Der Begriff Ankerschiene wird in zwei unterschiedlichen technischen Zusammenhängen verwendet: im Bauwesen für ein im Beton verankertes Befestigungssystem und im Fahrzeugbau beziehungsweise bei der Ladungssicherung häufig verkürzt für eine Zurr- und Ankerschiene. Beide Systeme dienen der Befestigung, sind aber nicht miteinander austauschbar.

1. Ankerschiene im Bauwesen

Eine Ankerschiene ist ein metallisches Schienenprofil, das in ein Betonbauteil einbetoniert oder mit einem dafür vorgesehenen System verankert wird. In der Schiene lassen sich passende Schienenschrauben beziehungsweise Hammerkopfschrauben positionieren. So können beispielsweise Fassadenelemente, Installationen, Konsolen, Leitungen oder andere Bauteile befestigt werden, ohne an jeder Befestigungsstelle nachträglich bohren zu müssen.

Die auftretenden Zug- und Querkräfte werden über das Schienenprofil und die zugehörigen Anker in den Beton übertragen. Bemessung, Montage und Verwendung müssen deshalb zum konkreten Schienensystem, Untergrund und Lastfall passen.

Wichtige Punkte bei Auswahl und Montage

  • Systemtreue: Nur zusammengehörige und für das System vorgesehene Schienen, Schrauben, Anker und Zubehörteile verwenden.
  • Tragfähigkeit: Lastgröße, Lastrichtung, Rand- und Achsabstände sowie die Eigenschaften des Betonbauteils berücksichtigen.
  • Planung und Nachweis: Die für das Produkt geltende Europäische Technische Bewertung, Herstellerunterlagen und statischen Nachweise beachten.
  • Einbau: Lage, Befestigung, Betonüberdeckung und Schutz der Schienenöffnung entsprechend den Montagevorgaben ausführen.
  • Umgebungsbedingungen: Korrosion, Feuchtigkeit, Temperatur und gegebenenfalls Anforderungen an den Brandschutz einbeziehen.
  • Kontrolle: Vor der Belastung auf Beschädigungen, Verformungen, Verschmutzungen und eine fachgerechte Montage prüfen.

Eine europäische Bewertungsgrundlage für Ankerschienen im Betonbau ist das EAD 330008-04-0601 „Anchor channels“ der EOTA.

2. Zurr- und Ankerschiene zur Ladungssicherung

In Fahrzeugen wird „Ankerschiene“ häufig als Kurzbezeichnung für eine Zurr- und Ankerschiene verwendet. Dabei handelt es sich um ein dauerhaft mit dem Fahrzeugaufbau verbundenes Metallprofil. Passende Beschläge, Zurrpunkte, Sperrbalken oder andere Sicherungselemente können an vorgesehenen Positionen eingesetzt und wieder gelöst werden.

Für eine sichere Anwendung müssen Schiene, Beschläge und Zurrmittel zueinander passen. Die zulässige Belastung darf nicht überschritten werden. Verformte, eingerissene, stark korrodierte oder locker sitzende Bauteile dürfen nicht ungeprüft weiterverwendet werden.

Verwechslungsgefahr vermeiden

  • Eine Bau-Ankerschiene überträgt Bauteillasten in Beton und wird nach den Anforderungen des jeweiligen Befestigungssystems bemessen.
  • Eine Zurr- und Ankerschiene nimmt Sicherungselemente für Ladung in oder an Fahrzeugaufbauten auf.
  • Bezeichnungen, Tragfähigkeitsangaben und Zubehör des einen Systems lassen sich nicht auf das andere übertragen.

Prüfung und sichere Verwendung bei Fahrzeugen

Bei der wiederkehrenden Prüfung von Zurrmitteln und zugehörigen Sicherungskomponenten sind unter anderem Kennzeichnung, Verschleiß, Risse, Verformungen, Korrosion, sichere Befestigung und die bestimmungsgemäße Funktion zu beurteilen. Umfang und Fristen richten sich nach Gefährdungsbeurteilung, Nutzung, Herstellerangaben und den einschlägigen Regelwerken.

Verwandte Begriffe: Befestigungstechnik, Schienenschraube, Zurrpunkt, Zurrschiene, Ladungssicherung, Anschlagmittel.