Das Dilemma des Asbests

Asbest, einst als Wunderfaser gefeiert, gilt heute als gefährlicher Schadstoff. Seit über drei Jahrzehnten ist die Nutzung von Asbest in Deutschland verboten, in Europa sind es mehr als zwei Jahrzehnte. Die Materialien finden sich jedoch immer noch in Gebäuden und Anlagen, die vor 1993 errichtet wurden, was bei Sanierungen oder Abrissen zu großen Mengen asbesthaltigen Abfalls führt. Diese müssen aktuell teuer deponiert werden, doch der Platz auf Deponien ist begrenzt und wird zunehmend kostspieliger.

Verbrennung von Asbest: Eine mögliche Lösung?

Kürzlich wurde in der Schweiz untersucht, ob Asbestfasern in normalen Müllverbrennungsanlagen sicher entsorgt werden könnten. Die Studie ergab, dass Asbest, trotz seiner Feuerfestigkeit, durch Hitze in harmlosere Materialien umgewandelt werden kann. Dies geschieht durch den Verlust von Kristallwasser aus den Asbestmineralen, was zu einer Veränderung der Kristallstruktur und dem Verlust der krebserzeugenden Eigenschaften führt. Bei Temperaturen um 800 °C können asbesthaltige Materialien in Forsterit umgewandelt werden, ein Mineral, das gesundheitlich unbedenklich ist.

Erfolg in der Praxis: Feldversuche mit Asbest

Die Laborstudien wurden durch Feldversuche in echten Müllverbrennungsanlagen ergänzt. Asbesthaltige Materialien wurden speziell verpackt und dem Verbrennungsprozess ausgesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Asbestfasern erfolgreich in Forsterit umgewandelt wurden, selbst in Fällen, wo die Fasern ursprünglich in einer dichten, organischen Matrix eingebunden waren.

Herausforderungen und Grenzen

Obwohl die Versuche vielversprechend sind, zeigen sie auch Grenzen auf. Materialien, die Asbest in einer mineralischen Matrix enthalten, wie Spritzasbest, sind schwieriger zu behandeln, da die hohe Isolierfähigkeit des Zements die nötigen Temperaturen zur Umwandlung nicht erreichen lässt. Weiterhin sind weitere Forschungen nötig, um die Wirksamkeit der Methode bei Amphibolasbesten wie Krokydolith und Amosit zu bestätigen, die andere thermische Eigenschaften haben.

Analytische Herausforderungen

Die korrekte Analyse der umgewandelten Fasern bleibt eine Herausforderung. Röntgendiffraktometrie und Rasterelektronenmikroskopie sind entscheidend, um kleinste Mengen umgewandelter Asbestfasern zu identifizieren. Diese Techniken sind essentiell, um die Sicherheit und Effektivität der Verbrennung zu überwachen.

Zukünftige Perspektiven

Die Ergebnisse der Schweizer Studie könnten dazu beitragen, das Problem der Entsorgung von asbesthaltigen Abfällen in anderen Ländern, einschließlich Deutschland, zu lösen. Besonders für die Zementindustrie könnten asbesthaltige Materialien als Brennstoff dienen, vorausgesetzt, die Umwandlung in unschädliche Formen ist gesichert.

Fazit

Die Verbrennung von Asbest stellt eine vielversprechende Alternative zur Deponierung dar, birgt jedoch auch Risiken und Herausforderungen. Weitere Forschungen sind erforderlich, um die Technologie zu optimieren und ihre Anwendung sicherzustellen. Die Beobachtung und eventuelle Adaptation der Schweizer Ansätze könnten dabei helfen, zukünftige Entsorgungsprobleme effektiv zu adressieren.

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