2010
Der fachliche Ursprung von SicherheitsIngenieur.NRW liegt in meinem Bachelorstudium der Chemie und Biotechnologie. Bereits während des Studiums führte ich erste chemische Analysen sowie Schimmelpilzbewertungen durch und lernte dabei, wie wichtig eine saubere Methodik, technische Normen und nachvollziehbare Dokumentation sind. Besonders prägend war die Erfahrung, dass Feuchte- und Schimmelschäden häufig nicht einfach auf Nutzerverhalten zurückzuführen sind, sondern bauliche Ursachen wie Wärmebrücken, Feuchtigkeitseinträge oder Ausführungsfehler haben können. Mit den Einnahmen aus den ersten Projekten investierte ich in eine Wärmebildkamera und konnte dadurch Laboranalytik mit praktischer Vor-Ort-Bewertung verbinden. Aus einzelnen Analysen entwickelte sich Schritt für Schritt eine fachliche Beratung für Privatkunden und Wohnungsverwaltungen. Damit wurde 2010 der Grundstein für die heutige Arbeitsweise gelegt: Ursachen fachlich verstehen, Risiken sauber bewerten und Kunden klare, belastbare Entscheidungen ermöglichen.
2011
Im Jahr 2011 entwickelte sich aus der reinen Analytik zunehmend eine arbeitsschutzbezogene Sanierungsberatung. Nach zahlreichen Untersuchungen zu Gebäudeschadstoffen wie PAK, PCB, Asbest, künstlichen Mineralfasern, A- und E-Staub, Quarzstaub, Schimmelpilzen sowie flüchtigen organischen Verbindungen wurde immer deutlicher, dass Laborwerte allein nicht ausreichen. Entscheidend war die fachliche Einordnung: Welche Gefahr geht von einem Schadstoff tatsächlich aus, welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich und wie lässt sich eine Sanierung sicher und nachvollziehbar planen?
Mit dieser Entwicklung rückte die DGUV Regel 101-004 „Kontaminierte Bereiche“ stärker in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Sie behandelt Arbeiten in Bereichen, die über eine gesundheitlich unbedenkliche Grundbelastung hinaus mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen verunreinigt sind. Gerade bei Gebäudeschadstoffen, Brandschäden und Sanierungen im Bestand wurde damit der Bezug zum Arbeitsschutz immer konkreter.
Ab 2011 entstanden die ersten Sanierungskonzepte für schadstoffbelastete Gebäudebereiche. Neben der Bewertung der Schadstoffe ging es nun auch um Arbeitsverfahren, Schutzmaßnahmen, Abgrenzung kontaminierter Bereiche, Koordination der beteiligten Gewerke, Unterweisungen und eine nachvollziehbare Dokumentation. Damit wurde aus der baubiologischen und chemischen Bewertung Schritt für Schritt eine Tätigkeit an der Schnittstelle von Gebäudeschadstoffen, Arbeitsschutz und Sanierungskoordination. Auch die TRGS 524 zeigt diesen Zusammenhang klar, da sie Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen beschreibt, unter anderem bei der Sanierung baulicher Anlagen, die durch Gefahrstoffe kontaminiert sind.
In dieser Phase übernahm ich neben der Begleitung und Leitung kleinerer Brandschadensanierungen zunehmend auch koordinierende Aufgaben im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei kleineren baulichen Maßnahmen. Mein Kundenkreis bestand damals vor allem aus kleineren Handwerksbetrieben, Hausmeisterservices und privaten beziehungsweise gewerblichen Auftraggebern mit konkreten Schadstoff- oder Sanierungsfragen. Rückblickend war 2011 damit ein wichtiges Übergangsjahr: Aus chemischer Analytik und Schimmelbewertung wurde eine praxisnahe Beratung für sichere Sanierungen und der erste echte Einstieg in den Arbeitsschutz.
2012
Im Jahr 2012 rückte das Thema Gefahrstoffe zunehmend in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Bereits seit 2008 hatte ich mich im Studium intensiv mit Umweltchemie, Stoffeigenschaften und chemischen Risiken beschäftigt. Aus dieser Grundlage heraus entstanden erste Anfragen zu Gefahrstoffunterweisungen, Sicherheitsdatenblättern, Kennzeichnungspflichten und zum praktischen Umgang mit chemischen Stoffen in Betrieben.
Besonders prägend war die Auseinandersetzung mit der REACH-Verordnung, die seit 2007 als zentrales europäisches Chemikalienrecht gilt. Anfangs wurde REACH von vielen noch unterschätzt, in der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass Unternehmen ihre Stoffdaten, Verwendungen, Informationspflichten und Schutzmaßnahmen sauber organisieren mussten. Damit wurde 2012 für mich ein wichtiges Übergangsjahr: Aus Umweltchemie und Stoffbewertung entwickelte sich zunehmend eine praxisnahe Beratung im Gefahrstoff- und Arbeitsschutz.
2013
Im Jahr 2013 erweiterte ich meine Arbeit um weitere umweltrelevante Themen wie Gewässerschutz, Immissionsschutz und Abfallmanagement. Dabei beschäftigte ich mich intensiver mit der DIN EN ISO 14001, also der internationalen Norm für Umweltmanagementsysteme. Sie beschreibt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem, mit dem Organisationen ihre Umweltleistung verbessern, rechtliche Verpflichtungen einhalten und Umweltziele systematisch verfolgen können.
Parallel dazu konnte ich meine erste Tätigkeit als Koordinator bei einer Asbestsanierung erfolgreich abschließen. Dadurch wurde der Bezug zum Arbeitsschutz noch konkreter, da Asbestsanierungen besondere Anforderungen an Planung, Schutzmaßnahmen, Arbeitsverfahren und Koordination stellen. Die TRGS 519 gilt hierfür als zentrale technische Regel für Tätigkeiten mit Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.
Damit war 2013 ein weiteres wichtiges Übergangsjahr: Aus Umweltchemie, Gebäudeschadstoffen und Umweltmanagement entwickelte sich zunehmend eine praktische Schnittstelle zwischen Umweltschutz, Arbeitsschutz und sicherer Sanierungskoordination.
2014
Im Jahr 2014 rückten Baustellenkoordination, Erste Hilfe und Umweltmanagement weiter zusammen. Um meine Rolle auf Baustellen verantwortungsvoll ausfüllen zu können, absolvierte ich eine Ausbildung zum Ersthelfer und vertiefte damit den praktischen Blick auf Sicherheit, Notfallorganisation und klare Abläufe vor Ort. Die heutige Erste-Hilfe-Ausbildung für betriebliche Ersthelfer umfasst nach DGUV-Systematik 9 Unterrichtseinheiten und wird über ermächtigte Stellen durchgeführt.
Parallel dazu veröffentlichte ich unter der Leitung von Prof. Dr. Marzinkowski eine Facharbeit zum Thema EMAS, dem Eco-Management and Audit Scheme. EMAS ist ein europäisches Umweltmanagementinstrument, mit dem Organisationen ihre Umweltleistung bewerten, verbessern und transparent berichten können. Mein zuvor aufgebautes Wissen zur DIN EN ISO 14001 half mir dabei, die Anforderungen und den praktischen Nutzen von EMAS besser einzuordnen. Damit wurde 2014 ein weiteres Jahr, in dem sich mein fachliches Profil an der Schnittstelle von Arbeitsschutz, Baustellenpraxis und Umweltmanagement weiter geschärft hat.
2015
Im Jahr 2015 führte mich meine Arbeit mit der VDI-Verbrennungsapparatur an der Fakultät für Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal erneut stärker in den Bereich Arbeitssicherheit und Brandschutz. Besonders prägend war die Arbeit im Umfeld der chemischen Sicherheit und des abwehrenden Brandschutzes, wo chemische Reaktionen, Brandverhalten, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen nicht nur theoretisch, sondern sehr praxisnah betrachtet wurden. Die Bergische Universität Wuppertal führt hierzu einen eigenen Lehrstuhl für Chemische Sicherheit und Abwehrenden Brandschutz.
In dieser Zeit wurde mein Verständnis für Brandschutzfragen deutlich geschärft. Aus der chemischen und sicherheitstechnischen Perspektive entwickelte sich ein stärkerer Blick für Brandentstehung, Brandverhalten, organisatorische Schutzmaßnahmen und den sicheren Umgang mit Löschmitteln. Darauf aufbauend begann ich, Brandschutzhelfer nach der DGUV Information 205-023 auszubilden. Diese DGUV Information beschreibt Inhalte und Umfang der Ausbildung von Brandschutzhelfern und verknüpft den betrieblichen Brandschutz mit Unterweisung, Organisation und praktischer Befähigung.
Damit wurde 2015 zu einem wichtigen Jahr für meine spätere Ausrichtung im Brandschutz. Neben der Arbeitssicherheit trat der Brandschutz zunehmend als eigenständiges Fachgebiet hinzu, zunächst über Brandschutzhelferausbildungen und später auch über weitergehende Beratungs-, Schulungs- und Schutzkonzepte.
2016
Im Jahr 2016 verbanden sich für mich Brandschutz, Arbeitsschutz und Umweltschutz immer stärker zu einem gemeinsamen fachlichen Ansatz. In meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich mit perfluorierten Tensiden, heute meist im Kontext der PFAS-Stoffgruppe betrachtet. PFAS gelten wegen ihrer Persistenz und ihrer Bedeutung für Umwelt, Wasser und Gesundheit weiterhin als relevantes Umwelt- und Risikothema. (Umweltbundesamt)
Ab Ende 2016 verlagerte sich mein Schwerpunkt zunehmend in Richtung Arbeitsschutz und HSE-Beratung. Parallel begann ich, Brandschutzschulungen und Unterweisungen durchzuführen. Die DGUV Information 205-023 beschreibt die Ausbildung von Brandschutzhelfern als wichtigen Bestandteil des betrieblichen Brandschutzes.
Auf Wunsch meiner Kunden erweiterte ich mein Wissen außerdem in weiteren Managementsystemen, insbesondere im Qualitätsmanagement nach ISO 9001 und im Energiemanagement nach ISO 50001. Die ISO 50001 wurde 2011 als internationaler Standard für Energiemanagementsysteme veröffentlicht. Gleichzeitig wuchs mein Interesse an Gefahrgut, Feuerwehrschnittstellen und der sicheren Organisation von Baustellen. Durch meine Baustellenerfahrung konnte ich später wichtige Voraussetzungen nach RAB 30 für die Tätigkeit als Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator einbringen. Die RAB 30 konkretisiert die Anforderungen an geeignete Koordinatoren nach der Baustellenverordnung.
Damit wurde 2016 ein entscheidendes Jahr für die weitere Ausrichtung: Aus Brandschutz, Arbeitsschutz und Umweltschutz entwickelte sich ein zusammenhängender HSE-Ansatz, der bis heute die Arbeit von SicherheitsIngenieur.NRW prägt.
2017
Im Jahr 2017 wurde aus dem fachlichen Aufbau der vergangenen Jahre der Schritt in die Selbstständigkeit. Nach meinem ersten Universitätsabschluss arbeitete ich bereits während des Masterstudiums in Vollzeit in einem Ingenieurbüro in Köln und wechselte anschließend in einen Konzern. Beide Stationen waren fachlich wertvoll, gleichzeitig wurde aber immer klarer, dass ich eigene Vorstellungen davon hatte, wie Arbeitsschutz, Brandschutz, Umweltschutz und Compliance praktisch umgesetzt werden sollten.
Gemeinsam mit Osamah Khawaja und Niklas Rahlmeyer gründete ich SicherheitsIngenieur.NRW. In der Anfangsphase beschäftigten wir uns neben klassischen HSE-Themen auch mit produktbezogenen Umweltpflichten, insbesondere mit dem Verpackungsgesetz und dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Das Verpackungsgesetz regelt die Produktverantwortung für Verpackungen und soll Umweltbelastungen verringern sowie Ressourcen schonen. Das ElektroG regelt unter anderem Pflichten von Herstellern und Vertreibern sowie die getrennte Sammlung und umweltgerechte Entsorgung von Elektroaltgeräten.
Nach meiner Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit etablierte ich mich zunehmend im Arbeitsschutz und führte Schulungen sowie Prüfungen im Rahmen des SCC-Regelwerks durch. SCC ist ein spezifisches Managementsystem für Kontraktoren im Bereich Sicherheit, Gesundheit und Umwelt und wird insbesondere bei technischen Dienst- und Werkleistungen von Auftraggebern gefordert.
Parallel dazu gewann der Brandschutz weiter an Bedeutung. Aus der Verbindung von Arbeitsschutz, Brandschutz und Gefahrstoffthemen entwickelte sich schließlich auch der Einstieg in den Explosionsschutz. Gemeinsam mit Dr. Peter Krommes entstanden erste Seminare zum Explosionsschutz. In dieser Phase erstellte ich auch die ersten Explosionsschutzdokumente und später Brandschutzkonzepte. Damit war 2017 das Jahr, in dem SicherheitsIngenieur.NRW als eigenständiges Ingenieurbüro entstand und die fachliche Ausrichtung auf HSE, Brandschutz, Explosionsschutz und Compliance klar sichtbar wurde.
2018
Im Jahr 2018 konzentrierte ich mich konsequent auf die Fachbereiche, die SicherheitsIngenieur.NRW bis heute prägen: Explosionsschutz, Brandschutz, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Baubiologie. Diese Themen wurden nicht mehr getrennt betrachtet, sondern zunehmend als zusammenhängende Risikofelder verstanden. Gerade im Brand- und Explosionsschutz zeigt sich dieser Zusammenhang deutlich, weil technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen immer gemeinsam bewertet werden müssen. Die DGUV beschreibt den vorbeugenden Brandschutz ebenfalls als Zusammenspiel aus baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen.
In diesem Jahr begann ich außerdem den Masterstudiengang M.Eng. Vorbeugender Brandschutz. Damit vertiefte ich mein brandschutztechnisches Wissen auf ingenieurwissenschaftlicher Ebene und konnte die bisherigen praktischen Erfahrungen aus Arbeitsschutz, Sanierungen, Gefahrstoffen und Brandschutz systematisch weiterentwickeln. Der Abschluss im vorbeugenden Brandschutz gehört heute zu meinem fachlichen Profil als Sicherheitsingenieur und -jurist.
2019
Im Jahr 2019 erweiterte ich mein fachliches Profil gezielt um die juristische Perspektive und begann ein LL.M.-Studium. Für mich war das ein konsequenter Schritt, weil Arbeitsschutz, Brandschutz, Umweltrecht und Baurecht stark durch Gesetze, Verordnungen und technische Regelwerke geprägt sind. Wer Unternehmen in diesen Bereichen belastbar beraten will, muss technische Risiken verstehen und rechtliche Anforderungen sauber einordnen können.
Parallel dazu vertiefte ich meine wissenschaftliche Arbeit im HSE-Bereich und begann meine Promotion in der Sicherheitstechnik. Inhaltlich beschäftigte ich mich dabei mit der F-Gas-Regulierung der Europäischen Union, also mit einem Thema an der Schnittstelle von Umweltrecht, Klimaschutz und technischer Anwendung. Die F-Gas-Verordnung regelt fluorierte Treibhausgase und wurde auf europäischer Ebene mehrfach weiterentwickelt; seit März 2024 gilt die neue Verordnung (EU) 2024/573, die die frühere Verordnung (EU) Nr. 517/2014 abgelöst hat.
Zusätzlich beschäftigte ich mich intensiver mit wassergefährdenden Stoffen, Bodenschutz und ökologischer Baubegleitung. Die AwSV regelt unter anderem die Einstufung wassergefährdender Stoffe, technische Anforderungen an Anlagen und Betreiberpflichten. Ökologische Baubegleitung wird insbesondere bei größeren Bauvorhaben, Eingriffen in sensible Gebiete oder artenschutzrechtlich relevanten Maßnahmen wichtig, damit Umweltauflagen während der Bauausführung praktisch umgesetzt werden. Damit wurde 2019 ein Jahr, in dem sich mein Profil als Sicherheitsingenieur und Sicherheitsjurist weiter geschärft hat: technisch fundiert, rechtlich belastbar und mit klarem Blick für Umwelt- und Betreiberpflichten.
2020
Im Jahr 2020 wurde die Unternehmensstruktur deutlich erweitert. Neben SicherheitsIngenieur.NRW entstanden gemeinsam mit Geschäftspartnern weitere Gesellschaften, um größere Kundenprojekte professionell abbilden und höhere Anforderungen an Organisation, Qualität und Arbeitsschutz erfüllen zu können. Eine wichtige Rolle spielten dabei Zertifizierungen und Managementsysteme. ISO-Managementsystemnormen wie ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 dienen dazu, Qualität, Umweltleistung sowie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit systematisch zu organisieren und kontinuierlich zu verbessern.
Ich absolvierte in dieser Zeit Auditorschulungen für ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 und bereitete die Zertifizierungen der Unternehmen selbst vor. Auch SCCP gewann in diesem Zusammenhang an Bedeutung, da diese Zertifizierung besonders für Kontraktoren in der petrochemischen Industrie relevant ist und Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz stellt.
Zusätzlich entstand mit Sicheremitarbeiter ein Unternehmen für Online-Kurse. Damit begann eine stärkere Verbindung aus klassischer HSE-Beratung, Schulung und digitaler Weiterbildung. Parallel startete ich den Masterstudiengang M.Eng. Arbeits-, Betriebs- und Anlagensicherheit, um mein Wissen in betrieblicher Sicherheit, Anlagensicherheit und organisatorischem Arbeitsschutz weiter zu vertiefen. Der Studiengang ist als weiterbildender Master of Engineering angelegt und verbindet technische, organisatorische und sicherheitsbezogene Fragestellungen.
2021
Im Jahr 2021 schloss ich mein LL.M.-Studium ab und konnte die juristische Perspektive noch stärker mit meiner technischen Arbeit im HSE-Bereich verbinden. Besonders im Arbeitsschutz, Brandschutz und Umweltrecht zeigte sich für mich immer deutlicher, wie wichtig es ist, technische Risiken nicht nur fachlich zu bewerten, sondern auch rechtlich sauber einzuordnen.
Nach dem Abschluss veröffentlichte ich mein erstes Buch „Compliance & Arbeitsschutz, eine praktische Anleitung: Methodik und Verantwortung“. Das Buch erschien 2021 und behandelt die Verbindung von Arbeitsschutz, Verantwortung, Haftung und Compliance. Seitdem veröffentliche ich regelmäßig Fachbeiträge und beschäftige mich noch intensiver mit der Frage, wie Arbeitsschutz für Führungskräfte, Juristen und Unternehmen verständlich und praktisch nutzbar gemacht werden kann.
Parallel dazu gewann die arbeitspsychologische Perspektive für mich an Bedeutung. Ich schrieb mich erneut an der Bergischen Universität Wuppertal ein, um den Master in Arbeits- und Organisationspsychologie zu absolvieren. Der Studiengang befasst sich mit dem Verhalten und Erleben von Menschen im Arbeitskontext und verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praktischer Anwendung. Für meine Arbeit war das ein wichtiger Schritt, weil gute Sicherheit nicht nur aus Regeln, Dokumenten und Technik besteht, sondern immer auch aus Kommunikation, Führung, Verhalten und gelebter Präventionskultur. Auch die DGUV beschreibt Präventionskultur als wichtigen Einflussfaktor dafür, wie selbstverständlich Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsalltag berücksichtigt werden.
2022
Im Jahr 2022 stand die weitere fachliche und organisatorische Entwicklung im Mittelpunkt. Nach den Erfahrungen der Vorjahre konzentrierte ich mich wieder stärker auf SicherheitsIngenieur.NRW als freiberuflich geprägtes Ingenieurbüro und schärfte den Fokus auf Arbeitsschutz, Brandschutz, HSE-Beratung, Schulungen und Fachveröffentlichungen.
Parallel dazu setzte ich mein Masterstudium in Arbeits- und Organisationspsychologie an der Bergischen Universität Wuppertal fort. Der Studiengang verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praktischer Anwendung im Arbeitskontext und passte damit sehr gut zu meiner Überzeugung, dass gute Sicherheit nicht nur durch Technik und Vorschriften entsteht, sondern auch durch Kommunikation, Führung und Verhalten.
Zusätzlich begann ich an der Universität Leipzig das Postgradualstudium „Toxikologie und Umweltschutz“. Das Studium vermittelt ein breites Spektrum toxikologischer Kenntnisse und verbindet naturwissenschaftliche, medizinische, ökologische und rechtliche Inhalte. Dadurch konnte ich mein Profil im Bereich Gefahrstoffe, Umweltchemie und toxikologischer Bewertung weiter ausbauen.
Auch die Lehrtätigkeit gewann 2022 weiter an Bedeutung. Neben meiner Arbeit für SicherheitsIngenieur.NRW war ich als Lehrbeauftragter an Hochschulen tätig und konnte mein Wissen in ingenieurwissenschaftlichen und juristischen Fächern weitergeben. Damit wurde 2022 ein Jahr der Konsolidierung: weniger Streuung, mehr fachliche Tiefe und eine klare Konzentration auf die Verbindung von Technik, Recht, Psychologie und Toxikologie.
2023
Im Jahr 2023 wurde das Leistungsangebot von SicherheitsIngenieur.NRW weiter ausgebaut. Neben klassischer HSE-Beratung, Arbeitsschutz, Brandschutz und juristischer Compliance rückte die psychische Gefährdungsbeurteilung stärker in den Fokus. Psychische Belastungen sind Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung und müssen tätigkeitsbezogen betrachtet werden, unter anderem mit Blick auf Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, soziale Beziehungen und Arbeitsumgebung.
Auch fachlich entwickelte ich mich weiter. Neben dem laufenden Weg zum Toxikologen verfolgte ich den MBA, um technische, juristische und betriebswirtschaftliche Perspektiven noch stärker miteinander zu verbinden. Gleichzeitig wuchs die schriftstellerische Arbeit weiter: Bis 2023 hatte ich mehrere Fachbücher veröffentlicht, darunter auch Veröffentlichungen bei etablierten Fachverlagen wie Richard Boorberg. Ein Beispiel aus 2023 ist das Buch „Sicherheit und Gesundheitsschutz auf der Baustelle“, erschienen im Richard Boorberg Verlag.
Ein weiterer Schwerpunkt lag 2023 auf Diisocyanaten. Durch die REACH-Beschränkung dürfen Diisocyanate seit dem 24. August 2023 industriell oder gewerblich nur noch verwendet werden, wenn die entsprechenden Schulungsanforderungen erfüllt sind. Dadurch entstand ein hoher Beratungs- und Schulungsbedarf, den wir fachlich aufgegriffen haben. Parallel fiel die Entscheidung, keine Erste-Hilfe-Kurse mehr anzubieten und den Aufbau der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit weiter vorzubereiten.
Mit dem Umzug in die neuen Büroräume an der Erkrather Straße wurde 2023 auch räumlich ein weiterer Entwicklungsschritt sichtbar. SicherheitsIngenieur.NRW wurde breiter aufgestellt, fachlich spezialisierter und organisatorisch stärker auf Wachstum, Schulung und umfassende HSE-Dienstleistungen ausgerichtet.
2024
Das Jahr 2024 war für SicherheitsIngenieur.NRW ein Jahr des weiteren Wachstums und der Professionalisierung. Durch die Expansion des Unternehmens zogen wir in größere Räumlichkeiten in der Gumbertstraße 199b in Düsseldorf und schufen damit mehr Raum für Team, Schulungen, Beratung und die weitere Entwicklung unseres Akademiebereichs.
Ein zentraler Schritt war der Start der Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Die Sifa-Qualifizierung ist ein wesentlicher Baustein des betrieblichen Arbeitsschutzes; freie Sifa-Lehrgänge müssen anerkannt sein, damit sie zum Erwerb der sicherheitstechnischen Fachkunde führen können. Gleichzeitig wurde unser Qualitäts- und Bildungsanspruch durch Zertifizierungen nach ISO 9001, SCC und AZAV weiter gestärkt. Die AZAV-Zulassung ist insbesondere für Bildungsträger relevant, weil Träger und Maßnahmen der Arbeitsförderung hierfür zugelassen sein müssen.
Persönlich war 2024 ebenfalls ein wichtiges Jahr. Nach dem erfolgreichen Abschluss meines MBA-Studiums intensivierte ich meine Präsenz auf Fachmessen und Kongressen und trat dort zunehmend nicht nur als Besucher, sondern auch als Aussteller auf. Auch meine Tätigkeit als Autor entwickelte sich weiter: Mittlerweile habe ich zehn Bücher veröffentlicht und arbeite an weiteren Projekten. Wirtschaftlich war 2024 ebenfalls erfolgreich. Mit einem Jahresumsatz von 4,4 Millionen Euro wurde deutlich, dass sich die konsequente Ausrichtung auf HSE-Beratung, Akademie, Online-Schulungen, Arbeitsschutz, Brandschutz und Compliance weiter bewährt.
2025
Das Jahr 2025 steht bei SicherheitsIngenieur.NRW für die weitere Professionalisierung von Akademie, Beratung und digitaler Weiterbildung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit nach dem aktuellen SiFa-3.0-Konzept. SicherheitsIngenieur.NRW bietet die SiFa 3.0 in Düsseldorf an und verbindet diese Qualifizierung mit einem praxisnahen HSE-Ansatz aus Arbeitsschutz, Brandschutz, SiGeKo, Explosionsschutz, Compliance und Arbeitspsychologie.
Mit der SiFa 3.0 greifen wir eine der wichtigsten Entwicklungen im Arbeitsschutz auf. Der Qualifizierungslehrgang zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ist heute kompetenzorientiert aufgebaut und umfasst nach DGUV-Systematik einen branchenübergreifenden Teil mit den Lernfeldern 1 bis 5. Damit passt die SiFa 3.0 sehr gut zu unserem Anspruch, Arbeitsschutz nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern als praktische Beratungs-, Analyse- und Umsetzungskompetenz im Betrieb zu verstehen.
Auch unser Schulungs- und Dienstleistungsangebot wurde 2025 weiter ausgebaut. Auf unserer Plattform stehen Schulungen und Dienstleistungen zu Themen wie SiGeKo, SiFa 3.0, Brandschutzbeauftragter und weiteren HSE-Themen im Mittelpunkt. Das Angebot umfasst Online-Kurse, Inhouse-Schulungen, Veranstaltungen vor Ort in Düsseldorf sowie hybride Formate. Ergänzend dazu zeigen unsere Unternehmensunterlagen den breiten praktischen Schwerpunkt in Arbeitssicherheit auf Baustellen, SiGeKo-Tätigkeiten, HSE-Management, Umweltbaubegleitung, sicherheitstechnischer Betreuung, Brandschutzbetreuung, Koordinationstätigkeiten sowie Schulungen unter anderem zu PSAgA, Kran, Hubarbeitsbühnen, SCC, SiGeKo, Brandschutz und SiFa 3.0.
Mit dem Standort in der Gumbertstraße 199b in Düsseldorf, der weiteren Stärkung unseres Akademiebereichs und der Verbindung aus Ingenieurwissen, juristischer Bewertung, Arbeitspsychologie und praktischer HSE-Erfahrung wurde 2025 zu einem Jahr, in dem SicherheitsIngenieur.NRW seine Rolle als moderner Bildungs- und Beratungspartner weiter gefestigt hat. Unser Ziel bleibt unverändert: Unternehmen nicht nur mit Unterlagen und Schulungen zu versorgen, sondern sie fachlich belastbar, praxisnah und rechtssicher in Arbeitsschutz, Brandschutz, Umweltschutz, Anlagensicherheit und Compliance zu begleiten.
Die von mir entwickelten Kurse zu den Themen Brandschutz, Arbeitsschutz, Gefahrstoffe und befähigte Personen sind nun in Online-Schulungen und Akademie getrennt. Es bleibt die Vielfalt an Online-Kursen zum Selbststudium und Ausbildungen mit festen Terminen online oder als Präsenzschulungen.

Donato Muro
Inhaber von Sicherheitsingenieur.NRW
Sicherheitsingenieur & -jurist
B.Sc. Chemie und Biotechnologie
M.Eng. Vorbeugender Brandschutz
M.Eng. Arbeits-, Betriebs- und Anlagensicherheit
M.A. Arbeitspsychologie
LL.M. Compliance and Corporate Security
Master of Business Administration (MBA)