt, sondern es geht hier vielmehr darum, bewusst mit den verschiedenen Stimmung umzugehen. Deshalb wünschen sich immer mehr Arbeitgeber von ihren Angestellten, dass diese Freude an Innovationen und Integrität haben, empathisch sind und sich selbst und andere motivieren können.
Vergleicht man diese Ergebnisse mit den Resultaten au der CareerBuilder-Umfrage, fällt auf, das Goleman schon 1995 davon überzeugt war, dass die Emotionale Intelligenz einen weitaus höheren Stellenwert für die Besetzung einer Führungskraft hat als der Intelligenzquotient. Wer einen Bewerber bewertet sollte demnach das individuelle Know-How sowie den IQ nur zu 25 Prozent beachten, während der EI einen Stellenwert von 50 Prozent einnähme.

Der IQ wird als zu wichtig eingestuft

Auch der Arzt Thomas Grüter äußerte sich in einem Gespräch mit Deutschland Radio anlässlich des 100. Jahrestages der Erfindung des IQs mit der Aussage, dass der IQ mitunter überbewertet werde. Der deutsche Psychologe ersann 1912 die wohl bekannteste Methode zur Bestimmung der Intelligenz, die bis heute jedoch als umstritten gilt. Laut Grüter sage ein solches Testergebnis lediglich aus, ob man bestimmte Aufgaben oder Kombinationen besser oder schlechter ausführen könne. Grundsätzlich käme es jedoch darauf a, ob man schnell neue Schlussfolgerungen ziehen könne. Diese Fähigkeit könne jeder lernen. Laut Grüter sei Intelligenz keine Eigenschaft wie etwa die Körpergröße, die jemand habe.
Was Personalmanager betrifft, die den IQ als sehr wichtig einstufen, äußerte sich der Arzt skeptisch gegenüber. Laut ihm könne der IQ allein nicht entscheiden, ob jemand für bestimmte Bereiche geeignet sie oder nicht. Manchmal komme es im Beruf auch viel mehr darauf an, sich auf die Mitmenschen einstellen zu können und erfolgreich in punkto Kommunikation zu ein. Doch diese Bereiche werden vom IQ nicht erfasst.

Gute Chefs wissen um die Kraft der Emotionen

Aus diesem Grund bietet Arbeitspsychologe Donato Muro Seminare zu diesem Thema an. Dabei können Sie lernen, wie Sie die Emotionale Intelligenz unter Ihren Mitarbeitern erkennen können und erfahren, warum diese so wichtig ist, wenn Sie Führungspositionen geschickt besetzen wollen. Je höher die Position ist und mit desto mehr Verantwortung sie einhergeht, desto wichtiger sind fachübergreifende Kompetenzen in einem Unternehmen. Als Führungskraft sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wie Sie die verschiedenen Talente und das Spektrum der individuellen Persönlichkeiten sinnvoll einsetzen und so koordinieren können, dass Ihr Unternehmen noch erfolgreicher wird. Planen Sie strategisch für die Zukunft, indem Sie sich mit den Stärken und Schwachpunkten Ihres Teams auseinandersetzen. Natürlich sollte es auch nicht an der notwendigen Motivation mangeln, denn schließlich müssen Sie als Leader auch festlegen, wer welche Verantwortung übernimmt und wie verbindliche Ziele getroffen werden können. Gerade im Bereich Arbeitsschutz, bei dem es um das Leben der Mitarbeiter geht, spielt die Emotionale Intelligenz eine große Rolle bei der erfolgreichen Bewältigung der Aufgaben. Letztendlich ist ein emotionaler Intelligenz auch wichtiger als ein hoher IQ, weil man damit Konflikte auf effektivere Weise lösen kann. Außerdem wirken emotional intelligent Menschen oftmals wesentlich sympathischer auf Kunden, aber auch auf ihr kollegiales Umfeld. Es fällt ihnen leichter andere mit ihrer positiven Energie mitzureißen. In schwierigen Situationen können sie besser mit Druck umgehen und reagieren wesentlich besonnener. Gerade wenn es also um das Thema Brandschutz geht, erklärt Ihnen Donato Muro gerne, wie Sie auch in einer brenzligen Situation ruhig bleiben.

Fördern Sie die Emotionale Intelligenz im Beruf

Die Emotionale Intelligenz ist genauso wenig wie der IQ ein Talent, das uns in die Wiege gelegt wird. Es handelt sich dabei vielmehr um ein Zusammenspiel einzelner Fähigkeiten, die allesamt ausgebaut und erweitert werden können. In einer Schulung mit Donato Muro können Sie lernen, wie Sie sich selbst besser wahrnehmen und regulieren können, insbesondere wenn Sie unter Druck geraten. Erfahren Sie, wie Sie selbst Ihre Empathie trainieren können und warum es so wichtig ist, sich und andere mit Lob und positiver Energie zu motivieren. Auch die sozialen Kompetenzen sind sehr wichtig für mehr Erfolg im Berufs- und im Privatleben. Schließlich profitieren Sie nicht nur karrieretechnisch davon, sondern lernen etwas sehr wichtig für den Rest Ihres Lebens und für den Umgang mit verschiedenen Beziehungen im Allgemeinen. Ganz gleich, ob es darum geht, einen kühlen Kopf zu bewahren, Streit zu schlichten oder auf einen schwierigen Kunden einzugehen: Sie werden sehr viel gelassener sein und somit einen freundlicheren Eindruck auf Ihr Umfeld machten.
Falls Sie die empathische Fähigkeit bei einem Ihrer Angestellten fördern möchten, sollten Sie ihn zum Beispiel dazu ermutigen, achtsamer seine Kollegen zu beobachten und ihnen mit der nötigen Aufmerksamkeit Gehör zu schenken. Auch die Bedürfnisse des Gegenübers sollten dabei beachtet werden. Nicht alle Empfindungen werden dabei durch die Sprache zum Ausdruck gebracht, weshalb es umso wichtiger ist, nonverbale Signale zu erkennen und richtig zu interpretieren. Hinzu kommen persönliche Neigungen und Fähigkeiten, die ein geschulter Personaler richtig deutet. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Gruppendynamiken, denn gerade wenn mehrere Personen aufeinander treffen, lassen sich Machtspiele kaum vermeiden. Durch ausreichend Empathie lernen Sie, wie Sie die Gefühle und Reaktionen anderer vorhersehen können und Konflikte bestenfalls gar nicht erst entstehen lassen.

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