Was ist Glück und wie bekomme ich es?

In Deutschland und anderen modernen westlichen Gesellschaften werden wir immer wieder mit Nachrichten zum Thema „Glück“ und damit verbundenen Fragestellungen konfrontiert: Was muss ich tun um glücklich zu sein? Wieso sind andere glücklicher als ich?


Die gute Nachricht: Es gibt nicht die eine passende Antwort und den richtigen Weg.
Wir verbinden alle etwas anderes mit Glück. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse, andere Ziele und auch unsere Wertevorstellungen unterscheiden sich zum Teil. Deshalb sollten wir uns auch nicht durch Nachrichten oder Aussagen anderer Menschen verunsichern lassen, sondern den Blick viel mehr auf uns selbst richten. Das bedeutet nicht, dass wir egoistisch sein sollen. Letztendlich wissen wir selbst jedoch am besten, was wir brauchen. Trotzdem gibt es Anzeichen, dass du nicht so glücklich bist wie du glaubst. Deshalb möchte ich dir 3 Warnsignale zeigen, die deinen Blickwinkel vielleicht verändern werden.

Wenn der äußere Schein trügt

Wir neigen häufig dazu, uns mit anderen Menschen zu vergleichen. Dabei sehen wir immer nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was einen Menschen ausmacht. Was ein Mensch konkret in einer Situation tut sagt nicht viel darüber aus, wie sich die Person im Inneren fühlt. Häufig ist das Verhalten, welches wir bei anderen beobachten können, nur eine äußere Fassade. Wir alle müssen immer wieder aufs Neue angemessen mit den Herausforderungen des Alltags umgehen. Dabei neigen viele Menschen dazu, sich an ein Schema anzupassen. Sie denken, sie müssten sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, dass es andere womöglich von ihnen erwarten. So verhält sich eine Frau ihren Nachbarn gegenüber immer besonders freundlich, auch wenn sie gerade innerlich gestresst ist und einen Streit mit Ihrem Partner hatte. Es existieren viele Beispiele und Gründe, wieso sich Menschen nach außen hin anders verhalten als sie sich eigentlich fühlen. Wenn wir uns immer anders verhalten, als wir empfinden, dann kann dies langfristig unglücklich machen. Häufig ist dies der Fall, wenn wir in einzelnen Lebensbereichen Verhalten zeigen müssen, welches nicht unseren inneren Überzeugungen entspricht. Man spricht in diesem Zusammenhang in der Sozialpsychologie auch von „kognitiver Dissonanz“. Wir haben dann die Wahl, dass wir entweder unsere innere Einstellung an unser Verhalten anpassen oder unser Verhalten an unsere Überzeugungen. So können wir immer wieder Argumente suchen, welche für unseren so verhassten Job sprechen: Ich brauche das Geld um die Miete zahlen zu können, um meine Familie angemessen zu finanzieren usw. Wir könnten aber auch versuchen uns zu fragen,welche Alternativen es gibt. Welcher Berufsbereich uns z. B. mehr ansprechen könnte und besser zu uns passt. Möglicherweise erkennst du bereits jetzt, dass du nicht so glücklich bist wie du bisher dachtest.

Kein Mut zur Veränderung

Meistens ist es so, dass wir viel zu lange in einem Zustand verharren, der uns eigentlich nicht gut tut. Vielleicht haben wir schon oft über alternative Möglichkeiten nachgedacht, aber bestimmte Gedanken stehen uns immer wieder im Weg. Wir blicken leider viel zu häufig auf das, was uns scheinbar fehlt, was wir angeblich nicht können. Dabei verlieren wir schnell aus den Augen, was wir bereits alles im Leben erreicht haben. Und nur, weil wir etwas noch nicht erreicht haben, bedeutet das nicht, dass wir es nicht erreichen können. Wir sollten uns bewusst machen, dass jeder und jede von uns einzigartige Fähigkeiten besitzt. In der Persönlichkeitspsychologie wir in diesen Zusammenhang zwischen zeitlich stabilen und zeitlich instabilen Fähigkeiten gesprochen. Es kann dir deshalb helfen dich genau zu fragen, was du in deinem Leben immer gut konntest, wo du deine Fähigkeiten siehst. Vielleicht warst du schon immer eine sehr offene und aufgeschlossene Person, aber in deinem aktuellen Studium oder Job hast du wenig Kontakt zu Menschen und es gibt für dich keinen Raum um dich nach außen hin auszudrücken. Du könntest dann z. B. versuchen, dich auf eine Stelle zu bewerben, in der du mehr Möglichkeiten hast, im Kontakt mit anderen Menschen aus dir herauszukommen. Dadurch wird mit Sicherheit dein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wieder viel stärker aktiviert und du empfindest mehr Authentizität. Dies ist nur eines von vielen Beispielen. Vielleicht bist du auch ein musikalischer Mensch und hast womöglich früher ein Instrument gespielt, deine Eltern hat dein regelmäßiges Üben jedoch gestört und sie haben dir eingeredet, dass du nicht ausreichend Talent hast. Du könntest jetzt wieder anfangen zu musizieren und dich auf die Suche nach einem geeigneten Musiklehrer machen. Vielleicht tun dir auch einige deiner sozialen Kontakte nicht gut und du traust dich nicht, dich von ihnen zu distanzieren und neue Leute kennenzulernen. Veränderungen sind in vielen Bereichen möglich. Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst: Je mehr Einflüsse du aus deinem Leben verbannst, die dich unglücklich machen, desto glücklicher wirst du dich mit der Zeit fühlen.

Der Weg ist das Ziel

Kommen wir nun zum letzten wichtigen Punkt und das ist die Frage, ob wir total glücklich sein werden. Leider gibt es hierauf keine eindeutige Antwort, aber mit großer Wahrscheinlichkeit lautet die Antwort: Nein. Das bedeutet aber nicht, dass wir für immer unglücklich sein werden. Ganz besonders dann nicht, wenn wir uns aktuell unglücklich fühlen. Du kannst viel glücklicher werden, als du glaubst und die Beachtung der 3 Warnsignale aus diesem Artikel können dich dabei schon ein gutes Stück weiterbringen. Stell es dir so vor, als ob du dich immer auf einem Kontinuum zwischen unglücklich sein und glücklich sein bewegst. Auf der linken Seite gibt es den Pol „Kein Glück“ und auf der rechten Seite „Absolutes Glück“. Wir befinden uns immer irgendwo dazwischen, werden aber nie einen der beiden Zustände erreichen. Wenn es dir gerade nicht gut geht und du in deinem Leben viele negative Dinge siehst, dann kannst du dir bewusst machen, dass es noch viel schlimmer sein könnte. Natürlich passiert viel Schlimmes auf der Welt und auch in unserem eigenen Leben gibt es immer wieder Phasen, die uns an allem zweifeln lassen. Aber das ist ein ganz normaler Teil des Lebens und so geht es vielen Menschen. Schon alleine diese Einsicht kann dir helfen. Konzentriere dich auf die Dinge, auf die du selbst Einfluss hast und verschwende nicht zu viel Gedanken an Themen, die viel zu weit von dir entfernt sind. Niemand sollte dir vorschreiben, wie du dein Leben zu führen hast und was für dich am besten ist. Du solltest immer versuchen, für dich die richtigen Entscheidungen zu treffen. So wirst du dir selbst immer wieder Glücksmomente auf deinem Weg erschaffen.

Umgang mit Gasflaschen, insbesondere Acetylen

Umgang mit Gasflaschen, insbesondere Acetylen

Gasflaschen kommen sowohl in zahlreichen Betrieben, aber auch im privaten Gebrauch für verschiedene Zwecke zum Einsatz. So spielen sie zum Beispiel in der Produktion oder der Industrie als Schutzgas für das Schweißen eine wichtige Rolle. Technische Gase, zu denen neben Acetylen auch Argon, Helium, Stickstoff, Argon oder Wasserstoff gehören, benötigen für einen sicheren Transport sowie für die nachfolgende Lagerung eine besondere Art von Gasdruckbehälter.

Eine Druckgasflasche kann ein Volumen von bis zu 150 Liter aufnehmen und lassen sich bis zu einem Druck von 300 bar nutzen. Die Abfüllung in die Druckgasflaschen erfolgt dabei entweder in flüssiger oder gasförmiger Form. Geringere Gasmengen werden dagegen in Kartuschen abgefüllt, die eine Art Einwegsystem darstellen.

Wichtig ist, dass für einen sicheren Umfang mit Druckgasflaschen sowohl gesetzliche Vorgaben als auch praktische Aspekte beachtet werden. Diese stellen wir nachfolgend genauer vor.

Druckgasflaschen – welche Gefahr von ihnen ausgehen kann

Bei Druckgasflaschen handelt es sich um Behälter aus Stahl, die eine vergleichsweise dünne Wand aufweisen, unter hohem Druck stehen und somit auch ein gewisses Risiko mit sich bringen. Je nachdem, wie viel Gas enthalten ist, kann sich die Unfallgefahr erhöhen, sofern die Substanz explosiv oder entflammbar ist. Das gilt vor allem für eine unsachgemäße Handhabung der Gasflaschen. Deshalb ist bereits beim Hantieren mit einer Druckgasflasche stets auf die Sicherheit zu achten: Es gibt gewisse Regeln, die beim Transport und der Lagerung berücksichtigt werden müssen.

Festgelegt werden diese Regeln durch die TRGS 510 (Technische Regel für Gefahrstoffe 510), in denen unter anderem Angaben zum korrekten Transport, der Einlagerung und der Aufbewahrung enthalten sind. Darüber hinaus unterliegen Druckgasflaschen einer Prüfung durch Sachverständigen des TüV.

Kennzeichnung von Druckgasflaschen – was dabei wichtig ist

Durch eine spezielle farbliche und symbolische Kennzeichnung von Druckgasflaschen, welche über die EN 1089 geregelt wird, lässt sich bereits von außen erkennen, was in einer Druckgasflasche enthalten ist, woher diese stammt und vor allem auch, welche Gefahr von ihr ausgeht (Gefahrenzettel). So werden auf einer Druckgasflasche stets nicht nur die Art des Gases und der Druck, sondern auch Kennzeichnungen zur Gefahr vermerkt, die beachtet werden müssen. Prinzipiell darf eine Druckgasflasche nur eine Gasart enthalten, die der angegebenen Kennzeichnung entspricht. Diese Kennzeichnungen müssen zwingend auf dem Behälter bleiben und dürfen keinesfalls abgenommen werden.

Tipps zur sicheren Lagerung von Druckgasflaschen

Der Umgang mit Druckgasflaschen ist in vielen Betrieben Alltag, aber stets mit einer gewissen Sorgfalt zu behandeln. Eine angemessne Handhabung gilt auch für Privatpersonen, die bei sich zu Hause Druckgasflaschen aufbewahren.

So sollten Druckgasflaschen nicht in Kellerräumen aufbewahrt werden. Eine Ausnahme sind dabei Kellerräume, deren Boden sich nicht tiefer als 1,50 m unter der Grundstücksoberfläche befindet. Weiterhin ist es wichtig, dass dort eine natürliche Lüftungsmöglichkeit vorhanden ist. Der Lüftungsgesamtquerschnitt muss mehr als 10 Prozent der Raumfläche betragen, darüber hinaus dürfen keinesfalls mehr als 50 befüllte Druckgasflaschen aufbewahrt werden. Es ist ebenfalls nicht erlaubt, Druckgasflaschen in Treppenhäusern, Garagen, Schuppen, engen Höfen, Durchfahrten oder Hausfluren aufzubewahren.

Doch was ist beim direkten Umgang mit einer Druckgasflasche nun genau zu beachten?

Sehr wichtig ist, die Druckgasflasche nicht fallen zu lassen. Nach Gebrauch sollte sie behutsam wieder abgestellt und in keinem Fall einfach auf den Boden fallen gelassen werden. Beachtet werden sollte hier ebenso, dass die Flasche nicht umkippt. Einige Druckgasflaschen sind sehr lang und schlank – das macht sie zwar nicht sonderlich stabil, dennoch sollte sie so gelagert werden, dass sie nicht kippen kann. Derartige Druckgasflaschen werden am besten mit einer speziellen Halterung an der Wand vor dem Umfallen gesichert. Wenn es sich um eine schwere, standfeste Druckgasflasche handelt, ist zwar keine besondere Halterung dafür erforderlich – dennoch empfiehlt sich eine zusätzliche Sicherung des Behälters, so dass sie nicht umfallen kann.
Ebenfalls gilt, dass mit Druckgas befüllte Flaschen weder geworfen noch gerollt werden dürfen.

Druckgasflaschen sollten vor Feuchtigkeit geschützt werden

In der Regel besitzen Druckgasflaschen eine relativ dünne Wand aus Stahl. Dafür wird der Flaschenboden entsprechend verstärkt. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Lagerung in senkrechter und nicht liegender Haltung. Wichtig zu bedenken ist, dass Gase immer aus der Flasche entweichen können – auch dann, wenn man sich sicher ist, das Ventil fest geschlossen zu haben. Deshalb muss der Lagerort in regelmäßigen Abständen gelüftet werden, um hinsichtlich des Brandschutzes und Arbeitsschutzes kein Risiko einzugehen, sollte es doch einmal zum Ausströmen von Gas aus der Flasche kommen.

Generell sollten Druckgasflaschen zwingend vor Nässe und jeglicher Art vor Feuchtigkeit geschützt werden, damit es nicht zur Korrosion und somit zur Materialermüdung kommt. Auch starke Temperaturschwankungen oder extreme Temperaturen sollten unbedingt vermieden werden. Das gilt ebenso für direktes Sonnenlicht. Ideal ist ein trockener, dunkler Lagerort mit einer normalen Raumtemperatur.

Druckgasflaschen sollten nicht zusammen aufbewahrt werden

Abhängig von der Art des Gases, die aufbewahrt wird, sollten entzündliche Gase stets von anderen Gasarten getrennt werden. Das gilt ebenso für jegliche entzündliche Stoffe, wie zum Beispiel Lacke, Öle oder Kraftstoffe. All diese Stoffe sollten keinesfalls gemeinsam mit einer Druckgasflasche gelagert werden. Selbiges ist auch für Elektrogeräte zu beachten – im schlimmsten Fall kann es zu fliegenden Funken in der Nähe entzündbarer Gase kommen und es bestünde ein akutes Explosionsrisiko.

Es ist zu empfehlen, den Lagerort ordentlich zu halten. Leere und volle Druckgasflaschen sollten voneinander getrennt aufbewahrt und entsprechend gekennzeichnet werden – so spart man sich auch unnötige Kontrollen. Optimal ist es, die gelagerten Druckgasflaschen nach Alter zu sortieren – dabei sollten die ältesten Flaschen stets zuerst geleert werden.

Außenlagerung von Druckgasflaschen: Das gilt es dabei zu beachten

Wenn Druckgasflaschen außen gelagert werden sollen, ist es eine Grundvoraussetzung, dass Unbefugte keinen Zutritt zu diesen haben. Eine entsprechende Markierung ist ebenfalls nötig. Der Zutritt zu den Druckgasflaschen muss mindestens durch einen Zaun versperrt sein. Ebenfalls ist es ratsam, zur Sicherheit einen Feuerlöscher in der Nähe aufzubewahren.
Jegliche Ventile der Druckgasflaschen gilt es mit passenden Schutzkappen auszustatten. Weiterhin muss ein Sicherheitsabstand von mindestens fünf Metern zum Nachbargrundstück eingehalten werden. Lagert man brennbare Gase, sollten sich keinesfalls Kanäle, Bodenabläufe oder Zündquellen in der direkten Nähe befinden. Darüber hinaus muss ein entsprechender Schutzbereich mit einem Warnschild eingerichtet werden.

Weitere Informationen zur Innenlagerung von Druckgasflaschen

Für einen Lagerraum im Innenbereich gelten grundsätzlich die selben Anforderungen für die Außenlagerung. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Außen- und Trennwände sowie Zimmerdecken und selbstschließende Türen feuerhemmend sind. Wenn ein Lagerraum mehr als 25 Druckgasflaschen enthält, ist es nicht erlaubt, dass sie sich unter oder auch über einem Aufenthaltsraum befinden. Darüber hinaus muss es mindestens einen Ausgang geben.

Der sichere Transport von Druckgasflaschen

Insbesondere beim Transport von Druckgasflaschen muss für Sicherheit gesorgt werden. Dabei gelten ebenso die bereits genannten Vorkehrungen in der Handhabung von Druckgasflaschen – wie zum Beispiel eine aufrechte Position, das Vermeiden vom Umkippen und das Fernhalten von entzündbarer Stoffe innerhalb des Fahrzeugs. Auch die Schutzkappen sollten sich unbedingt auf den Ventilen befinden, damit auch ganz sicher kein Gas ausströmen kann.

Wird eine Druckgasflasche zum Beispiel in einem AUto transportiert, so ist dies nur kurzfristig erlaubt. Die Druckgasflasche darf nicht im Auto verbleiben, sondern darf nur von einem Lagerort zum nächsten befördert und dann direkt ausgeladen werden. Das Auto muss darüber hinaus ausreichend belüftet sein – die Lüftung muss während des Transports einer Druckgasflasche aus Sicherheitsgründen stetig in Betrieb sein.

Wird eine Druckgasflasche in einem Dienstfahrzeug oder einem Werkstattwagen transportiert, so gilt, dass mindestens zwei Öffnungen für eine Durchlüftung vorhanden sind. Der Querschnitt darf zudem nicht weniger als 100 cm2 aufweisen und die Lüftungen dürfen nicht durch andere Dinge versperrt werden.

Das neue Gesetz zu überwachungsbedürftigen Anlagen (ÜAnlG)

Das neue Gesetz zu überwachungsbedürftigen Anlagen

Was sind eigentlich überwachungsbedürftige Anlagen? Machen wir zur Einstimmung in die Materie eine kurze Liste von Beispielen auf:

  • Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen
  • Aufzugsanlagen
  • Dampfkessel
  • Druckbehälteranlagen
  • Tankstellen


Die große Gefahr, die von derartigen Anlagen ausgehen kann, hat den Gesetzgeber zu Recht auf den Plan gerufen, um Regelungen im Umgang mit denselben verbindlich festzulegen. Ein zentraler Punkt ist hierbei die Betriebssicherheitsverordnung. Früher war es das Produktsicherheitsgesetz, das über diese Anlagen wachen sollte. Doch mit dem neuen Gesetz zu überwachungsbedürftigen Anlagen (ÜAnlG) gibt es seit dem 27. Juli 2021 endlich ein recht fundamentales eigenständiges Gesetz zu diesem überaus wichtigen Thema.

BUCHTIPP:

Das neue Gesetz über überwachungsbedürftige Anlagen (ÜAnlG).
Einführung, Wortlaut und konzeptionelle Entwicklung eines Leitfadens zur Umsetzung des Gesetzes für überwachungspflichtige Anlagen am Beispiel einer Referenzanlage in der chemischen Industrie. Von Donato Muro

Die Anlagensicherheit wurde neu gedacht
Moderne Unternehmen kokettieren heute sogar gern und plakativ werbewirksam mit ihrem neuen Bewusstsein für die Umwelt oder die Glückseligkeit ihrer Mitarbeiter. Sehr gut abzulesen sind solche Entwicklungen an der enormen Ausweitung des Arbeitsschutzes (AS) in den vergangenen Jahren, wozu unbedingt die Anlagensicherheit gehört.

In diesen Bereichen hat sich innerhalb der letzten zehn bis 20 Jahre eine recht komplexe Rechtssystematik entwickelt. Diese besteht aus einer langen Reihe von:

  • Gesetzen
  • Verordnungen
  • Technische Regeln
  • Handlungsempfehlungen


Was dazu im vorangegangenen Produktsicherheitsgesetz zu finden ist, das sind aus heutiger Sicht sehr veraltete Vorschriften, die seit dem Jahre 1953 in der Regel nicht mehr angefasst worden sind. Eine Überarbeitung und „Modernisierung“ auch mit Blick auf den technischen Fortschritt war und ist also dringend geboten.

Gerade bei den überwachungsbedürftigen Anlagen ist die präventive Gefahren-Minimierung von ganz gravierender Bedeutung. Um hier eine konkrete Umsetzung in den Unternehmen voranzubringen, musste der Gesetzgeber aktiv werden.

Endlich ein eigenständiges Gesetz für überwachungsbedürftige Anlagen
Wegen der zum Teil sehr großen Gefahren, die von überwachungsbedürftigen Anlagen ausgehen können, muss eine greifende gesetzliche Regelung gleich mehrere Aspekte umfassen:

  • die Bereitstellung der Anlagen
  • deren Betrieb
  • die Instandhaltung
  • Änderungen (auch in deren Nutzung) und Umbaumaßnahmen


Wir wissen, dass bestehende Normen immer wieder an den Stand der Technik angepasst werden mussten. In diesem Zusammenhang kam und kommt es ständig zur Veröffentlichung zusätzlicher Technischer Regeln und DIN-Normen.

Die bisherige Abwesenheit der gesetzlichen Grundlage war eine geradezu schwerwiegende Fehlstelle in der Rechtssystematik, weil so die Normenhierarchie, in der das Gesetz stets eine Vormachtstellung vor der Verordnung und den darauf folgenden Regelungen genießt, nicht komplett war. Im Zuge der Neuordnung des Produktsicherheitsgesetzes und damit einhergehend auch der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) hat der Gesetzgeber diese Lücke im Juli 2021 geschlossen.

Dabei wurde wahrlich nicht gekleckert, sondern geklotzt, denn das neue, überaus ausführliche Gesetz beinhaltet sogleich 34 Paragrafen und 6 Abschnitte. Adressiert werden darin jede Institution und jede Person, die mit überwachungsbedürftigen Anlagen in einem Verantwortungszusammenhang stehen. Die Gliederung des Gesetzes sieht wie folgt aus:

  1. Abschnitt – Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen
  2. Abschnitt – Pflichten der Betreiber
  3. Abschnitt – Aufgaben und Pflichten von zugelassenen Überwachungsstellen
  4. Abschnitt – Zulassung von Prüfstellen im Sinne der Überwachung und Aufsicht
  5. Abschnitt – Aufsichtsbehörden
  6. Abschnitt – Verordnungsermächtigungen sowie Übergangs-, Bußgeld- und Strafverfolgungsvorschriften

Der Betreiber spielt eine zentrale Rolle
In Abschnitt 1 werden in § 2 Nr. 1 ÜAnlG die überwachungsbedürftigen Anlagen zunächst definiert. Allerdings auch wieder in jener unbequemen Weise, dass eine verbindliche Aufzählung der überwachungspflichtigen Anlagen ausgelassen wurde und zur Prüfung des Sachverhalts auf die Anhänge der Betriebssicherheitsverordnung verwiesen wird.

Deutlicher wird das Gesetz bei der Verantwortung für eine Anlage, die eindeutig dem Betreiber im Sinne der umsetzungspflichtigen Person zukommt. Bei ihm wird die Wirkungsmacht, also der bestimmende Einfluss gesehen, was die Errichtung, den Betrieb und die Prüfung der Anlage anbetrifft.

Desweiteren wird Bezug genommen auf das Arbeitsschutzgesetz und die Pflichten des Arbeitgebers, die darin formuliert sind. So sind in § 3 ÜAnlG die Grundpflichten des Betreibers angesprochen und in § 4 die Pflicht zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung. Mit § 5 wird die Verpflichtung des Arbeitgebers zu geeigneten Schutzmaßnahmen festgezurrt. Gleich in § 5 Abs. 1 wird die Einhaltung des TOP-Prinzips oben an gestellt, während in Abs. 3 die Pflicht zur Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung klargestellt wird.

Für die Ausarbeitung der geeigneten Schutzmaßnahmen können und sollen weiterhin die Technischen Regeln und die Betriebssicherheitsverordnung herangezogen werden. Diese Systematik ist sinnvoll, weil auf diese Weise eine gefahrenbasierte, risikospezifische Entscheidung für die am besten geeigneten Maßnahmen ermöglicht wird.

Zu den vorsorglichen Schutzmaßnahmen gehört unter Einbeziehung der Technischen Regeln zur Betriebssicherheit (TRBS 1111) die Dokumentation der Prüfung auf die folgenden Sachverhalte:

  • Gebrauchstauglichkeit
  • Ergonomische Gestaltung
  • Sicherheit am Arbeitsplatz, bei den Arbeitsmitteln und Arbeitsverfahren sowie bei der Arbeitsorganisation
  • Vorhersehbare Störungen


§ 7 ÜAnlG umfasst durchaus Einzelheiten zu den Prüfungen der Anlagen wie deren Fristen. Explizit genannt sind die Zeiten vor der ersten Inbetriebnahme beziehungsweise vor der Wiederinbetriebnahme nach prüfpflichtigen Änderungen oder nach außergewöhnlichen Ereignissen. Es wird sogar zwischen behördlich angeordneten Prüfungen, Prüfungen durch zugelassene Überwachungsstellen und jene Prüfungen, die der Arbeitgener selbst durchzuführen hat, unterschieden.

Vorgaben für Prüfstellen
§ 10 legt dann fest, was zu tun ist, wenn Sicherheitsmängel an den Maschinen festgestellt werden. Deutlich weiter greift § 11 ÜAnlG, denn damit werden die Länder dazu aufgefordert, Anlagenkataster zu erstellen und zu pflegen, die alle ihnen unterliegenden überwachungsbedürftigen Anlagen führen. Desweiteren werden die Anforderungen für eine Zulassung als Überwachungsstelle aufgezählt und erläutert.

§ 18 geht auf die erforderliche Unabhängigkeit und Objektivität der Überwachungsstellen ein.

In § 31 wird erkennbar, dass diese rechtliche Neuordnung weiterhin im Fluss ist. Darin wird eine Aufforderung ans Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) formuliert, weitere Vorschriften zur Konkretisierung des ÜAnlG zu erlassen. Dies steht im Zusammenhang damit, dass im Zuge der Neuordnung die (unvollständige) Liste aus § 2 Nr. 30 Produktsicherheitsgesetz nicht mehr relevant ist.

Das Zusammenwirken von Anlagensicherheit und AS
Die Vorschriften für diese beiden Bereiche werden nicht allein vom Gesetzgeber beziehungsweise den Bundesministerien erlassen. Zu ihrer Überprüfung, Einhaltung und Durchführung gibt es noch mehrere andere Institutionen wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) oder den Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS).

In dieser Verantwortung steht der Betreiber
Das neue Gesetz zu überwachungsbedürftigen Anlagen nimmt die Anlagenbetreiber in dieser Weise in die Pflicht:

  • Einhaltung der Grundpflichten (§ 3)
  • Erfordernis der Gefährdungsbeurteilung (GBU – § 4)
  • Planung und Durchführung geeigneter Schutzmaßnahmen (§ 5)
  • Regelmäßige Prüfungen der Anlagen (§ 7)
  • Ausführung eines Betriebsverbots (§ 8)

Wann sind diese Pflichten erfüllt?
Der Anlagenbetrieber muss diese Schutzziele über den ganzen Lebenszyklus einer Anlage berücksichtigen, in diesem Zusammenhang also eine eigene Sicherheitspolitik vorlegen. Er muss die aktuell geltenden Rechtsvorschriften des Binnenmarktes und zugleich jene technischen Vorschriften umsetzen, die speziell für den Anlagentyp gelten.

Kurze Schlussbewertung
Das neue ÜAnlG ermöglicht endlich eine neue Regelungsstruktur für das große Feld der Anlagensicherheit ähnlich der Systematik der Arbeitsschutzvorschriften. Eine große Verbesserung besteht jetzt darin, dass Einzelvorschriften zu überwachungsbedürftigen Anlagen früher meistens deplatziert beziehungsweise verstreut vorlagen. Dieses Gesetz führt nun zu mehr Klarheit bezüglich der Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen.

Dennoch ist ein möglicherweise fundamentaler Einfluss auf gewohnte Praktiken eher als mäßig einzuschätzen, denn die Sicherheit überwachungsbedürftiger Anlagen orientiert sich nach wie vor vorwiegend an der Betriebssicherheitsverordnung und den ihr nachrangigen Technischen Regeln plus Handlungshilfen, deren Bedeutung dadurch mitnichten geschmälert wurde.

Arbeiten in kontaminierten Bereichen, TRGS 524

Die Abkürzung TRGS steht für “Technische Regeln für Gefahrstoffe“. Dabei handelt es sich um rechtliche Bestimmungen zum Arbeitsschutz, die bundeseinheitlich geregelt sind. Bekannt gegeben werden die TRGS vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Für Arbeitgeber und ihre Beschäftigten hat die Einhaltung der Vorschriften verpflichtenden Charakter, es handelt sich also nicht um bloße Richtlinien und Empfehlungen.
Die TRGS 524 beschreibt die zu treffenden Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen.

Arbeitsschutzbestimmungen sind hierzulande ein umfassendes und komplexes Thema, das vorrangig junge Führungskräfte gelegentlich überfordern kann, zumal bei Verstößen empfindliche Sanktionen bis hin zur Betriebsschließung drohen können.

Wir bieten deshalb einen Onlinekurs zu diesem Themengebiet an, bei dem die Teilnehmer alles Notwendige zu diesem wichtigen Themenkomplex erfahren können.

Wozu ist diese Verordnung notwendig?

Der Umgang mit gefährlichen (Gefahr-)Stoffen erfordert die Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen, um eine Gefährdung der Gesundheit der Mitarbeiter sowie anderer Beteiligter zu vermeiden. Die vorgeschriebenen Maßnahmen umfassen nicht nur Bestimmungen darüber, wann bestimmte Schutzkleidungen getragen werden müssen, sondern legen auch spezifische Kriterien fest, nach denen ein Arbeitsplatz oder eine Arbeitsumgebung im Rahmen der obligatorischen Gefährdungsbeurteilung zu bewerten ist. Der Gesetzgeber trägt damit dem Umstand Rechnung, dass zielführende Maßnahmen zum Arbeitsschutz nur dann implementiert und umgesetzt werden können, wenn sämtliche Faktoren, die potenziell zu einer Gefährdung von Menschen führen können, bekannt und angemessen beurteilt werden können.

Inhalte der TRGS 524

Die Verordnung umfasst insgesamt acht verschiedene Abschnitte und elf Anlagen, in denen die speziellen Anforderungen näher definiert werden.

Die Abschnitte der Verordnung im Einzelnen

Abschnitt 1: Anwendungsbereich
In diesem Abschnitt werden die Arbeitsgebiete definiert, auf denen die TRGS 524 Anwendung findet. Grundsätzlich gilt sie überall, wo Arbeiten in kontaminierten Bereichen verrichtet werden. Umfasst werden alle Vor- und Nacharbeiten.
Detailliert festgelegt wird in diesem Abschnitt, in welchen Arbeitsumgebungen beziehungsweise bei welcher Art von Kontamination die Vorschrift nicht gilt. So ist unter “kontaminierten Bereichen” beispielsweise nicht die Arbeit in Umgebungen mit biologischen Gefährdungen eingeschlossen. In solchen Arbeitsumgebungen greifen die Biostoffverordnung (BiostoffV) und die TRBA (Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe).

Abschnitt 2: Begriffsbestimmungen
Die in Gesetzen und Verordnungen verwendeten Begriffe müssen eindeutig sein, damit einerseits keine Missverständnisse bei ihrer Interpretation entstehen können und andererseits klar definiert ist, wann die jeweiligen Vorschriften eingehalten werden und wann gegebenenfalls ein Verstoß vorliegt. Deshalb definiert Abschnitt zwei die in der Vorschrift verwendeten zentralen Begrifflichkeiten. Somit wird festgelegt, welche Arbeitsbereiche als “kontaminierte Bereiche” bezeichnet werden, nämlich alle Standorte, Gebäude, Produktionsstätten und sonstigen Umgebungen, die in einem Ausmaß mit Gefahrstoffen kontaminiert sind, dass die daraus folgenden Gefahren über eine unbedenkliche Grundbelastung hinausgehen. Des Weiteren wird definiert, was unter dem Begriff der “Arbeit” verstanden wird, wobei hier naheliegenderweise eine weite Definition verwendet wird, um sämtliche anfallenden Tätigkeiten abzudecken.

Abschnitt 3: Grundsätze, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten
Dieser Abschnitt enthält ein besonders wichtiges Detail für Betriebe: Festgelegt wird, dass sämtliche Tätigkeiten mit Gefahrstoffen im Sinne der TRGS 524 erst dann aufgenommen werden dürfen, wenn sowohl eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde als auch notwendige Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. § 7 Absatz 1 der Gefahrenstoffverordnung gestattet den staatlichen Stellen, einen Betrieb bereits dann stillzulegen, wenn die Pflicht des Arbeitgebers zur Vorlage einer Gefährdungsbeurteilung nicht erfüllt wurde.

Abschnitt 4: Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten in kontaminierten Bereichen
In diesem umfangreichen Abschnitt werden die spezifischen Kriterien und Anforderungen definiert, die bei der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung zu beachten sind.

Abschnitt 5: Schutzmaßnahmen
Um die notwendigen Schutzmaßnahmen festzulegen, wird auf die TRGS 500 sowie auf Anlage 7 der TRGS 524 verwiesen. Die Maßnahmen umfassen nicht nur Verhaltensmaßregeln für die Beschäftigten und den Arbeitgeber – festgelegt wird auch, in welchen Fällen und in welchem Umfang die Installation bestimmter technischer Vorrichtungen erforderlich ist, um den Anforderungen des Arbeitsschutzes gerecht zu werden.

Abschnitt 6: Arbeits- und Sicherheitsplan
Die Form, in welcher die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die getroffenen Maßnahmen dokumentiert werden müssen, wird in diesem Abschnitt festgelegt. Ebenso wird gefordert, dass die Gründe getroffener Maßnahmen nachvollziehbar gemacht werden müssen.

Abschnitt 7: Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten
Die Mitarbeiter eines Unternehmens müssen über die wesentlichen Erkenntnisse aus der Gefährdungsbeurteilung in Kenntnis gesetzt werden. Weiterhin sind ihnen die getroffenen Schutzmaßnahmen und deren Umsetzung zu erklären. Eine solche Unterweisung ist vom Arbeitgeber verpflichtend durchzuführen und regelmäßig zu wiederholen.

Abschnitt 8: Arbeitsmedizinische Prävention
Der Arbeitgeber steht in der Pflicht, die Mitarbeiter über arbeitsmedizinische Präventionsmaßnahmen aufzuklären, wenn diese mit Gefahrstoffen umgehen. Abschnitt 8 bezieht dabei die Beteiligung des Betriebsarztes ein, verwendet in diesem Zusammenhang jedoch das Wort “sollte“. Daraus ergibt sich, dass die Hinzuziehung des Betriebsarztes nicht zwingend erforderlich ist, wodurch dem Umstand Rechnung getragen wird, dass vor allem kleinere Unternehmen über keinen eigenen Betriebsarzt verfügen. Der Abschnitt umfasst weiterhin Vorschriften über arbeitsmedizinische Beratungs- und Vorsorgeleistungen durch den Arbeitgeber sowie Hinweise zur ersten Hilfe im Unglücksfall.

Warum die Teilnahme an einem Onlinekurs zu den TRGS gut investierte Zeit ist

Die oben stehende Auflistung der Inhalte der TRGS 524 ist äußerst knapp und bietet nur einen sehr groben Überblick über dieses wichtige Themenfeld. Zu bedenken ist, dass Verordnungen wie die TRGS 524 inhaltlich umfangreich sind und vor allem junge Führungskräfte oder Firmengründer schnell die Übersicht über die diversen Regularien verlieren können. Dennoch ist die Einhaltung der Vorschriften zwingend erforderlich, da andernfalls gravierende nachteilige Konsequenzen für die jeweiligen Betriebe und die verantwortlichen Personen entstehen können. Häufig werden Arbeitsschutzmaßnahmen nicht aus Vorsatz oder Ignoranz gegenüber den Mitarbeitern missachtet, sondern aus Unwissenheit über die entsprechenden Vorschriften.
Deshalb ist es grundsätzlich ratsam, dass sich (angehende) Führungskräfte im wichtigen Bereich des Arbeitsschutzes schulen lassen.

In unserem Onlinekurs werden die Inhalte dieser Vorschriften deshalb verständlich aufbereitet und anschaulich erklärt.

Was ist BBS: Behavior Based Safety

Behavior Based Safety – präventive und kontinuierliche Sicherheit

Früher oder später werden Unternehmer mit dem Thema Arbeits- und Brandschutz konfrontiert. Deshalb sollte sich bereits im Vorfeld um die Sicherheit gekümmert werden. Sicherheitsexperten und Sicherheitsberater wie Donato Muro vertreten die Meinung, dass ein Konzept wichtig ist, da die Ausführung von Arbeit nicht vom Zufall abhängen sind.

Definition von BBS

Das Behavior Based Safety-System ist unter anderem eine Unterstützung von der direkten Kommunikation unter den Mitarbeitenden, indem die Vorgehensweise besprochen und Wege für zukünftig sichere Handlungen gesucht werden. Die verhaltensorientierte Arbeitssicherheit unterstützt bei der Entwicklung von sicheren Arbeitstechniken. Positive Intervention soll das unsichere Verhalten von Mitarbeitenden ändern.

Im Bereich der Arbeitssicherheit gilt BBS für die Änderung des Verhaltens als die erfolgreichste Methode. Der Faktor, dass gemäß Statistiken über 85 Prozent der Arbeitsunfälle anteilig auf das persönliche Verhalten zurückzuführen sind, muss berücksichtigt werden.

Behavior Based Safety soll Mitarbeitende dazu motivieren, das eigene Verhalten zu hinterfragen.

Verhalten als Ursache

Für den Erfolg der Behavior Based Safety-Systeme ist die Auseinandersetzung mit dem Verhalten sowie den Motiven von den Mitarbeitenden, welche zu der Verhaltensweise führen, notwendig.Ein Verhaltensmuster ist die persönliche Abschätzung eines Nutzens, welcher aus den persönlichen Erfahrungen besteht. Das ABC-Modell ist eine Möglichkeit zur Erklärung für den Sachverhalt:

Activator

Menschen haben die Tendenz, mit ihrem Verhalten einen Vorteil zu erwarten. Bestimmende Faktoren für diesen Vorteil sind unter anderem:

  • Anerkennung
  • Lob
  • Zeitgewinn
  • finanzielle Anreize
  • Arbeitserleichterung

Ein Lob führt zum Versuch, das positive Verhalten zu wiederholen, um erneutes Lob zu erhalten.

Behavior – sichtbares Verhalten

Consequenz

Konsequenz sind sämtliche Effekte aus dem aktiven Verhalten. Weist der Vorgesetzte kontinuierlich auf Mängel hin, ist die Einhaltung der Arbeitsschutzrichtlinien gegeben. Kontraproduktiv ist die Reaktion lediglich auf Mängel.Es handelt sich um Tadel, begründet durch falsches Verhalten und nicht um Lob für ein richtiges Verhalten. Der daraus entstehende Effekt ist der zukünftige Versuch des Versteckens von diesem Verhalten. Wird die Anerkennung von richtigem Verhalten als Gegenteil nicht gelebt, ist der Effekt wiederkehrend. Die Regeln werden unter Beobachtung eingehalten. Unbeobachtet kommt das alte Verhalten wieder zum Vorschein. Demzufolge ist für eine kontinuierliche und richtige Verhaltensänderung eine Belohnung notwendig. Dazu reicht bereits ein einfaches Lob aus.

Kontinuität

Wird ein unsicheres oder riskantes Verhalten geduldet oder einmal getadelt und dann wieder gelobt, wird es keine Veränderung im Verhalten aufgrund fehlender Glaubwürdigkeit geben.

Zeitliche Zuordnung bei der Verhaltensänderung

Bei einem positiven Verhalten sollte ein Lob zeitnah und nicht nach Tagen ausgesprochen werden. Dies gilt auch für die Rüge nach einem falschen Verhalten.

Grundprinzipien der BBS-Systeme:

  • Lob bei richtiger Verhaltensweise
  • Kontinuität als klares Bekenntnis zur Arbeitssicherheit
  • höhere Effektivität durch zeitnahes Lob

Unbewusste Verhaltenseinflüsse

Passiven Faktoren wie die Suche nach der persönlichen Herausforderung, Unterschätzen der Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Unfall sowie Gewohnheit können nicht ohne Weiteres beeinflusst werden. Diese beeinflussen sowohl das Verhalten im Alltag als auch die Empfindung gegenüber den Maßnahmen für die Sicherheit.

Eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Arbeitssicherheit setzt die eingehende Beschäftigung damit voraus.

Vorgehensweise zur Umsetzung von BBS

Für ein erfolgreiches Behavior Based Safety-System muss auf richtiges und falsches Verhalten konsequent und schnell reagiert werden. Vorgesetzte können dies alleine nicht leisten. Für eine breitere Basis müssen so viele Angestellte wie möglich aktiv mitarbeiten. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für kontinuierliche Beobachtungen und Feedbacks. Jede gemachte Beobachtung dient der persönlichen Sensibilisierung, indem sich der beobachtende Mitarbeiter im Vorfeld Gedanken über die Sicherheit oder Unsicherheit der Handlung machen muss respektive weshalb sie auf diese Art vollzogen werden.

Der Versuch, möglichst alle Mitarbeitenden mit einzubeziehen, gestaltet sich deshalb schwierig, weil sich diese nicht gegenseitig belasten wollen. Eine offene Fehlerkultur verhindert das unsichere Verhalten. In der Regel ist das BBS-System anonym, damit das Beobachtungsprinzip nicht zur Durchführung von Strafen genutzt wird. Die Förderung des offenen Umgangs mit Fehlern ist Aufgabe des Managements, zusammen mit Sicherheitsexperten, wie beispielsweise Donato Muro.

Auswertung von Beobachtungen

Zur statistischen Auswertung von Beobachtungen sind detaillierte Informationen bezüglich des unsicheren Verhaltens notwendig. Diese Informationen dürfen jedoch nicht für disziplinarische Maßnahmen zur Verwendung kommen. Schriftliche Auswertungen über Beobachtungen dürfen keine Rückschlüsse auf die beobachtete Person, Ort und Zeit, ermöglichen. Die daraus resultierenden Statistiken können zu Schulungszwecken genutzt werden.

Unter Umständen ergibt sich aus den Statistiken die Erkenntnis für ein grundsätzliches Problem. Damit werden wertvolle Information aus der konventionellen Sicherheitsarbeit gewonnen.

Kommunikation bestimmt den Erfolg

Den Mitarbeitenden müssen folgende Informationen zur Verfügung stehen:

  • Erwartungshaltung
  • Möglichkeiten
  • Ausmaß
  • Zeitplan
  • Folgen
  • aktueller Status

Regeln für den offenen Umgang mit Fehlern

Nicht selten scheuen sich Mitarbeitend aus Respekt von negativen Konsequenzen, Fehler offen zuzugeben. Klare Regeln verhindern eine falsche Nutzung. Ungenügende Maßnahmen wirken sich störend auf das Beteiligungssystem aus. Die Erkenntnis der Mitarbeitenden, dass auf Beobachtungen keine Maßnahmen erfolgen, führt zum Verlust des Interesses an der Mitarbeit. Auch wenn keine Maßnahmen zu Tragen kommen, muss dies kommuniziert werden.

Belohnung zur Erhöhung von der Beteiligung

Belohnung müssen sich an der Qualität orientieren. Diese sind die einfachste Möglichkeit, um mehr Beteiligung zu erreichen, beispielsweise die in einem vordefinierten Zeitraum anzahlmässige Beobachtungen.Schwierig dabei ist, dass, um am System für die Belohnung teilzunehmen, möglicherweise minderwertige Beobachtungen aus qualitativer Sicht protokolliert werden.Die bessere Variante ist die Bewertung von der Qualität, beispielsweise über die Schadensmatrix, und entsprechende Belohnung. Darin werden die Schwere des Schadens und die Wahrscheinlichkeit für einen Eintritt eingetragen. Tritt der Schaden oft, jedoch mit geringen Auswirkungen auf, fällt die Matrix entsprechend kleiner aus. Mit der Stärkung von sicheren Verhaltensweisen minimieren sich die Unsicherheiten im Verhalten und in der Folge die Minimierung der Unfallwahrscheinlichkeit.

Motivation zur Verhaltensänderung

In einem ersten Schritt wird das richtige Verhalten definiert. Dies ist Sache des Vorgesetzten mit Erklärungen zu den Motiven zum Thema sicheres und besseres Arbeiten.

Kontrolle als positiver Faktor

Bei dem System geht es nicht um die Überwachung der Angestellten, sondern um Aufmerksamkeit. Diese zeigt einerseits das Interesse am Arbeitsschutz und andererseits die Bereitschaft, Abläufe zu verbessern. Gibt es Hinweise, auf Probleme im Arbeitsablauf, sind diese eine wichtige Erkenntnis zur gemeinsamen Lösungsfindung.

Anwendung von BBS in der Praxis

Behavior Based Safety ist eine Form von systematischer Anerkennung und im Endeffekt kollegiale Wertschätzung. Vertrauen und Feedback sind wichtig. Nur durch Feedback kann gelernt und das Verhalten geändert werden.

Vertrauen in BBS

Vertrauen spiel eine sehr große Rolle. Denn bei Behavior Based Safety geht es um unterstützendes Verhalten. Vorgesetzte sind gefordert, ihre Mitarbeitenden bei der Hinterfragung ihres Verhaltens zu bestärken. Die verhältnismäßig geringe Investition bietet sich für jedes Unternehmen an, unabhängig von der Größe. Die Mitarbeitenden sollten während des Prozesses die Möglichkeit für Freiräume haben, um über das Thema diskutieren zu können.

Vorteile des Vorgehens

Damit wird das Know-how der Mitarbeitenden genutzt und gleichzeitig die Akzeptanz für die Verhaltensdefinitionen erhöht. Ein Vertrauensvorschuss der Vorgesetzten in die Mitarbeitenden spiegelt sich oft in der Motivation der Angestellten wider.

Schrittweise Einführung von BBS

Nachdem der Definition des Verhaltens erfolgt die Zielsetzung, welche so konkret wie möglich sein sollte, da Veränderungen im Verhalten manchmal sehr langsam vorankommen. Bei der Feststellung, dass beispielsweise nur fünfzig Prozent der Fälle in einem bestimmten Zeitfenster umgesetzt werden, sollte das Ziel neu definiert werden. Neue Zielsetzungen sind eine zusätzliche Motivation für Veränderungen. Es geht nicht nur darum, besser zu werden, sondern die definierten Ziele zu erreichen.

Erfassung der Daten

Die Daten werden regelmäßig erfasst und ausgewertet, beispielsweise mit gemeinsam definierten Beobachtungskarten, begleitet von ebenfalls regelmäßigem Feedback.

BUCH EMPFEHLUNG

Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit – Behavior Based Safety (BBS) Taschenbuch – 7. März 2022 – Prof. Dr. Christoph Bördlein

DAS BBS Buch vom Bördlein.

BBS auf Bausstellen.pdf (c) Dohmen Consulting UG herunterladen.

Donato Muro

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