Stretchwickelmaschinen und Umreifungsmaschinen gehören in vielen Betrieben zum ganz normalen Tagesgeschäft. Sie sichern Paletten, bündeln Packstücke und halten Verpackungsprozesse am Laufen. Genau deshalb werden ihre Gefahren im Alltag oft unterschätzt. Quetschstellen, Einzugsstellen, defekte Verriegelungen, manipulierte Schutzeinrichtungen oder fehlerhafte Not-Halt-Funktionen sind keine theoretischen Risiken, sondern typische Ursachen für schwere Unfälle.
Wer solche Maschinen betreibt, muss sie sicher verwenden lassen, die Gefährdungen vor der Verwendung beurteilen und Prüfungen festlegen. Prüfungen von Arbeitsmitteln gehören damit nicht in die Kategorie „Papierkram“, sondern sind Teil der Betreiberpflicht. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt vor der Verwendung von Arbeitsmitteln eine Gefährdungsbeurteilung und regelt in § 14 die Prüfung von Arbeitsmitteln. Die TRBS 1201 konkretisiert dazu Art, Umfang, Fristen, Durchführung und Dokumentation der Prüfungen. Für die Prüferanforderungen ist die TRBS 1203 maßgeblich. Für Stretchwickelmaschinen und Umreifungsmaschinen sind die einschlägigen C-Normen DIN EN 415-6 und DIN EN 415-8 die technisch treffenden Referenzen.
Damit Sie in der Praxis direkt arbeiten können, stellen wir Ihnen weiter unten auf dieser Seite zwei kostenlose Prüfprotokolle zur Verfügung: für Stretchwickelmaschinen und für Umreifungsmaschinen.
Diese Vorlagen helfen dabei, Prüfungen strukturiert, nachvollziehbar und sauber zu dokumentieren.
Warum ein gutes Prüfprotokoll so wichtig ist
Ein Prüfprotokoll muss mehr leisten, als nur ein paar Häkchen zu setzen. Es muss nachvollziehbar zeigen,
- welche Maschine geprüft wurde,
- warum geprüft wurde,
- welcher Prüfumfang zugrunde lag,
- welche Mängel festgestellt wurden,
- und welche Maßnahmen daraus folgen.
Die TRBS 1201 beschreibt die Prüfung als klaren Dreischritt:
Istzustand ermitteln, mit dem Sollzustand vergleichen, Abweichung bewerten.
Außerdem muss die Aufzeichnung mindestens Angaben zu Art der Prüfung, Prüfumfang, Prüfergebnis sowie Name und Unterschrift der befähigten Person enthalten. Genau daran orientieren sich die von uns bereitgestellten Muster.
Typische Mängel an Stretchwickelmaschinen
Bei Stretchwickelmaschinen tauchen in der Praxis immer wieder dieselben Schwachstellen auf. Dazu gehören zum Beispiel:
- beschädigte oder unvollständige Schutzzäune,
- manipulierte oder defekte Verriegelungen an Schutztüren,
- unzureichend gesicherte Quetschstellen am Drehteller oder Folienwagen,
- fehlende oder schlecht erreichbare Not-Halt-Einrichtungen,
- unsichere Schnittstellen zur Fördertechnik,
- Mängel an Folienwagen, Hubführung oder Vordehnungseinheit.
Gerade bei Drehteller- und Drehringmaschinen entscheidet oft die Qualität der Schutzkonzepte darüber, ob Gefährdungen im Alltag zuverlässig verhindert werden. Die DIN EN 415-6 ist hier die zentrale Norm für Paletteneinschlagmaschinen.
Typische Mängel an Umreifungsmaschinen
Auch Umreifungsmaschinen haben ein klares Gefährdungsprofil. Häufige Prüffeststellungen sind:
- fehlende oder beschädigte Schutzabdeckungen,
- ungesicherte Einzugs- und Spannstellen,
- Mängel an Bandführung und Spannaggregat,
- unsichere Schweiß- oder Schneidbereiche,
- unzureichender Schutz gegen Bandrückschlag,
- manipulierte Verriegelungen oder außer Funktion gesetzte Schutzeinrichtungen.
Bei diesen Maschinen sind besonders die mechanischen Risiken ernst zu nehmen. Die DIN EN 415-8 ist die maßgebliche Norm für Umreifungsmaschinen.
Kostenlose Prüfprotokolle für die Praxis
Wenn Sie im Betrieb bereits Maschinen prüfen oder Prüfungen vorbereiten, können Sie unsere Vorlagen direkt nutzen.
Die Muster sind so aufgebaut, dass sie sich leicht in Word übernehmen und an Ihren Betrieb anpassen lassen.
Onlinekurs: Befähigte Person zur Prüfung von Stretchwickel- und Umreifungsmaschinen nach BetrSichV / TRBS 1203
Wer Prüfungen nicht nur dokumentieren, sondern fachlich sicher durchführen und bewerten will, braucht mehr als eine Vorlage. Genau dafür haben wir den Onlinekurs entwickelt:
„Befähigte Person zur Prüfung von Stretchwickel- und Umreifungsmaschinen nach BetrSichV / TRBS 1203“
Der Kurs vermittelt die rechtlichen, technischen und praktischen Grundlagen, um Maschinenprüfungen systematisch und nachvollziehbar durchzuführen.
Für wen ist der Kurs gedacht?
Der Lehrgang richtet sich an Personen, die mit dem sicheren Betrieb, der Instandhaltung oder der Prüfung von Verpackungsmaschinen zu tun haben, insbesondere an:
- Instandhalter
- Servicetechniker
- Techniker und Meister
- Sicherheitsfachkräfte
- Produktionsleiter
- Anlagenverantwortliche
- Mitarbeiter aus Wartung und Instandhaltung
Was ist der Mehrwert des Kurses?
Der Kurs ist nicht allgemein gehalten, sondern gezielt auf Stretchwickelmaschinen und Umreifungsmaschinen ausgerichtet. Das heißt: keine abstrakte Normenschulung ohne Praxisbezug, sondern konkrete Inhalte für Maschinen, die in Logistik, Produktion und Verpackung tatsächlich täglich im Einsatz sind.
Die Teilnehmer lernen unter anderem,
- warum Prüfungen durchgeführt werden müssen,
- wie Prüfpflichten aus der Gefährdungsbeurteilung entstehen,
- welche Anforderungen eine befähigte Person erfüllen muss,
- wie Schutzeinrichtungen beurteilt werden,
- welche typischen Mängel bei Stretchwicklern und Umreifern auftreten,
- wie eine Maschinenprüfung Schritt für Schritt abläuft,
- und wie rechtssichere Prüfberichte erstellt werden.
Alle 12 Module im Überblick
- Modul 1 – Einführung und rechtliche Grundlagen
Warum Maschinen geprüft werden müssen, welche Pflichten Betreiber haben und welche Rolle die befähigte Person spielt. - Modul 2 – Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV
Wie aus der Gefährdungsbeurteilung Prüfpflichten, Schutzmaßnahmen und organisatorische Anforderungen entstehen. - Modul 3 – Anforderungen an befähigte Personen
Welche Qualifikationsanforderungen sich aus der TRBS 1203 ergeben und wann jemand fachlich als Prüfer eingesetzt werden kann. - Modul 4 – Grundlagen der Maschinensicherheit
Risikobeurteilung, Schutzkonzepte, Maßnahmenhierarchie und typische Gefahren an Maschinen. - Modul 5 – Sicherheitseinrichtungen an Maschinen
Schutzabdeckungen, Verriegelungen, Lichtschranken, Sicherheitssteuerungen, Performance Level und Not-Halt. - Modul 6 – Aufbau und Funktion von Stretchwickelmaschinen
Maschinentypen, Arbeitsabläufe, Gefahrenstellen und typische Prüfpunkte an Stretchwicklern. - Modul 7 – Aufbau und Funktion von Umreifungsmaschinen
Bandtechnik, Spannaggregate, Schweiß- und Schneidbereiche sowie typische Gefahren. - Modul 8 – Durchführung der Maschinenprüfung
Ablauf von Ordnungsprüfung, Sichtprüfung, Funktionsprüfung und Messprüfung. - Modul 9 – Dokumentation der Prüfung
Prüfprotokolle, Mängelklassen, Maßnahmen und Prüffristen. - Modul 10 – Praxisfälle und typische Mängel
Manipulationen, Unfallursachen, reale Fehlerbilder und praktische Bewertung. - Modul 11 – Abschlussprüfung
Schriftliche Multiple-Choice-Prüfung zur Lernkontrolle. - Modul 12 – Zusammenfassung
Die wichtigsten Regeln, der Prüfablauf und die Verantwortung der Prüfer im Überblick.
So läuft der Kurs ab
Der Lehrgang ist als Online-Selbststudium aufgebaut. Das bedeutet: Sie lernen flexibel, in Ihrem eigenen Tempo und können die Inhalte bequem neben dem Job bearbeiten.
Ihre Vorteile auf einen Blick:
- 12 Monate Zugriff auf alle Kursinhalte
- alle Module jederzeit wiederholbar
- Lernen flexibel neben dem Beruf
- schriftliche Abschlussprüfung online
- Urkunde wird nach bestandener schriftlicher Prüfung automatisch erstellt
- sofort nutzbares Praxiswissen für den Betrieb
Preis des Kurses
499,00 € netto zzgl. MwSt.
Müssen die DIN-Normen zusätzlich gekauft werden?
Ein großer Vorteil des Kurses ist, dass die prüfrelevanten Kernaussagen aus den relevanten DIN-Normen, TRBS-Regeln und DGUV-Inhalten bereits verständlich im Kurs aufbereitet sind. Für das Verständnis des Lehrgangs müssen die Teilnehmer diese Regelwerke daher nicht separat kaufen. Die Inhalte werden im Kurs über Lernvideos und kompakte Lehrtexte vermittelt.
Dazu gehören die wesentlichen Inhalte aus:
- DIN EN 415-6 für Stretchwickelmaschinen
- DIN EN 415-8 für Umreifungsmaschinen
- DIN EN ISO 13849-1
- DIN EN ISO 13857
- DIN EN ISO 13850
- TRBS 1201
- TRBS 1203
- TRBS 1111
- TRBS 1116
- TRBS 2111
- DGUV Vorschrift 3
- DGUV Regel 100-500
sowie den einschlägigen DGUV-Fachinformationen zu Verpackungsmaschinen.
Fachlich wichtig: Was der Kurs leistet – und was danach noch erforderlich ist
Der Kurs vermittelt die fachliche Grundlage für die spätere Prüftätigkeit. Rechtlich entscheidend ist aber immer die Kombination aus
- geeigneter technischer Vorqualifikation,
- Berufserfahrung,
- zeitnaher fachlicher Tätigkeit
- und der konkreten Beauftragung durch den Arbeitgeber.
Die TRBS 1203 macht klar, dass der Arbeitgeber festlegen und sicherstellen muss, welche Voraussetzungen die zur Prüfung befähigte Person für die konkrete Prüfaufgabe erfüllen muss.
Das heißt praktisch: Der Kurs schafft die fachliche Basis, die formelle Einbindung in den Betrieb erfolgt anschließend durch den Arbeitgeber.
Fazit
Wenn Sie kurzfristig eine brauchbare Vorlage suchen, laden Sie sich die kostenlosen Prüfprotokolle für Stretchwickelmaschinen und Umreifungsmaschinen herunter. Wenn Sie darüber hinaus Prüfungen fachlich sicher durchführen, Mängel richtig bewerten und dokumentieren wollen, ist der Onlinekurs zur befähigten Person der konsequente nächste Schritt.





